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Toy Story 2

Toy Story 2 • USA 1999


Handlung

Kinder werden älter und eines Tages erwachsen - mit dieser erschreckenden Erfahrung werden auch Woody, Buzz Lightyear und die anderen Spielzeuge des kleinen Andy konfrontiert. Plötzlich gibt es wichtigere Dinge im Leben als eine Cowboypuppe mit abgerissenem Arm, die schließlich beim Garagenverkauf in die schmierigen Hände des   widerlichen Spielzeugsammlers Al gelangt. Doch Woody muß sich mit einer weiteren erschreckenden Erkenntnis auseinandersetzen: Er ist nicht allein. Er ist Teil eines Spielzeugsets, zu dem das Pferd Bully, das Cowgirl Jessie und der mürrische Goldgräber Stinke-Piet gehören. Und er war einst der Star der kurzlebigen Fernsehserie Woody's Roundup. Während Weltraumheld Buzz Lightyear die anderen Toys aus Andys Kinderzimmer in ein waghalsiges Kommandounternehmen führt, um Woody aus Als Klauen zu befreien, steht der Cowboy vor einer schwierigen Entscheidung. Soll er darauf hoffen, daß Andy ihn irgendwann wieder liebhat, oder sich mit Jessie, Bully und Stinke-Piet an ein Spielzeugmuseum in Tokio verkaufen lassen?


Produktion

Mit Toy Story (Toy Story • USA 1995), dem ersten vollständig computeranimierten Spielfilm, revolutionierte Regisseur John Lasseter die Filmgeschichte. Eine Fortsetzung stand für die Walt Disney Studios und die Trickfirma Pixar somit außer Frage. Ursprünglich war geplant, den zweiten Teil wie in der Trickfilmbranche mittlerweile üblich nur auf Video herauszubringen, doch dann entschied  man sich - nicht zuletzt wegen des Erfolges von Lasseters Das grosse Krabbeln (A Bug's Life • USA 1998) - auch Toy Story 2 ins Kino zu bringen. Unter den 250 Mitarbeitern dieser Produktion waren natürlich viele, die auch schon am ersten Teil mitgewirkt hatten, darunter Andrew Stanton, dessen Drehbuch zu Toy Story für den Oscar nominiert wurde, und Randy Newman, der erneut für die Musik sorgte. Lasseters Co-Regisseure Lee Unkrich und Ash Brannon hatten vier Jahre zuvor noch als Cutter bzw. Chef-Animator für Pixar geabeitet. Die Grundzüge der Geschichte, vor allem der Garagenverkauf und der Spielzeugsammler, waren bereits in der Entwicklungsphase des ersten Films diskutiert worden. Die eigentliche Story-Entwicklung begann im Frühjahr 1996.

Natürlich wurde die Tricktechnik für Toy Story 2 - der vierte vollständig computeranimierte Spielfilm überhaupt - weiter perfektioniert. Diesmal wurden deutlich mehr Schauplätze eingesetzt, die virtuelle Kamera wurde beweglicher, und die Mimik sowie die Interaktion von Figuren und Gegenständen wurden sichtlich verbessert. Obwohl ein erheblicher Aufwand getrieben wurde, um Menschen und Tiere lebensechter zu animieren, zeigt sich immer noch allzu deutlich, daß genau hier die große Schwäche der Computeranimation liegt. Am aufwendigsten waren kurioserweise die Schwarzweißszenen von Woody's Roundup, die als Marionettenspiel im Stil der fünfziger Jahre komplett mit Fäden und künstlichen Kratzern im Filmmaterial realisiert wurden. Toy Story 2 kostete insgesamt 100 Millionen Dollar - dreimal soviel wie der erste Teil und bis dato das höchste Budget für einen Trickfilm.


Kritik

Mit Toy Story 2 ist dem Team um John Lasseter etwas gelungen, was im Filmgeschäft die große Ausnahme darstellt. Man hat es nämlich tunlichst vermieden, mit neuen, spektakulären Effekten zu protzen, sondern nahtlos das fortgeführt, was schon die Stärke des ersten Teils war: eine märchenhafte, aber stets glaubwürdige Story mit sorgfältig ausgearbeiten Charakteren. Die Spielzeugfiguren handeln keineswegs mechanisch, sondern mit nachvollziehbaren Motiven, was sich vor allem am Familienkonflikt zeigt, in den der arme Woody gerät. Auch die Verstocktheit des alten Goldgräbers Stinke-Piet, der immer noch in seiner Originalverpackung steckt und niemals erleben durfte, wie es ist, von einem Kind geliebt zu werden, beweist ein Einfühlungsvermögen der Autoren, wie es selbst im Realfilm nicht selbstverständlich ist. Gewürzt mit zahllosen Anspielungen und kleinen Gags - unter anderem ein Gastauftritt von Barbie - ist Toy Story 2 ein äußerst unterhaltsames und vergnügliches Kinoerlebnis.


[Abb.: Pixar]


Medieninfo

Toy Story 2 spielte in den USA bereits nach fünf Tagen über 81 Millionen Dollar ein. Wenig später rückte der Titel auf Platz zwei der erfolgreichsten Animationsfilme in den USA. Im Kino gab es als besonderen Leckerbissen noch einmal den Pixar-Klassiker Luxo Jr. (USA 1986) als Vorfilm zu Toy Story 2 zu sehen.

Bernhard Kempen

Original-Soundtrack:
Toy Story 2 (Disney, 1999)
deutscher Soundtrack:
Toy Story 2 (Disney, 1999)
Action Spiel:
Toy Story 2 (Disney Interactive, 1999)
Internet:
Offizielle Seite:  http://www.toystory2.de
Pixar: http://www.pixar.com
Lieferbare Titel:
mit dem Stichwort Toy Story
mit dem Stichwort Disney
mit dem Stichwort Computeranimation

Credits

Originaltitel: Toy Story 2
deutscher Titel: Toy Story 2
Land und Jahr: USA 1999
Technik: Computeranimation
Regie: John Lasseter
Lee Unkrich
Ash Brannon
Drehbuch: Andrew Stanton
Rita Hsiao
Doug Chamberlin
Chris Webb
Story: John Lasseter
Peter Docter
Ash Brannon
Andrew Stanton
Kamera: Sharon Calahan
Schnitt: Edie Bleiman
David Ian Salter
Lee Unkrich
Effekte: Glenn McQueen (Leitung Animation)
Eben Ostby (Leitung Modeling)
Don Schreiter (Leitung Rendering)
Musik: Randy Newman
Klaus Lage
(deutsche Songs)
Produktionsdesign: William Cone
Jim Pearson
Produktion: Disney
Pixar
Karen Robert Jackson
Helene Plotkin
Sarah McArthur
(ausführend)
Uraufführung: 13.11.1999 in Los Angeles
US-Kinostart: 19.11.1999
deutscher Kinostart: 3.2.2000 (Buena Vista International)
Länge: 92 Minuten
FSK o. A.

Sprecher

US-Sprecher deutsche Sprecher
Woody: Tom Hanks Peer Augustinski
Buzz Lightyear: Tim Allen Walter von Hauff
Jessie: Joan Cusack Carin C. Tietze
Stinky Pete the Prospector / Stinke-Piet: Kelsey Grammer Erik Schumann
Mr. Potato Head / Charlie Naseweis: Don Rickles Hartmut Neugebauer
Slinky Dog: Jim Varney Gerd Potyka
Rex: Wallace Shawn Ernst Wilhelm Lenik
Hamm/Specki: John Ratzenberger Michael Rüth
Bo Peep / Porzellinchen: Annie Potts Alexandra Mink
Al McWhiggin: Wayne Knight Rainer Basedow
Andy: John Morris Karim el Kammouchi
Mrs. Davis: Laurie Metcalf Maria Böhme
Mrs. Potato Head / Charlotte Naseweis: Estelle Harris Inge Solbrig
Sergeant: R. Lee Ermey Reinhard Brock
Barbie: Jodi Benson Alexandra Schneider
Restaurator: Fred Maire
Wheezy: Hans-Georg Panczak
Imperator Zurg: Thomas Piper
Aliens: Ulrich Frank
Bernd Simon
Ulf-Jürgen Wagner

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