![]() |
| Lexikon |
|
| Der reichste Enterich der Welt
steht seinem cholerischen Neffen Donald Duck an Popularität kaum nach. Der Geizhalz
Scrooge McDuck, wie er im amerikanischen Original heißt, machte einst sein Vermögen als
Goldsucher am Klondike und badet am liebsten in den Talern seines gigantischen
Geldspeichers in Entenhausen alias Duckburg, den die drei Panzerknacker alias Beagle Boys
immer wieder erfolglos auszuräumen versuchen. Erfunden wurden diese und andere Bewohner Entenhausens vom Walt-Disney-Zeichner Carl Barks, und zwar zunächst nur für die gedruckten Comicstrips mit Donald Duck. Während der notorische Pechvogel Donald bereits 1934 im Disney-Kurzfilm The Wise Little Hen auftrat, hatte Dagobert sein Debüt 1947 in der Story »Christmas on Bear Mountain», die im Comic-Heft Four Color 178 erschien. 1951 wurde die Figur in weiteren Geschichten ausgebaut und erhielt 1952 eine eigene Reihe namens Uncle Scrooge. In Deutschland erschienen die Abenteuer von Dagobert vor allem in den Reihen Micky Maus (1951-) und Walt Disneys Lustige Taschenbücher (1967-) in der kongenialen Übersetzung von Dr. Erika Fuchs. Auf der Kinoleinwand machte sich Dagobert im Gegensatz zu Donald eher rar und debütierte erst Ende der sechziger Jahre im 25minütigen Kurzfilm Scrooge McDuck and Money (USA 1967), in dem er Tick, Trick und Track den Kapitalismus erklärt. Seinen zweiten Auftritt hatte der Enterich in Mickys Weihnachtserzählung (Mickey's Christmas Carol USA 1983). Dieser Film ist eine Hommage an sein großes literarisches Vorbild Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens Erzählung Ein Weihnachtsgesang in Prosa (A Christmas Carol 1843). Eine tragendere Rolle erhielt Dagobert Duck im Ensemble der Zeichentrickfernsehserie DuckTales - Neues aus Entenhausen (DuckTales USA 1988-90), und in DuckTales - Der Film - Jäger der verlorenen Lampe (DuckTales: The Movie - Treasure of the Lost Lamp USA 1990), dem Kinospecial zur Serie, war er zum ersten und bislang einzigen Mal in einem abendfüllenden Spielfilm zu sehen. Der Milliardär von Entenhausen ist längst zum populären Mythos geworden, zum Sinnbild für Reichtum und Geiz. Die Rollen von Dagobert und Panzerknackern wurden offensichtlich vertauscht und mit dem findigen Trio Tick, Trick und Track vermischt, als in den Jahren 1992 bis 1994 der trickreiche Kaufhauserpresser Arno Funke unter dem Pseudonym »Dagobert« Schlagzeilen machte, die Polizei an der Nase herumführte und insgesamt 1,4 Millionen DM vom Karstadt-Konzern ergaunerte, bis er 1994 geschnappt werden konnte. Nach seiner Haftentlassung veröffentlichte Funke seine Memoiren unter dem Titel Mein Leben als Dagobert (1998). |
![]() |