ALIEN CONTACT

Octavia E. Butler

US-Amerikanische Schriftstellerin (1947 – 2006)

Science Fiction > Alien Contact
Personen-Lexikon
Momox-Books.de - Einfach verkaufen.
Octavia Estelle Butler kam am 22. Juni 1947 in Pasadena/Kalifornien zur Welt, ging in ihrer Heimatstadt zur Schule und absolvierte anschließend ein Studium an der University of California in Los Angeles. Die Teilnahme am Clarion Science Fiction Writer’s Workshop wurde der Schlüssel für ihr weiteres Berufsleben. 1971 debütierte sie in der Anthologie Clarion I mit der Kurzgeschichte »Crossover«.

Ihren Einstand als Romanautorin gab Butler 1976 mit Patternmaster (dt. 1982 Als der Seelenmeister starb), dem ersten Band des Musternisten-Zyklus. In einer eintausend Jahre entfernten Zukunft wird die Erde von Telepathen beherrscht, die sich in einer Vereinigung, dem »Muster«, organisiert haben. Wer nicht dem Muster entspricht ist außen vor und fristet ein eingeschränktes, abhängiges Dasein. In Mind of My Mind (1977, dt. 1983 Der Seelenplan) skizziert die Autorin die Vorgeschichte dieser Gesellschaft, während in Survivor (1978, dt. 1984 Alanna) die Ausbreitung der Musternisten auf einen fremden Planeten fehlschlägt. Die irdischen Missionare werden letztlich assimiliert, nur die von ihnen aufgezogene Eingeborene Alanna kann aus dem Geschehen Nutzen ziehen. Wild Seed (1980, dt. 1984 Wilde Saat) führt noch weiter zurück in die Vergangenheit: Doro, ein unsterblicher Mensch, knüpft darin zwischen 1690 und 1820 erste Kontakte zwischen den parapsychisch Begabten. Im abschließenden Roman Clay’s Ark (1984) mutieren die Menschen durch eine Seuche zu Sphinxen. Das klingt nicht nur, das ist abgefahren!

Octavia Butler verband bevorzugt Historie mit Themen der Science Fiction. So knüpft sie in Kindred (1979, dt. 1983 Vom gleichen Blut) an das Jahr 1820 an. Eine farbige US-Amerikanerin des 20. Jahrhunderts wird ins Maryland eben dieses Jahres verschlagen – eine Geschichte, die letztlich tragisch enden muß.

Als Hauptwerk Octavia Bulers gilt die Xenogenesis-Trilogie. In Dawn (1987, dt. 1991 Dämmerung), Adulthood Rites (1988, dt. 1991 Rituale) und Imago (1989, dt. 1991 Imago) zeichnet sie das Bild einer vom Atomkrieg verwüsteten Erde. Die Überlebenden sind noch mit dem Aufräumen der Trümmer beschäftigt, als sie Besuch von außerirdischen Genhändlern, den Oankali, bekommen. Diese sind zunächst nur an den durch die Strahlung mutierten menschlichen Genen interessiert, in der Folge kommt es aber zu einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Oankali und Menschen, die in einer Neubesiedlung der Erde durch eine Hybridrasse aus beiden Völkern mündet.

Eine Umweltkatastrophe ist auch der Hintergrund der Romane The Parable of the Sower (1993, dt. 1999 Die Parabel vom Sämann) und The Parable of the Talents (1998). In naher Zukunft wird Kalifornien zum Hexenkessel der Natur, die staatlichen Strukturen brechen zusammen und das Land versinkt in Anarchie. Die christlichen Fundamentalisten laufen zu großer Form auf und versuchen das Rad der Geschichte zurückzudrehen, aber die farbige Unterschicht läßt sich nichts mehr gefallen. Sie schließt sich einer neuen schwarzen Prophetin an, welche der Menschheit einen Ausweg aus der verzweifelten Situation öffnet: Den Weg zu den Sternen.

Octavia Butler verband soziale mit wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen, sie verabschiedete sich dabei radikal von den herkömmlichen Vorstellungen der Evolution. Alles ist grundsätzlich möglich, die Grenzen sind fließend. Als eine der wenigen afro-amerikanischen SF-Autorinnen setzte sie als Protagonisten oft starke farbige Frauen ein, die mit weißen patriarchalischen Dogmen zu kämpfen haben. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auch auf feministischen und rassenpolitischen Themen, ihre Aliens und Überlebenden sind oft genug Spiegelungen aktueller Probleme der farbigen Minderheit in den USA.

Für ihre Romane und Storys wurde sie 1984 und 1985 mit dem Hugo Award sowie 1984 und 1999 mit dem Nebula Award ausgezeichnet, 1995 erhielt sie die MacArthur Fellowship (»Genius Grant«) und 2000 den Lifetime Achievement Award des PEN Center USA West.

Octavia Butler litt in den letzten Jahren zunehmend an Bluthochdruck und Herzproblemen, die Krankheit ließ ihr nur noch selten Muße zum Schreiben. 2005 erschien noch der Roman Fledgling. Am 25. Februar 2006 verletzte sie sich bei einem Sturz vor ihrem Haus in Lake Forest Park/Washington so schwer, daß sie kurz darauf an den Folgen ihrer Kopfverletzungen starb.

Siegfried BreuerALIEN CONTACT

Anzeige

Leser-Service
Lieferbare Titel von Octavia Butler
© copyright 1997-2011 by EPILOGmedia • Alle Rechte vorbehalten
eMail: dialog@epilog.de | Impressum | AGB + Widerrufsrecht