Ein alter
hölzerner und teilweise morscher Zaun grenzte den riesigen verwilderten Garten ab, wie er
nur zu Beginn der Besiedlung von Drary vergeben worden war. Das Gartentor hing schief in
der Angel und der Kiesweg war stellenweise von Unkraut überwuchert. Der Vizepräsident
der Redfood-Supermarktkette, Herr Baldur Green, versuchte die feindlichen ernsten
Gesichter der Kinder zu ignorieren, die ihn vom Nachbarsgrundstück aus beobachteten. Er
hörte ein leises schadenfrohes Kichern hinter sich, als er auf dem nassen Kiesweg
ausrutschte und mit seinem 2000 D$ (Drary Dollar) teueren Schuh in einer sumpfigen Pfütze
landete.
Herr Green spürte, wie sein Zorn anstieg: Diese blöden Gören. Wussten
sie nicht, dass dies alles hier zu ihrem Besten war? Wenn erst der neue Redfood-Supermarkt
hier gebaut worden war, würden sie ihm sicher für die ganze Mühe danken, die er sich
dafür gemacht hatte. Oh ja, er kam sogar hierher, nur weil es ein Problem gab. Eigentlich
hätte er es dem Architekten überlassen können, aber dankte man es ihm?
Er war um die Kurve gebogen und konnte nun zum ersten Mal das alte
Gebäude sehen. Ihm blieb es völlig unverständlich, wie irgendjemand diese alte
verfallene Ruine einem hochmodernen erstklassigen Redfood-Supermarkt vorziehen konnte.
Außer der ehemaligen Bewohnerin, aber die hatten sie schließlich ausreichend
entschädigt. Neben einem nahezu völlig zerfallenen Schuppen standen die Bauarbeiter mit
ihren Robotern und Geräten und der Architekt, Herr Nowack. Allerdings sah Herr Green
nichts, was sein Erscheinen rechtfertigte. Alles Ungewöhnliche, was er sehen konnte, war,
dass noch nicht mit dem Abriss des alten Farmhauses begonnen worden war.
Ärgerlich und von der Anstrengung des weiten Weges keuchend, schnauzte
er Herrn Nowack an: »Warum wird hier nicht gearbeitet? Und wo ist das Problem, weswegen
ich hierher kommen musste?«
Doch bevor Herr Nowack ihm antworten konnte, bewegte sich einer der
Roboter auf Herrn Green zu, baute sich vor ihm auf und sagte mit seiner elektronischen
Stimme:
»Ich bin ein Roboter der Grundwald Kooperation. Ich habe einen
persönlichen Brief für Franz Berger, Platzgrundstrasse 79, 34587 Faunheim, Planet Drary.
Sind Sie Herr Berger?«
»Das ist unser Problem«, meldete sich Herr Nowack zu Wort.
Das war einfach lächerlich! Man rief doch keinen Vizepräsidenten wegen
solch einem kleinen Roboter, der irgendwas von einem Herrn Berger wollte und sich wohl
verlaufen hatte. Der Roboter sah sogar recht schäbig aus. Zerkratzt, an einigen Stellen
rostend und voller Beulen. Die Schrift auf seiner Brust war schon verblasst, man konnte
nur noch ein G, ein w und vielleicht ein o erkennen. Er war einmal vor langer Zeit orange
gestrichen worden, was zeigte, dass er die Funktion eines Briefzustellers hatte.
»Dann ruft doch diese Grundwald Kooperation an und sagt ihnen, dass ihr
Roboter sich verlaufen hat.« Herr Green verstand wirklich nicht mehr, was er hier sollte.
»Sehr gerne«, Herr Nowack sprach mit leiser ruhiger Stimme, um seinen
Vorgesetzten nicht noch mehr aufzuregen: »Es gibt nur zwei Probleme: Der Roboter hat sich
nicht verlaufen; er ist hier an genau der angegebenen Adresse, und die Firma Grundwald
Kooperation liegt auf Adlon2.«
»Aber das ist doch völlig unmöglich. Adlon2 liegt doch an die 400
Lichtjahre entfernt.«
»Gerade das ist ja das Problem.«
»Dann ruft doch einen Techniker.« Herr Green fand die ganze Sache nur
noch lächerlicher. Der ganze Aufstand für einen Roboter, der eigentlich auf einen
Schrottplatz gehören würde.
Es dauerte eine halbe Stunde, bis der Techniker kam. Dieser sah sich den
Roboter aus der Entfernung an und sagte dann, dass er hier nichts tun könnte. Der Roboter
wäre noch ein SXDF45, ein uraltes Modell, wie man sie jetzt nicht mehr baue. Diese
Roboter wären aber ursprünglich als Transportroboter für Wertsachen konstruiert worden
und wären so programmiert, dass nur ein Techniker von der eigenen Firma sie
umprogrammieren könne, und auch der brauche einen speziellen Code. Von einer Vernichtung
des Roboters sei auch abzusehen, da dieser mit einem Strow-Motor ausgerüstet sei, der
dabei automatisch explodiere. Er fügte noch für die Nicht-Roboter-Spezialisten hinzu,
dass diese Explosion etwa den halben Block zerstören würde. Dann ging er wieder.
Langsam begriff Herr Green das Problem. Der Roboter würde nicht von der
Stelle weichen, bis er diesem Herrn Berger seinen Brief abgegeben hatte.Obwohl der
Techniker schon aufgegeben hatte, kam das für die Mitarbeiter der Redfood-
Supermarktkette natürlich nicht in Frage. Der Roboter war aber auf keinen Fall bereit,
seine Nachricht in einen Briefkasten zu werfen, nicht einmal wenn Franz Berger darauf
stand. Er erklärte, dass er einen Brief der Wichtigkeitsstufe 1 habe, den er nur
persönlich übergeben könne. Er zog sich wieder vor den Schuppen zurück.
Herr Nowack versuchte, sich mit seinem Bruder, der bei der Verwaltung einer
Roboterwartungsfirma arbeitete, in Verbindung zu setzen. Dieser rief ihn auch bald
zurück. Herr Nowack näherte sich vorsichtig dem tobenden Herrn Green, der mit den
Arbeitern darüber stritt, ob schon mit dem Abreißen des Hauses begonnen werden sollte,
auch wenn man nicht in der Lage wäre, das Fundament für den Supermarkt auszuheben und
das Risiko bestände, dass der Roboter dabei beschädigt werden könnte.
»Ich habe eben mit meinem Bruder telefoniert. Er arbeitet bei einer
Roboterwartungsfirma. Sie haben keine Unterlagen mehr über die SXDF45-Reihe, nur über
die SXDF47-Reihe. Diese wurde auch als Briefträger eingesetzt und konnte mit einer
Todesanzeige des Briefempfängers wieder zurück zur Firma geschickt werden. Vielleicht
sollten wir das auch einmal versuchen.«
Herr Green war einverstanden.
Es stellte sich heraus, dass bis vor 383 Jahren ein Herr Berger in
diesem Haus gewohnt hatte. Es war jedoch schwierig, eine Todesanzeige von ihm zu bekommen.
Herr Green wollte nämlich auf keinen Fall, dass die Presse von der Misere Wind bekam, was
unweigerlich passiert wäre, wenn er vom Staat eine Todesanzeige verlangt hätte. Herr
Nowack konnte das sogar nachvollziehen. Die Presse hätte sich sicherlich auf die
Geschichte gestürzt und dann wären auch wieder die Anwohner zu Wort gekommen, die schon
vorher wochenlang ihren Protest gegen die Baumaßnahmen und den Zwangsverkauf des Hauses
der alten Frau Chalier in den Medien verbreitet hatten.
Herr Nowack konnte den Protest sogar verstehen. Frau Chalier war
überall beliebt gewesen, besonders bei den Kindern, die sie auf ihrem weitläufigen
Grundstück hatte spielen lassen. Trotzdem musste Herr Nowack zugeben, dass die
Supermarktkette nur die schlechte Lage der alten Dame ausgenutzt hatte, die die nötigen
Reparaturen trotz der tatkräftigen Hilfe der Nachbarn nicht hatte bezahlen können, die
ihr Haus wieder bewohnbar gemacht hätten. Sie hatte ihm aber doch irgendwie Leid getan,
wie sie traurig Interviews im Fernsehen gegeben hatte. Beinahe kam es Herr Nowack wie
ausgleichende Gerechtigkeit vor, dass der Roboter den Bau blockierte. Auch wenn ihm an der
ganzen Geschichte etwas irgendwie seltsam vorkam.
Herr Green marschierte wütend vor ihm auf und ab. Dabei murmelte er
zähneknirschend vor sich hin: »Welcher Idiot schickt auch schon einen Roboter so weit,
nur für einen Brief. Diese Leute müssen völlig verrückt gewesen sein. Und nun haben
wir hier den Ärger. Und wer wird wieder dafür verantwortlich gemacht?«
Bei seinen Runden kam er unvorsichtigerweise wieder in die Nähe des
Roboters, der sofort aus seiner energiesparenden Ruhefunktion erwachte, seine
Sonnenkollektoren einfuhr und den Mann ansprach: »Ich bin ein Roboter der Grundwald
Kooperation. Ich habe einen persönlichen Brief für Franz Berger, Platzgrundstrasse 79,
34587 Faunheim, Planet Drary. Sind Sie Herr Berger?«
»Nein! Herr Berger ist schon lange tot.«
»Bitte sprechen Sie deutlicher. Übrigens können Sie auch leiser
sprechen. Ich habe Mega-X- akustische Sensoren und verstehe schon in dieser Lautstärke
jedes Wort.«
Der Roboter gab einen leisen, pfeifenden Ton von sich.
»Natürlich kannst du mich so hören, aber kannst du mich überhaupt
verstehen? Dein Herr Berger ist schon seit über dreihundert Jahren tot. Du kannst ihm
keinen Brief mehr geben. Geh nach Hause.«
»Das ist unmöglich. Ich muss einen Brief abgeben an Franz Berger,
Platzgrundstrasse 79, 34587 Faunheim, Planet Drary. Sind Sie Herr Berger?«
»Nein, bin ich nicht. Doch hör mir mal zu. Was musst du machen, wenn
der Briefempfänger tot ist?«
»Auf neue Anweisungen warten oder den Brief seinem nächsten Verwandten
zustellen.«
»Gut, ich versichere dir, dass Herr Berger tot ist. Du kannst seinen
nächsten Verwandten suchen gehen.«
»Mir liegen keine Beweise vor, dass Herr Berger tot ist.«
»Aber er ist tot. Du kannst es mir glauben. Er hat vor vierhundert
Jahren gelebt. Er kann gar nicht mehr leben.«
»Unzureichende Begründung. Schlussfolgerung ist nicht zwingend.«
An dieser Stelle bekam Herr Green einen Tobsuchtanfall, den der Roboter
nicht verstehen konnte. Mittlerweile beschloss Herr Nowack, sich in das Gespräch
einzumischen:
»Roboter. Wie alt werden Menschen normalerweise?«
»Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt zurzeit bei 120 Jahren.«
»Genau«, brüllte Herr Green. »Wie soll dann ein Mann noch nach dem
Dreifachen dieser Zeit am Leben sein?«
Der Roboter blinkte eine Weile vor sich hin und sagte dann:
»Unzureichende Begründung. Lebenserwartung ist nur ein Durchschnittswert. Es sind auch
Abweichungen möglich.«
»Aber doch nicht um zweihundert Jahre.«
Herr Nowack hatte mittlerweile aufgegeben, und auch Herr Green gesellte
sich nach einer Weile mit hochrotem Kopf zu den Wartenden. Das Kichern, das aus dem
Gebüsch erklang, in dem sich wohl die Nachbarskinder versteckt hielten, verschlechterte
seine Stimmung weiter. Doch gerade in diesem Moment tauchte ein Botenroboter der Firma
auf, der eine Todesanzeige aufgetrieben hatte. Da Herr Green noch immer zu erregt war,
überließ er es Herrn Nowack, sie dem Roboter zu zeigen.
»Ich bin ein Roboter der Grundwald Kooperation. Ich habe einen
persönlichen Brief für Franz Berger, Platzgrundstrasse 79, 34587 Faunheim, Planet Drary.
Sind Sie Herr Berger?«
»Nein. Aber ich habe etwas Wichtiges für dich. Diese Todesanzeige
beweist, dass Herr Berger tot ist.«
Herr Nowack überreichte den Zettel dem Roboter. Dieser fuhr einen
Greifarm aus packte die Todesanzeige, steckte sie in einen Schlitz an seiner Vorderseite
und bewegte sich erst einmal lange Zeit gar nicht mehr. Herr Green näherte sich
hoffnungsvoll. Plötzlich war der Roboter fertig mit dem Scan. Er schoss die Anzeige so
schnell aus dem Schlitz, dass Herr Nowack Schwierigkeiten hatte, sie zu fangen.
Der Roboter zog aber nicht wie erhofft davon, sondern spielte eine
Bandaufnahme ab: »Ich bin ein Roboter der Grundwald Kooperation. Es hat einen
Zwischenfall bei der Auslieferung eines Briefes gegeben. Bitte verständigen Sie die
Grundwald Kooperation, damit sie einen Techniker schicken können. Danke.«
Der Roboter fing auch an, jede halbe Stunde ein Notsignal über Funk
abzuschicken, das, wenn es bis nach Adlon2 gelangen könnte, dort der Grundwald
Kooperation mitteilen würde, dass einer ihrer Roboter Hilfe brauchte. Ansonsten hatte
sich für den kleinen Kerl nichts geändert.
Er rollte wieder auf den nächsten ankommenden Unbekannten, Herrn Green,
zu und ließ seinen Spruch los: »Ich bin ein Roboter der Grundwald Kooperation. Ich habe
einen persönlichen Brief für Franz Berger, Platzgrundstrasse 79, 34587 Faunheim, Planet
Drary. Sind Sie Herr Berger?«
Herr Green biss die Zähne zusammen. Er wollte sich vor seinen
Untergebenen nicht noch eine Blöße geben. Aber er hatte schon jetzt Tagträume, in denen
er den Roboter mithilfe eines Hammers auseinander nahm oder ihn einfach vom Grundstück
kickte.
»Sind Sie Herr Berger?« Der Roboter wartete immer noch auf eine
Antwort.
»Ja«, versuchte es Herr Green einmal anders: »Der bin ich. Nun gib
mir schon meinen Brief und dann verschwinde!«
»Bitte weisen Sie sich aus!« Der Roboter fuhr ein kleines Fach auf und
präsentierte Herrn Green ein Fingerabdruckmesser. Das war die Standardprozedur bei
wichtigen Briefen, wie sich Herr Green wieder erinnerte. Die Roboter holten sich über das
Identifizierungsnetzwerk den Fingerabdruck und verglichen ihn dann. Das war einfacher als
eine Ausweisüberprüfung. Doch Herr Green hatte den falschen Fingerabdruck. Deshalb
entgegnete er schnell: »Ich habe mich geirrt, ich bin doch nicht Herr Berger. Das war nur
ein Versehen.«
Das sah der Roboter aber anders. Er schaltete seine Alarmsirene an und
schrie (oder sagte mit voller verfügbarer Lautstärke): »Ein Überfall. Ein Roboter der
Grundwald Kooperation sollte ausgeraubt werden. Verständigen Sie sofort die Polizei.
Hilfe, Hilfe!«
Zusätzlich fuhr er einen kleinen Laser aus und fing an, sich zu
verteidigen, das hieß auf Herrn Green zu schießen, der schreiend und intelligenterweise
Haken schlagend vom Grundstück lief. Auch Herr Nowack und die Arbeiter sprangen
vorsichtshalber hinter den Schuppen oder die herumstehenden Geräte. Ein Schlaukopf dachte
gerade noch rechtzeitig daran, die Firmenroboter auszuschalten, ehe sie ihrem bedrängten
Artgenossen zu Hilfe eilten. Mit schallendem Gelächter begleiteten die Kinder seitlich im
Gebüsch das Geschehen.
Glücklicherweise war der Roboter wegen seines Alters und seiner
Schäden nicht sehr geschickt, so dass es Herrn Green gelang, nur mit einer leichten
Verbrennung am Handgelenk in sein Auto zu springen.
Gerade in diesem Moment kamen die ersten Reporter an, die das Notsignal
des Roboters aufgefangen hatten. Geübt hatten sie augenblicklich ihre Kameras gezückt
und den Sprung des Vizepräsidenten aufgezeichnet. Der Roboter, der mittlerweile noch ein
zweites Notsignal aussendete, diesmal an die Polizei, kehrte auf seinen angestammten Platz
vor dem Haus zurück. Die Reporter überlegten, ob sie ihm folgen sollten, nahmen dann
aber lieber das Eintreffen der Polizei auf und machten Interviews mit ankommenden
Anwohnern.
Nach einem langen und heißen Bad schaute sich Herr Green verdrießlich im Fernsehen
ein Interview mit einem sommersprossigen Nachbarsjungen an, der begeistert die Flucht des
Vizepräsidenten vor dem Roboter beschrieb. Der Präsident der Gesellschaft hatte schon
angerufen und sich nicht sehr erfreut über die ganze Angelegenheit gezeigt. Eben hatte
auch Herr Nowack angerufen, der endlich einen Experten für die SXDF45er Reihe gefunden
hatte. Dieser, ein Sammler alter Roboter, meinte, man brauche unbedingt den Code des
Roboters und einen gültigen Technikerausweis der Grundwald Kooperation, um bei dem
Roboter etwas zu erreichen. Er sehe nur eine Möglichkeit, um den Roboter von seinem
Auftrag abzubringen: Man müsse die Grundwald Kooperation, falls sie noch existiere, auf
Adlon2 anrufen und sie um Ausweis und Code bitten. Dank der neuesten Technik müssten
diese dann in etwa 500 Jahren hier sein. Wenigstens war es ihm gelungen, den Roboter dazu
zu bringen, die Notsignale abzustellen.
Zwei Wochen später spazierte Herr Nowack langsam wieder an dem alten Zaun entlang.
Dieser war schon an einigen Stellen ausgebessert worden. Nachdem die
Redfood-Supermarktkette den Bau ihrer Filiale an diesem Ort aufgegeben hatte und auch
andere Firmen kein Interesse mehr an dem durch den Roboter entwerteten Grundstück
zeigten, hatte die Redfood-Firma es seiner alten Besitzerin geschenkt. Schließlich wollte
man für das Grundstück nicht auch noch Steuern bezahlen. Die alte Besitzerin hatte ihr
Haus mit dem beim Verkauf erhaltenen Geld renovieren lassen, so dass sie nun wieder
einziehen konnte.
Herr Nowack konnte Lachen und Gesang hören. Als er in den schmalen
Zufahrtsweg einbog, konnte er sehen, dass eine Riesenfeier in Gange war. Der Roboter, den
irgendwer gesäubert hatte, stand auf seinem alten Platz und setzte sich nun in Bewegung
um dem Neuankömmling seinen Spruch vorzutragen. Ein sommersprossiger, fröhlicher Junge
sprang hinter ihm her.
Herr Nowack wandte sich an ihn: »Eigentlich könntet ihr den Roboter
langsam ausschalten, nicht wahr?«
Der Junge sah ihn einen Augenblick lauernd an, grinste dann aber und
fragte zurück: »Wie haben Sie es gemerkt?«
»Ganz einfach. Mir ist aufgefallen, dass euer Absender auf Adlon2 gar
nicht wissen konnte, dass zu ihrer Zeit hier ein Herr Berger wohnte. Wie hätten sie es
erfahren sollen? Telepathie? Ich muss aber zugeben, dass es auch mir erst ziemlich spät
eingefallen ist.«
Der Knirps strahlte ihn wieder vergnügt an, dann fragte er
verschwörerisch: »Wollen Sie einen Schokoladenkeks? Hat meine Mama selbst gebacken.«
Copyright © 2003 by Astrid Nikodem
Mit freundlicher Genehmigung der Autorin |
 
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