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Heinz Knobloch

Deutscher Journalist und Schriftsteller (1926-2003)

Science Fiction > Alien Contact
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Der gebürtige Dresdner Heinz Knobloch kam 1935 mit seinen Eltern nach Berlin und war seither bekennender Wahlberliner. Nach einer Ausbildung zum Verlagskaufmann wurde er 1943 zum Militär eingezogen und desertierte während der Kämpfe in der Normandie. 1948 kehrte er aus US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück, arbeitete zunächst beim Vorläufer der DDR-Agentur Zentralbild (Illus Bilderdienst) und als Redakteur bei der BERLINER ZEITUNG. 1953 gehörte er zu den Gründungsredakteuren der Zeitschrift WOCHENPOST, deren Feuilleton er bis 1991 betreute. Insbesondere die Sparte »Mit beiden Augen« dürfte vielen Lesern der Wochenpost noch in guter Erinnerung sein, denn sie erschien fast zwanzig Jahre lang und war eine unerschöpfliche Quelle journalistischer und literarischer Kleinodien. Eine Auswahl dieser mehr als eintausend Feuilletons erschien in Sammelbänden wie Stadtmitte umsteigen oder Mißtraut den Grünanlagen. Auch als Autor einfühlsamer Biographien machte sich Knobloch einen Namen, so über den Philosophen Moses Mendelssohn (Herr Moses in Berlin, 1979), über Mathilde Jacob, die Sekretärin Rosa Luxemburgs (Meine liebste Mathilde, 1985) und den Reviervorsteher Wilhelm Krützfeld, der 1938 die Zerstörung der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße verhinderte (Der beherzte Reviervorsteher, 1990). Insgesamt umfasst das Gesamtwerk Heinz Knoblochs fünfzig Bücher, sein letztes war Das Lächeln der Wochenpost, ein autobiographisches Werk mit Erinnerungen an seine Arbeit bei der Zeitung, gewürzt mit Anekdoten aus dem manchmal unfreiwillig komischen DDR-Alltag. Den geplanten zweiten Band über seine Kriegsgefangenschaft in den USA und Schottland konnte er nicht mehr verwirklichen. 1990 war Knobloch für ein halbes Jahr Präsident des PEN-Zentrums der Wende-DDR und erhielt 1995 den Moses-Mendelssohn-Preis für Toleranz. In einem Interview aus dem Jahre 2001 resümierte er: »Jetzt kann man viel dreister sein, fast alles wird gedruckt. Das macht aber nicht mehr den Spaß wie früher«.

Heinz Knobloch einen Gast in der Science Fiction zu nennen wäre vielleicht zu viel, allenfalls hat er mit der Erzählung »Der Schlemcke-Faktor« (WOCHENPOST 43/1965, leicht verändert in der Anthologie Windvogelviereck, 1987) ein kurzes Picknick am Wegesrand veranstaltet. Dennoch leistete er damit einen kleinen, stilistisch geschliffenen Beitrag zum Genre, der keinesfalls in Vergessenheit geraten sollte.

Heinz Knobloch erlag am 24. Juli 2003 im Berliner Stadtteil Pankow, wo er seit 1957 mit seiner Frau Helga lebte, einem Krebsleiden.

Siegfried BreuerALIEN CONTACT

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