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Alien Contact Personen-Lexikon |
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| Die US-amerikanische Schriftstellerin Alice Mary Norton wurde am 17. Februar
1912 in Cleveland/Ohio geboren und arbeitete von 1934 bis 1950 als Bibliothekarin in einer
Kinderbücherei. Nachdem sie diese Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben
musste, wandte sie sich nach einem kurzen Intermezzo als Buchhändlerin ganz der
Schriftstellerei zu, die sie schon seit den 1930er Jahren als Hobby betrieb. Völlig
lösen konnte sich Norton aber vom Bibliothekswesen nie. 1999 eröffnete sie in der Nähe
von Nashville die auf phantastische Literatur spezialisierte High Hallack Genre
Writers Research and Reference Libary. Anfänglich veröffentlichte Alice Mary Norton noch unter ihrem eigenem Namen, verwendete dann aber lieber maskulin wirkende Pseudonyme wie Andre Norton oder Andrew North. Die Zielgruppe ihrer Bücher waren zumeist heranwachsende Jungen, von denen sie annahm, dass diese Vorbehalte gegenüber Büchern einer weiblichen Autorin haben könnten. Der Name Andrew North geriet dann zunehmend in Vergessenheit, und mit der Zeit wurden viele der unter diesem Pseudonym publizierten Romane als Andre-Norton-Bücher neu aufgelegt. Andre Norton debütierte bereits 1934 mit dem Roman The Prince Commands. Ihm folgten mindestens einhundert Romane und sieben Erzählungsbände, teils allein aus ihrer Feder, teils in Zusammenarbeit mit einem Dutzend Koautoren, zu denen u. a. Robert Bloch, Marion Zimmer Bradley, Martin H. Greenberg und Julian May gehören. Neben Science-Fiction- und Fantasy-Geschichten schrieb Norton auch Western, Krimis, Spionage- und Piratenabenteuer und historische Romane. Dabei sind die Grenzen zwischen den Genres oft fließend, sodass die Phantastik stets ein wichtiger Bestandteil vieler ihrer Bücher war. Für ihr schriftstellerisches Wirken erhielt Mary Alice Norton viele Literaturpreise, z.B. den Phoenix Award, den Gandalf Master of Fantasy Lifetime Achievement Award, den E. E. Smith Award und den Nebula Grand Master Award. Nortons frühe Werke wie etwa Star Mans Son, 2250 A. D. (1952, dt. 1966 Das große Abenteuer des Mutanten) und Star Rangers (1953, dt. 1956 Weltraumranger greifen an) sind juvenile Abenteuer ohne komplexe Weltentwürfe. Die Helden sind oft edle Wilde mit telepathischen und symbiotischen Fähigkeiten, was sich auch in Titeln wie The Beast Master (1959, dt. 1963 Der Letzte der Navajos) oder The Sioux Space Man (1960, dt. 1960 Die Sklaven von Klor) niederschlägt. Der wohl bekannteste Fantasy-Zyklus Andre Nortons ist aber die Witch World. Die zwischen 1963 und 1980 erschienenen sieben Bände spielen in der Hexenwelt, einem magischen Land jenseits eines Dimensionstors. Es handelt sich um einen totalen Gegenentwurf zur Erde, Zauberei ist hier Alltag, statt einer patriarchalischen Gesellschaft hat man es mit einem Matriarchat zu tun. Die Kolonisten von der Erde müssen sich an für sie sehr ungewohnte Gegebenheiten anpassen. In Fantasywelten fühlte sich Andre Norton zu Hause, sie mochte keine technischen Utopien und auch keine Wissenschaftsthriller. Die düstere Weltsicht, die der SF oft eigen ist, war ihr fremd. Statt Welten in Frage zu stellen oder gar zu vernichten, legte sie gern einen Weichzeichner darüber, ohne freilich alles in bunte Soße zu tunken, wie man es bei der märchenhaften Fantasy leider oft findet. In ihren späteren Werken bekamen die Stoffe mehr Tiefe. Den Ruwenda-Zyklus schrieb sie zusammen mit Marion Zimmer Bradley und Julian May. Wieder hat man es mit einer exotischen Welt zu tun, die indes von finsteren Mächten bedroht wird. Die Erzzauberin Binah hielt lange die Fäden der Macht in der Hand und die Feinde in Schach. Doch nach ihrem Tod droht Ruwenda im Chaos zu versinken. Ein magisches Trio, die Schwestern Haramis, Anigel und Kadiya, müssen ein schweres Erbe antreten und den Frieden des Landes wiederherstellen. Es sind weniger die Personen, die die Storys tragen, sondern vielmehr die Weltentwürfe an sich. Norton malte mit Worten Bilder und verdichtete sie zu Geschichten, die vor allem eines wollen: unterhalten! Den Transport von Botschaften überließ sie anderen. Bis ins hohe Alter war Andre Norton publizistisch aktiv. Auf die 1993 beendeten Abenteuer in Ruwenda (Black Trillium, Golden Trillium) folgten 1994 die Romane Firehand und The Hands of Llyr, 1995 Mirror of Destiny und Tiger Burning Bright (mit Marion Zimmer Bradley und Mercedes Lackey), 1998 The Scent of Magic und 1999 Wind in the Stone. Für 2005 ist Three Hands of Scorpio angekündigt und für 2006 Return to Quag Keep, die Fortsetzung von Quag Keep (1978). Alice Mary Norton starb am 17. März 2005 nach langer Krankheit in ihrem Haus in Murfreesboro/Tennessee an Herzversagen. |
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