Personen-Lexikon

Bill Paxton

Amerikanischer Schauspieler (*1955)

Die Familie | Der Wilde Bill | Der Kleindarsteller | Der Star

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Film
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Name: William Paxton
Alias: Bill Paxton, Wild Bill Paxton, Peter LeTrek
Geboren: 17.5.1955 in Fort Worth/Texas

Die Familie

Die Persönlichkeit des Schauspielers Bill Paxton ist entscheidend durch seinen äußerst ehrgeizigen Vater John Paxton - nicht zu verwechseln mit dem Drehbuchautor John Paxton (1911-1985) - und das Verhältnis zu seinem älteren Bruder Bob Paxton geprägt. Der Vater hatte in den fünfziger Jahren einen Holzhandel in Texas aufgebaut und schon immer von einer Schauspielkarriere geträumt. Seinen Sohn Bill schickte er mit einem Empfehlungschreiben an den Regisseur Howard Hawks und den Produzenten Hal Wallis, die er in den sechziger Jahren beim Golfen in Texas kennengelernt hatte, nach Hollywood. Trotzdem dauerte es viele Jahre, bis sich Bill von ganz unten bis zum Star hinaufgearbeitet hatte. Dann war es Bill, der seinem Vater den späten Einstieg ins Filmgeschäft ermöglichte, und seit Johns Debüt in Brain Dead (USA 1990) standen sie sogar häufiger gemeinsam vor der Kamera. Eine besondere Bewandtnis hat es mit ihrem gemeinsamen Auftritt in Sam Raimis Thriller Ein einfacher Plan (A Simple Plan • USA 1998) nach dem Roman von Scott B. Smith. Zuvor hatte John seinem Sohn den Roman gegeben und ihn gedrängt, sich um die Hauptrolle als Hank Mitchell in der Verfilmung zu bewerben, da der Familienhintergrund der Mitchells sehr viele Parallelen zu den Paxtons aufweist. Ohne daß Bill davon wußte, hatte sich John ebenfalls erfolgreich um eine Rolle in diesem Film beworben. Die Figur des minderbemittelten Jacob - gespielt von Bill Paxtons engem Freund Billy Bob Thornton - spiegelt sehr viel über Bills wirklichen älteren Bruder wider, der stets das Sorgenkind der Familie war und auf tragische Weise am Leben scheiterte. Seit einem schweren Autounfall Mitte der siebziger Jahre ist Bob Paxton fast blind. Die zwei jüngsten Geschwister Steve und Ann scheinen einen verhältnismäßig normales Leben zu führen.


Foto: Buena Vista

Der Wilde Bill

Der junge Bill Paxton drehte schon während seiner Jugend in Texas Kurzfilme mit seinem besten Freund Tom Huckabee. Dabei legte Bill ein besonderes Faible für gewagte Stunts an den Tag, was ihm den Spitznamen »Wild Bill« einbrachte. Angeblich hat er schon mehrere Autos zu Schrott gefahren, darunter auch das seines Vaters.

Nach dem College zog Bill Paxton mit 18 Jahren nach Los Angeles, wo er einen Job als Dekorateur in Roger Cormans Filmfirma New World Pictures übernahm. Seine erste Arbeit war Liebe böse Mama (Big Bad Mama • USA 1974), und in Beach Blanket Bango (1975) wird er unter dem Pseudonym Peter LeTrek gelistet. Kurz darauf gab ihm Regisseur Jonathan Demme in Verrückte Mama (Crazy Mama • USA 1975) außerdem die Gelegenheit zu einem kurzen Auftritt vor der Kamera. Dies war der Ansporn für Bill, für mehrere Jahre nach New York zu gehen und sich bei Stella Adler zum Schauspieler ausbilden zu lassen.

1978 kehrte er nach Kalifornien zurück und schlug sich mit kleineren Jobs durch. Unter anderem parkte er die Autos der Gäste des Beverly Hills Hotel ein. In dieser Zeit litt er immer wieder unter Selbstzweifeln und Depressionen, bis er eine neue Chance als Schauspieler erhielt. Bill war die zweite Besetzung für das Theaterstück The Curse of the Starving Class von Sam Shepard, als eine Woche vor der Premiere der Hauptdarsteller ausfiel, so daß Bill nun auf die Bühne mußte.

1979 traf er eine alte Freundin aus Texas wieder, die er fünf Jahre nicht gesehen hatte, und machte ihr kurz darauf einen Heiratsantrag. Die Ehe hielt jedoch nur knapp drei Jahre, weil sie es leid war, auf die Verwirklichung seiner Hollywood-Träume zu warten.

Der Kleindarsteller

Nach einer kleinen Rolle in Ich glaub’, mich knutscht ein Elch (Stripes • USA 1981) von Ivan Reitman spielte er regelmäßig in Billigfilmen und produzierte eigene Kurzfilme wie Fish Heads (USA 1982), der in der Comedy-Show Saturday Night Live (USA 1975-) ausgestrahlt wurde. In Frank Roddams The Lords of Discipline (1983) wurde er erstmals namentlich erwähnt, allerdings als »Wild Bill Paxton«. Während der Dreharbeiten in London lernte er die damals 17jährige Louise Newbury kennen, die einige Zeit später seine zweite Frau wurde.

Seine Rolle als Anführer einer Punkgang in Terminator (The Terminator • USA 1984) war der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit Regisseur James Cameron. Nachdem er den Part des Private Hudson in Camerons Aliens (Aliens - Die Rückkehr • USA 1986) gespielt hatte, fiel Bill wieder in ein tiefes Loch und sah für sich keine Zukunft als Schauspieler mehr. Er beschloß, in die Fremdenlegion zu gehen, ließ sich jedoch von der zweijährigen Wartezeit abschrecken.

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Der Star

In der Zwischenzeit widmete er sich außerdem immer wieder der Rockmusik, die seine zweite Leidenschaft geworden war. Bill war Mitglied der Band Martini Ranch, deren Videoclip zum Song »Reach« von James Cameron inszeniert wurde. Nach weiteren Filmrollen als Vampir Severen in Kathryn Bigelows Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis (Near Dark • USA 1987) und vielen anderen gelang ihm mit der Hauptrolle in One False Move (One False Move • USA 1991) von Carl Franklin endlich der Durchbruch als Leinwandstar. Nun ging es kontinuierlich bergauf, und mit seinen Filmen wie Tombstone (Tombstone • USA 1993), True Lies (True Lies • USA 1994), Apollo 13 (Apollo 13 • USA 1995) oder Twister (Twister • USA 1996) etablierte er sich schließlich in der Hollywood-Oberliga. Weitere Rollen hatte er als Forschungsleiter Brock Lovett in Camerons Titanic (Titanic • USA 1997), trat für Traveller (Traveller • USA 1997) erstmals auch als Produzent auf und spielte den Zoologen Gregg O’Hara in Mein großer Freund Joe (Mighty Joe Young • USA 1998).

Bill Paxton ist immer noch mit Louise Newbury verheiratet und hat mit ihr inzwischen zwei Kinder, James (*1994) und Lydia (*1997).

Bernhard Kempen

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