SF Personality

Captain Future

Romanfigur von Edmond Hamilton

Science Fiction
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Edmond Hamilton schuf in den dreißiger Jahren eine Figur, die zwar eine seiner trivialsten, aber auch erfolgreichsten Erfindungen werden sollte: Captain Future. Durch die japanische Zeichentrickverfilmung ist diese Serie auch in Deutschland bekannt geworden. Während die Romane fast durchweg in den vierziger Jahren erschienen, wurde die Fernsehserie in den Jahren 1978 und 1979 unter der Regie von Kozo Morishita produziert und Anfang der Achtziger auch im deutschen Fernsehen gezeigt (sonnabends im Nachmittagsprogramm des ZDF). Der Erfolg dieser Serie war sicher der Anlass, dass Bastei-Lübbe 1981 eine eigene Taschenbuchserie mit 15 Captain-Future-Romanen startete.

Diese Romane erschienen von 1940 bis 1944 im eigenen Pulp-Magazin CAPTAIN FUTURE, später dann im Magazin STARTLING STORIES, und Edmond Hamilton schrieb fast alle Texte selbst. Lediglich drei Romane stammen von Joseph Samachson und Manly Wade Wellman.

Captain Future war zwar relativ beliebt, jedoch keineswegs der erste strahlende Weltraumheld; gewisse Anleihen bei anderen Science-Fiction- und Comic-Helden wie Buck Rogers, Flash Gordon oder Doc Savage sind nicht zu übersehen.

Im zweiten Kapitel des ersten Romans werden der Captain und seine Mannschaft mit folgenden Worten vorgestellt:

Captain Future, der Schrecken aller Bösewichter und Übeltäter, war jedem im Sonnensystem bekannt.
   Der großgewachsene, rothaarige junge Mann mit dem gewinnenden Lächeln und den fliegenden Fäusten galt als der unbezwingliche Bestrafer aller Unterdrücker und Ausbeuter von Menschen und anderen Rassen im Sonnensystem. Ausgestattet mit außerordentlicher Verwegenheit, einem unbeugsamen Willen und einzigartigen wissenschaftlichen Fähigkeiten hatte er auf den neun Welten eine leuchtende Spur im Kampf um das Recht zurückgelassen.
   Er und seine drei ungewöhnlichen Kameraden, das lebende Gehirn, der metallische Roboter und der synthetische Mensch waren seit langem Tagesgespräch im Sonnensystem. Jeder Bürger wusste, dass die erstaunliche Truppe ihre Basis in irgendeinem geheimgehaltenen Krater auf dem unbewohnbaren Mond hatte. Die Menschen sahen nachts auf den Mond und fühlten sich gleich sicherer, weil sie wussten, dass Captain Future dort oben saß, der über sie wachte und ständig bereitstand einzugreifen. Sie wussten, dass er erscheinen und sich einschalten würde, sobald irgendeine unheilvolle Katastrophe das Sonnensystem bedrohen sollte.

Im Anschluss an diese literarisch tiefschürfende Einführung wird die Vorgeschichte der Helden erzählt. Der Biologe Roger Newton hat die Absicht, künstliche, vernunftbegabte Wesen zu erschaffen, die den Menschen die Arbeit erleichtern sollten. Eines Abends im Juni 1990, nachdem Newton erfahren hat, dass der Verbrecher Corvo ihm die aus seiner Arbeit resultierenden Aufzeichnungen stehlen will, beschließt Newton, gemeinsam mit seiner Frau Elaine und seinem Mitarbeiter Professor Simon Wright die Erde zu verlassen und eine sichere Basis auf dem Mond zu errichten. Dort baut er zunächst einen Roboter, der Grag genannt wird, und später einen künstlichen Menschen namens Otho. Kurze Zeit später wird Newtons Sohn geboren und erhält den Namen Curtis. Doch die Bösewichter dringen in die Mondbasis ein und töten Newton und seine Frau. Grag und Otho können die Eindringlinge zwar vernichten, aber nicht mehr ihre Herren retten. Der kleine Curtis Newton wird auf dem Mond großgezogen und erhält von Grag, Otho und Simon die beste Ausbildung, die ein Mensch sich nur wünschen kann. Als er erwachsen ist, beschließt er, gegen das Unrecht im Sonnensystem anzutreten.

Obwohl die Verfilmung sich recht nah an die Romanvorlagen hält, gibt es einige grundlegende Abweichungen. In den späten siebziger Jahren, als die Zeichentrickserie produziert wurde, war das Sonnensystem für eine Space Opera zu klein geworden. Während die Romane überwiegend im Sonnensystem spielen, reist Captain Future im Fernsehen durch die halbe Milchstraße. Die Hauptfiguren wurden kaum verändert. Während das lebende Gehirn Professor Simon Wright in den ersten Romanen unbeweglich ist und von einem anderen Besatzungsmitglied getragen werden muss, kann er im Film von vornherein frei schweben und durch den Einsatz zweier Strahler auch eigenständig handeln. Otho, dessen Originalname bei weicher Aussprache an einen anderen Gestaltwandler aus einer weit bekannteren Fernsehserie erinnert, heißt in der Fernsehserie Otto. Im Roman kann er sein Aussehen durch Hilfsmittel verändern, derer er im Film jedoch nicht bedarf. Und die wunderschöne Joan heißt in den Romanen Joan Randall, im Film dagenen Joan Landor.

Hardy Kettlitz

Siehe auch
Interview mit Edmond Hamilton
SF Personality 13: Edmond Hamilton
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