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| Im Vorspann schmelzen die eisigen
Polarkappen auf dem Firmenglobus der Filmfirma Universal: alles Land wird überflutet. Wie
bei Atlantis kommen auch in 500 Jahren nur wenige Menschen mit dem Leben davon. Kevin
Costner ist einer von ihnen. Costner spielt Mariner, einen mürrischen
Einzelgänger-Mutanten, dem Kiemen hinter den Ohren gewachsen sind, so daß er unter
Wasser atmen kann. Auf hoher See stößt er auf eine schwimmende Siedlung, die von Hippies
(oder was auch immer es für Figuren sind) bewohnt wird. Dort tut er sich mit einer jungen
Mutter zusammen und entscheidet sich, für sie und ihre Brut zu kämpfen. Keinen Sinn
fürs Hippieleben haben nämlich die sogenannten Smoker, die das aus Schrott
zusammengesetzte Fort auf ihren Motorbooten ständig angreifen. Mariners Gegenspieler, der
Piratenhauptmann Deacon, lebt auf dem Tanker Exxon Valdez. Dort kommt es zum Showdown,
bevor Mariner das Tattoo auf dem Rücken seiner kleinen Pflegetochter als Plan des
mythischen Dryland identifiziert, einen Hinweis auf das letzte Festland-Refugium. Das hätte ein unter bescheideneren Umständen ganz netter Actionfilm werden können, aber es wurde, finanziell wie künstlerisch, einer der größten Flops in der Filmgeschichte. Producer-Star Kevin Costner war durch kein Vernunftargument (und es gab deren viele) davon abzubringen, diesen ökologisch angehauchten »Mad-Max-auf-den-Weltmeeren« ganz realistisch auf hoher See zu drehen, wo er sich natürlich den Unbilden Neptuns und des Wettergottes unterwerfen mußte, anstatt unter den kontrollierten Bedingungen eines Swimmingpools im Filmstudio daheim in Hollywood. Das Wasserwelt-Atoll vor Hawaii galt als die bis dahin größte Filmdekoration. Ursprünglich war eine Drehzeit von 96 Tagen vorgesehen. Die letzte Klappe fiel bei mindestens 150. Unter solchen Umständen wurde selbst der Gang zum Klo teuer. Die Produktionskosten beliefen sich zum Schluß auf eine Summe zwischen 175 und 200 Millionen Dollar. Die Kassandra-Gestalten, die schon zu Beginn des Projekts geunkt hatten, sollten wieder mal recht behalten. Bei solch ungünstigen Voraussetzungen wäre wohl jeder Film baden gegangen: Nichts Neues an der Wasserfront. Enerviert warfen die japanischen Betreiber von Universal das Handtuch und überließen dem kalifornischen Getränkeriesen Seagram das Feld. Allein Kevin Costner kassierte: statt der vereinbarten 15 waren es satte 20 Millionen Dollar. Lohnt es sich also doch, Flops zu fabrizieren. Rolf Giesen |
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Das Buch zur Web-Site: Rolf Giesen und Bernhard Kempen: Invasion des Wahnsinns Die schlechtesten Science-Fiction-Filme |
| Originaltitel: | Waterworld |
| deutscher Titel: | Waterworld |
| Land und Jahr: | USA 1994/95 |
| Regie: | Kevin Reynolds |
| Buch: | Peter Rader David Twohy (Überarbeitung des Skripts) |
| Kamera: | Dean Semler (Überwasser) Pete Romano (Unterwasser) |
| Schnitt: | Peter Boyle |
| Musik: | James Newton Howard |
| Produktionsdesign: | Dennis Gassner |
| Bauten: | David Klassen |
| Ausstattung: | Nancy Haigh |
| Kostüme: | John Bloomfield |
| Effekte: | Micheal J. McAlister Mark Stetson |
| Produktion: | Charles Gordon John Davis Kevin Costner Universal |
| deutscher Kinostart: | 21.9.1995 (UIP) |
| deutscher Videostart: | 21.3.1996 |
| Länge: | 135 Minuten |
| | FSK ab 12 Jahre |
| Mariner: | Kevin Costner |
| Deacon: | Dennis Hopper |
| Helen: | Jeanne Tripplehorn |
| Enola: | Tina Majorino |
| Gregor: | Michael Jeter |
| Nord: | Gerard Murphy |
| Doktor: | John Fleck |
| Verräter: | R.D. Call |