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Personen-Lexikon

Fay Wray

Kanadische Schauspielerin (1907-2004)

Das Mädchen aus Alberta | Die weiße Frau | Die Scream Queen | Die Autorin

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Film
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Name: Vina Fay Wray
Alias: Fay Wray
Geboren: 15.9.1907 in Cardston/Alberta/Kanada
Gestorben: 8.8.2004 in New York

Das Mädchen aus Alberta

Fay wurde als eins von sechs Kindern eines Ranchers aus der kanadischen Provinz Alberta geboren. Einige Jahre später zog die Familie in die USA, zunächst nach Arizona, dann nach Kalifornien, wo sich die Eltern scheiden ließen. Fay besuchte in Los Angeles die Hollywood High School und trat als Jugendliche in einem Laienspiel auf. Bereits mit 16 Jahren spielte sie Statistenrollen in verschiedenen Filmen für Hal Roach und die Universal. Ihre erste richtige Rolle erhielt sie in Gasoline Love (USA 1923). Doch erst nach ihrem Auftritt in The Coast Patrol (USA 1925) wurde man auf sie aufmerksam. Nach einigen weiteren Filmen wurde sie neben Janet Gaynor und Mary Astor in die Liste der 13 erfolgversprechendsten Nachwuchsschauspielerinnen aufgenommen, die 1927 von der Western Association of Motion Pictures zusammengestellt wurde. Ihren großen Durchbruch hatte sie mit der Hauptrolle als Mitzi Schrammell in Erich von Stroheims Kassenschlager Hochzeitsmarsch (The Wedding March • USA 1928).

Die weiße Frau

Fay Wrays Karriere setzte sich auch in der beginnenden Tonfilmzeit fort. Bereits 1929 wurde sie erstmals von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack für ihren Film The Four Feathers (USA 1929) engagiert. Nach einer weiteren Rolle in Graf Zaroff - Genie des Bösen (The Most Dangerous Game • USA 1932) versprachen ihr die zwei Produzenten, im nächsten Film würde sie »den dunkelsten und größten männlichen Hauptdarsteller Hollywoods an ihrer Seite haben«. Mit ihrer Rolle als Ann Darrow in King Kong und die weiße Frau (King Kong • USA 1933) schrieb Fay Wray Filmgeschichte. Obwohl sie als »weiße Frau« ihr Image der hellhäutigen und blauäugigen Blondine prägte, hatte sie in Wirklichkeit braunes Haar, wie in allen ihren anderen Filmen zu sehen ist.

Als Regisseur Peter Jackson sein Remake King Kong (2005) vorbereitete, konnte ein Gespräch zwischen Fays Nachfolgerin Naomi Watts vermittelt werden. Fay Wray war sogar für einen Gastauftritt in der Neuverfilmung vorgesehen, doch dann verstarb sie kurz vor Beginn der Dreharbeiten am 8. August 2004 im Alter von fast 97 Jahren.

Die Scream Queen

In dieser Zeit drehte sie bis zu elf Filme pro Jahr, doch schon kurz darauf begann ihr Stern allmählich zu sinken. Mitte der dreißiger Jahre hatte sie es satt, immer nur die »Scream Queen« in billigen Horrorfilmen zu spielen, und flüchtete vorübergehend nach England, wo sie wieder nur ängstliche Frauen spielen durfte. Außerdem gab es in dieser Zeit private Schwierigkeiten mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller und Drehbuchautor John Monk Saunders, den sie 1928 geheiratet hatte. 1939 wurde das Paar geschieden, und ein Jahr später beging Saunders nach einer langen Alkoholkarriere Selbstmord.

1942 heiratete sie den Drehbuchautor Robert Riskin. Als dieser einen Schlaganfall erlitt, zog sie sich nach ihrem Auftritt in Not a Ladies’ Man (USA 1942) für mehr als ein Jahrzehnt aus dem Filmgeschäft zurück, um ihn zu pflegen, bis er 1955 starb.

In den fünfziger Jahren versuchte Fay Wray ein Comeback mit Filmen wie Im Reich des goldenen Condor (Treasure of the Golden Condor • USA 1953) oder Das war Mord, Mr. Doyle (Crime of Passion • USA 1955), kam aber nicht mehr über unbedeutende Nebenrollen hinaus. Ein letztes Mal war sie in der Fernsehproduktion Gideons Paukenschlag (Gideon's Trumpet • USA 1980) zu sehen. Fay Wray hat später ein drittes Mal geheiratet - den Arzt Dr. Sanford Rothenberg. Sie lebt in Los Angeles und trat mit über 90 Jahren noch einmal zum 70jährigen Jubiläum der Oscar-Preisverleihung auf.

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Die Autorin

Fay Wray wurde mit ihrer Rolle in King Kong zur Kultfigur, schaffte aber nie den Sprung zum wahren großen Hollywood-Star, obwohl sie alle Voraussetzungen dazu hatte. Ihr Image als »Sream Queen« täuscht darüber hinweg, daß sie außerdem eine recht begabte Musikerin und Autorin war. Neben ihrer Autobiographie On The Other Hand (1988) schrieb sie das - ebenfalls autobiographische - Theaterstück The Meadowlark, das von ihrer Tochter Susan Riskin in Tamworth/New Hampshire uraufgeführt wurde.

Bernhard Kempen

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