Personen-Lexikon

Gustave Doré

Französischer Illustrator (1832-1883)

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Gustave Doré kommt am 6. Januar 1832 in Straßburg zur Welt. 1847 erscheint seine erste Veröffentlichung Die Abenteuer des Herkules in Paris. Ein Jahr später nimmt ihn der Pariser Verleger Charles Philipen, der illustrierte Zeitschriften verlegt, als Zeichner unter Vertrag. 1851 erscheint sein Jugendwerk Dés-Agrément d'un voyage d'agrément und er wird Mitarbeiter der Zeitschrift L'ILLUSTRATION. 1854 veröffentlicht Doré sein erstes großes Illustrationswerk, den Gatgantua und Pantagruel von Rabelais, der ihm großes Aufsehen einbringt. Im gleichen Jahr erscheint Histoire pittoresque de la Sainte-Russie, eine satirisch und stilistisch gewagte Bildgeschichte des Krimkriegs, die getrost als einer der ideenreichsten Vorläufer des Comicstrips eingeordnet werden darf. 1855 illustriert er Balzacs Contes drolatiques, was, zusammen mit der Arbeit zu Rabelais, seinen Weltruhm als Buchgestalter begründet. Über Balzacs Buch und die Illustrationen Dores schreibt John Ruskin: »Nichts Bissigeres, nichts erfindungsreich Scheußlicheres ist noch in der Literatur des Bösen wie in der Kunst des Menschen erschienen: auch kann ich mir nicht vorstellen, daß es möglich sein sollte, an ausgesuchter Verderbtheit über beides hinauszugehen. Der Text ist voller Blasphemien von subtiler, schrecklicher, gräßlicher Schamlosigkeit, einige im Munde von Priestern; die Illustrationen sind, mit einem Wort, eine einzige Grobheit - die ekelhaftesten und monströsesten Seiten von Tod und Sünde, zu phantastischer Geisterhaftigkeit von Karikaturen überzogen, wie durch die Verdrehungen und Verzerrungen des heißen Qualms des Höllenrachens gesehen.«

Mit Dantes Inferno startet Doré 1861 das Großunternehmen einer illustrierten Weltbibliothek. In den Folgejahren illustriert er Gottfried August Bürgers Münchhausen, Don Quichote, die Bibel, Miltons Verlorenes Paradies und viele weitere Bücher. Nach seinem Umzug nach London 1868 eröffnet er die Doré-Gallery, illustriert Dantes Purgatorium und Paradies und unternimmt zahlreiche Exkursionen durch London, in verrufenen Stadtteilen zum Teil in Begleitung von Polizisten, um Zeichnungen für ein London-Buch anzufertigen, das auf Texten von Blanchard Jerrold basiert.

Gustave Doré stirbt am 23. Januar 1883 in Paris an einer Herzattacke. Nach seinem Tod erscheint im selben Jahr seine letzte Illustrationsarbeit zu Edgar Allan Poes Gedicht Der Rabe.

Ende 2001 erschien der Roman Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers, der auf Zeichnungen von Gustave Doré basiert.

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