Die Entwicklung des Projektes Tick-Tack ist abgeschlossen, und nun soll der Zeittunnel an den »Endnutzer«, das Militär, übergeben werden. Doch General Osborne, der die Übernahme vollziehen soll, ist derart skeptisch, daß er damit das ganze Projekt gefährdet. Während der abschließenden Vorführung soll nämlich eine geheime Lenkrakete, an einen anderen Ort befördert werden. Da der Feind (natürlich die Russen) einen solchen Transport zweifellos bemerken würde, soll die Rakete in die Vergangenheit befördert, dort transportiert und in die Gegenwart zurückgebracht werden. Dummerweise landet die Rakete vom Typ Wotan ausgerechnet im Teich eines Klostergartens in Mexico City, wo sie (in der Gegenwart) in wenigen Tagen von Bulldozern freigelegt werden dürfte. Also reisen Tony Newman und der Tunnel-Mitarbeiter Sam Creighton zurück ins Jahr 1847, in die Zeit des Krieges zwischen den USA und Mexiko, und schließen sich den amerikanischen Truppen an. Bei einem Feuergefecht wird Austin Creighton getötet, Sams Ururgroßvater, der sich eigentlich bei der Schlacht einen Orden verdienen sollte. Um die historische Kontinuität zu wahren, übernimmt Sam die Rolle seines Vorfahren, obwohl er in wenigen Tagen den Tod finden soll. Nach der Einnahme der Stadt kann die Rakete geborgen und in Sicherheit gebracht werden. Und auch für Sam Creighton findet sich ein Weg, ohne Zeitverwirrungen in die Gegenwart zurückzukehren.
Unternehmen Zeittransport ist Murray Leinsters zweiter Roman nach der Fernsehserie Time Tunnel (The Time Tunnel • USA 1966-67). Die Handlung schließt sich fast nahtlos an den Vorgänger Unternehmen Zeittunnel an und weicht gleichzeitig immer stärker von der Handlung der TV-Folgen ab. Einzig die Geschichte um Sam Creighton (der nicht in der Fernsehserie auftaucht) erinnert an die Episode Die letzte Patrouille (The Last Patrol), in der ein General Southall in der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges den Platz seines Vorfahren einnimmt.
Qualitativ fällt dieser Roman deutlich gegenüber dem ersten Band ab. Von der Faszination des Abenteuers Zeitreise ist kaum noch etwas zu spüren, und die Story wirkt stellenweise etwas konfus. Ein weiterer Störfaktor ist der Umstand, daß Leinster nicht die geringsten moralischen Zweifel an der Handlungsweise des Militärs (in der Gegenwart wie in der Vergangenheit) aufkommen läßt.
Auf dem Cover der amerikanischen Ausgabe sind die drei Hauptdarsteller aus der Serie und ein stilisierter Zeittunnel zu sehen. Für die deutsche Ausgabe in der Heftreihe Terra Nova benutzte der Titelbildzeichner ein Foto der peruanischen Festung Machu Picchu, die offenbar Mexiko symbolisieren soll ...