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| Frank Böhmert wurde 1962 in
Berlin-Kreuzberg geboren und ist noch heute eine echte Großstadtpflanze. Er lernte mit
fünf Jahren lesen, mit Hilfe seines damaligen Lieblingsbuches, das sein Vater ihm immer
wieder vorlesen musste. Autor und Titel weiß er längst nicht mehr, aber es handelte von
Spielzeugen, die lebendig werden, wenn alle Kinder schlafen. Ein spätes Echo darauf
stellt sein erster Roman Der
Elefant auf dem Dach dar, den er an seinem dreißigsten Geburtstag beendete, für
den er aber erst neun Jahre später einen Verleger fand. In diesem »Kinderbuch nur für
Erwachsene« werden Stofftiere immer dann lebendig, wenn sie niemand wahrnimmt. Er erzählte schon als Kind gern Geschichten, am liebsten welche von der blutrünstigen Sorte. Mit fünfzehn schrieb er auf der Reiseschreibmaschine seines Vaters seine ersten zwei »richtigen« Geschichten und verkaufte sie an ein kurzlebiges SF-Magazin namens NOVA 2001. Mit siebzehn brach er das Abitur ab, um »das Leben kennen zu lernen« und Schriftsteller zu werden. Ungefähr zu der Zeit hatte er die Schreibmaschine seines Vaters auch schrottreif getippt. Er machte eine Verwaltungsausbildung beim Arbeitsamt und verdiente sich sein Geld als Antragsbearbeiter, Datentypist, Lagerarbeiter, Schmuckverkäufer und Buchhalter, größtenteils nach dem Motto: »Keinen Job länger als drei Monate!« Parallel dazu schrieb er an die hundert Kurzgeschichten, die in den 1980er Jahren in fast allen namhaften Fanzines, aber auch in Literaturzeitschriften und Anthologien erschienen sowie im Rundfunk ausgestrahlt wurden. Eine seiner beliebtesten Geschichten, »Harry will Walross werden«, wurde vom heutigen Bundesfilmpreisträger Damir Lukacevic verfilmt und im Dritten Programm des SFB ausgestrahlt. Mitte der 1990er Jahre erhielt Böhmert einige Stipendien, darunter das Autorenstipendium für Kinder- und Jugendliteratur der Stiftung Preußische Seehandlung, Berlin. Außerdem geriet er mehr oder weniger zufällig in ein Krimi-Übersetzerseminar der Bertelsmann Stiftung. Seitdem hat er fleißig Bücher ins Deutsche gebracht - kaum einmal einen Krimi, dafür eine Handvoll Fantasyromane, eine Biografie des Modeschöpfers Yves Saint Laurent sowie einiges an junger amerikanischer Literatur. In letzter Zeit hat er sich auch als Spezialist für verrückte Kinderbücher einen Namen gemacht, zum Beispiel mit der Übersetzung von Herbie Brennans Zartog aus dem All und Debi Glioris Voll fies verzaubert. Parallel dazu erschienen, nachdem er seinen misslungenen zweiten Roman eines schönen Wintermorgens zum Anheizen des Ofens benutzt hat, lediglich eine Handvoll eigener Kurzgeschichten in Anthologien bei dtv junior. Seit 2002 widmet er sich wieder mehr dem Schreiben. Als erste Frucht erschien im Februar 2003 bei Heyne der Roman Die Sternenhorcher, sein erster Beitrag zum Kosmos der Perry-Rhodan-Serie. Auf die Frage, ob er sich als Science Fiction-Autor begreift, antwortete er in einem Interview:
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![]() Foto: Siegfried Breuer |