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Starship TroopersDieser Krieg ist gerecht (wo haben wir das unlängst nicht schon einmal gehört?). Eine postnationale Föderation führt ihn gegen interplanetare Riesenkäfer, eklig wimmelnde Insekten-Populationen, die unsere Frauen und Kinder zwischen ihren Beißern zu zermalmen trachten: »Alles, was mehr als zwei Beine hat, wird sofort erschossen! Kapiert?!« (Auch wenn sich zwischendurch so etwas wie klammheimliche Bewunderung für diese uniforme, schmerz- und lustunempfindliche Lebensform breitmacht, die nicht von einem Gehirn geplagt wird wie die diensttuenden adretten Highschool-Kids, aber: »Vielleicht existiert ein Brain-Bug.« - »Ich finde die Vorstellung, daß ein Bug denken kann, obszön und anstößig.«)
Die Riesenkäfer sind computergeneriert, haben 100 Millionen Dollar verschlungen und waren für einen Oscar nominiert, aber das hilft ihnen wenig. Unter konzentriertem Feuer zerplatzen sie wie Seifenblasen. Es geht zu wie in schlechten Landser-Heften: »Das gilt auch für euch, Hunde - oder wollt ihr ewig leben?!« - Es sollte eher heißen: Käfer, wollt ihr ewig leben?! Mit enormen Sturmgewehren feuert die Mobile Sterneninfanterie auf riesenhafte Chitinpanzer.
Schließlich wird man aber mit der »ganzen verkackten Bande« fertig, und auch dem Brain-Bug, der sich als weicher Feigling mit vaginaler Mundöffnung erweist, geht es ans Leder. Das Feindbild wird nach den eigenen ärgsten Neurosen konstruiert: ein feuchter Traum für jeden Neonazi. Das Emblem der Sterntruppen schaut dementsprechend aus: wie eine Mischung aus Reichsadler und Hakenkreuz.

Foto: TriStar
Und auch wenn zum Schluß alle Käfer verkohlt sind - »Wir werden weiterkämpfen - und wir werden gewinnen.« Bis alles in Scherben fällt sozusagen. In diesem Film, schrieb jemand, treffen die beiden dümmsten Spezies des Universums aufeinander - Käfer und Teenager-Stars.
Der Film, besetzt mit juvenilen Gesichtern aus Beverly Hills 90210 und Melrose Place, wirkt wie der »wirre Traum eines Menschen, der zu viele Videos gesehen hat« [Berliner Zeitung] ... eine arge Enttäuschung vom Regisseur von RoboCop und Total Recall, resümierte der Kölner Stadtanzeiger. (Haben sie vergessen, daß es der gleiche war, der den Flop Showgirls verzapft hat: ein Wiederholungstäter in Sachen schlechter Filme?) Ratlose Kritiker wie die von der Stuttgarter Zeitung versuchten Verhoeven damit zu entschuldigen, daß er die faschistoiden Muster der Populärkultur, die Geschichten von Kampf und Bewährung, Opfermut und Hingabe bloßstellen wollte, indem er sie scheinbar kritiklos in Reinkultur vorführte. Wie bitte?!
Rolf Giesen
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Das Buch zur Web-Site: Rolf Giesen und Bernhard Kempen: Invasion des Wahnsinns Die schlechtesten Science-Fiction-Filme |
| Originalitel: | Starship Troopers |
| deutscher Titel: | Starship Troopers |
| Land und Jahr: | USA 1996 |
| Regie: | Paul Verhoeven |
| Drehbuch: | Edward Neumeier |
| Vorlage: | Robert A. Heinlein: Sternenkrieger (Starship Troopers) |
| Kamera: | Jost Vacano |
| Schnitt: | Mark Goldblatt Caroline Ross |
| Musik: | Basil Poledouris |
| Produktions-Design: | Allan Cameron |
| Bauten: | Steve Wolff Bruce Robert Hill |
| Ausstattung: | Bob Gould |
| Kostüme: | Nick Scarano |
| Spezialeffekte: | Thunderstone Phil Tippett Kevin Yagher |
| Produktion: | TriStar Pictures Big Bugs Pictures |
| deutscher Kinostart: | 29.1.1998 (Buena Vista) |
| Länge: | 129 Min. |
| | Farbe FSK: Indiziert |
| Johnny Rico: | Casper Van Dien |
| Dizzy Flores: | Dina Meyer |
| Carmen Ibanez: | Denise Richards |
| Ace Levy: | Jake Busey |
| Carl Jenkins: | Neil Patrick Harris |