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| Man muss nicht unbedingt ein Fan der Perry-Rhodan-Romanserie sein,
um einige der Sekundärwerke schätzen zu können, die Pabel/Moewig seit der
Jahrtausendwende veröffentlicht hat. Die Biographien Clark
Darlton - Der Mann, der die Zukunft brachte und Karl-Herbert Scheer -
Konstrukteur der Zukunft aus der Feder von Heiko Langhans beispielsweise sind
für alle, die sich für die Geschichte der Science Fiction in Deutschland
interessieren, ein informatives Lesevergnügen. Leider nicht in Buchform, sondern nur
»scheibchenweise« arbeitet jetzt ein neues Projekt die Geschichte des Gesamtphänomens
»Perry Rhodan« auf: Die Perry-Rhodan-Chronik. Als die beiden noch laufenden Nachauflagen der Serie einmal mehr gerade Nummern ansteuerten - die 3. Auflage die 1500 und die 5. die 1000 -, suchte die PR-Redaktion nach einem Bonbon, um neue Leser anzulocken. Geschichtsbewusstsein war angesagt, und dieses Mal sollte es nicht nur um einen einzelnen Aspekt von Perry Rhodan gehen, sondern 40 Jahre Serienstoff und Hintergrundgeschehen sollten en detail aufgearbeitet werden. Anfangs zeichnete noch Heiko Langhans für die Texte verantwortlich, inzwischen schreibt Michael Nagula die drei- bis vierseitigen Beiträge, die jeweils in der Mitte der Doppelhefte erscheinen. Und er macht seine Sache gut: Nach einem kurzen Abriss der bundesrepublikanischen Geschichte schildert er die Entstehung der ersten Hefte, fasst den Handlungsverlauf kurz zusammen, liefert Kurzbiographien der neu eingestiegenen Autoren und erzählt Anekdoten aus dem Alltag der Beteiligten. Dabei stützt er sich - nach Auskunft des zuständigen Redakteurs Frank Borsch - auf Archivmaterial, recherchiert aber auch aufwändig jeder Einzelheit hinterher, die ihm wichtig erscheint. So erfahren wir beispielsweise in Folge 6 zum Jahr 1963, dass Ludwig Erhard Kanzler wird, Hitchcocks Die Vögel in die Kinos kommt, William Voltz seinen ersten PR-Roman abliefert (Nr. 74, »Das Grauen«) und ein erster Vorläufer der so genannten »Risszeichnungen« in Heft 78 abgedruckt wird. Folge 12 (1967 - Teil 1) berichtet über die erste Herztransplantation, Che Guevaras Tod und, ähem, des Arkoniden Atlans große Liebe; immerhin erscheint schon das 300. Heft, und Bastei versucht, mit Rex Corda den Erfolg von Perry Rhodan zu kopieren. Und Folge 16 (1967 - Teil 1) lässt uns wissen, dass der Papst in diesem Jahr die Anti-Baby-Pille verdammt, »Apollo 7« erstmals live aus dem All sendet, Perry Rhodan zur Reise in die Riesengalaxis M 87 aufbricht und der Versuch einer Rebellion innerhalb der PR-Autorenschaft trotz Mitarbeit des Redakteurs Schelwokat scheiterte. Natürlich stellt sich die Frage, ob sich der Kauf eines Doppelheftes für die wenigen Seiten Sekundärliteratur lohnt. Die Hefte ab Nummer 1000 bieten - als Zugabe zur Chronik - jedenfalls einigen unterhaltsamen Lesespaß. Mit Willi Voltz und Marianne Sydow hatte die Serie damals zwei hochkarätige Autoren im Team. Darüber hinaus wäre es natürlich wünschenswert, die Beiträge gelegentlich in Buchform zu veröffentlichen oder auf der serieneigenen Internetseite zugänglich zu machen. Hannes Riffel ALIEN CONTACT
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