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Alien Contact Personen-Lexikon |
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| Orson Scott Card wurde am 24. August 1951 in Richland/Washington geboren und
wuchs als Kind einer Mormonenfamilie in Kalifornien und Arizona auf. 1967 zogen die Cards
nach Utah, wo Orson an der Brigham Young University und der University of Utah studierte.
1971 ging er für zwei Jahre als unbezahlter Missionar nach Brasilien, wo er vor allem in
Ribeirão Prêto tätig war. Nach seiner Rückkehr in die USA schloss Card seine Theaterausbildung ab, schrieb erste Dramen und Musicals und arbeitete von 1973 bis 1975 als Theateragent und Dramaturg für das Utah Valley Repertory Theatre, ein Freilichttheater. Nachdem er bereits eine Studentenzeitung als Redakteur betreut hatte, fand er anschließend eine neue Tätigkeit in der Redaktion von THE ENSIGN, dem offiziellen Magazin der Mormonen. Daneben begann er als Lehrer in der Erwachsenenbildung zu arbeiten, eine Tätigkeit, die er auch in den Folgejahren immer wieder gerne aufgriff, später vor allem in Form von Creative-Writing-Klassen. In THE ENSIGN veröffentlichte er im Juli 1977 auch seine erste Story unter dem Titel »Gert Fram«. Nachdem sein erster Schreibversuch auf dem Gebiet der Science Fiction, die Kurzgeschichte »Tinker«, mehrfach abgelehnt worden war, schickte Card 1977 »Enders Game« (dt. »Enders Spiel«) an Ben Bova, den Herausgeber des SF-Magazins ANALOG. Die Kurzgeschichte um ein Wunderkind, das »spielerisch« einen interstellaren Krieg gewinnt, wurde noch in der August-Ausgabe veröffentlicht und erregte sofort großes Aufsehen. Weitere Stories folgten, und bereits ein Jahr später erhielt Card den John W. Campbell Award als bester Nachwuchsautor. Im Frühjahr 1978 erschienen seine ersten Bücher, das Kinderbuch Listen, Mom and Dad und die SF-Kurzgeschichtensammlung Capitol, und im folgenden Jahr der Roman Hot Sleep (dt. Heißer Schlaf), den er später zusammen mit Capitol zur Worthing Saga zusammenfasste. Das Manuskript für Hot Sleep stellte er bereits 1977 fertig - übrigens genau einen Tag vor seiner Hochzeit mit Kristine Allen, was dazu führte daß er sich zur Trauungszeremonie um einige Minuten verspätete, weil er noch das Paket zur Post bringen mußte. Die Familie zog in den ersten Jahren häufiger um und ließ sich schließlich in Greensboro/North Carolina. Bald erhielten die Cards Zuwachs durch die Kinder Michael Geoffrey, Emily Janice, Charles Benjamin und Zina Margaret. Ihr fünftes Kind, Erin Louisa Card, kam am 16. März 1997 zur Welt und wurde nur sieben Stunden alt. Wenig später starb Charlie Ben mit 17 Jahren an zerebraler Lähmung. Bereits Anfang 1978 - noch bevor sein erstes Buch in den Handel gekommen war - machte Card sich als Schriftsteller selbstständig. 1980 schaffte er mit Songmaster (dt. Meistersänger) den Durchbruch als ernstzunehmender SF-Autor. In den folgenden Jahren brachte Orson Scott Card zahlreiche und sehr unterschiedliche Bücher - häufig auch in Neufassungen - heraus. Die SF-Romane und -Storysammlungen, die den größten Anteil stellen, wurden vor allem in den achtziger Jahren mit Preisen und Auszeichnungen überschüttet. Viele seiner Titel gehören zu Serien und Zyklen, die nicht immer in chronologischer Reihenfolge erschienen. Am bekanntesten ist seine vierbändige Ender-Saga (1985-96), die auf seinem SF-Story-Debüt basiert und mittlerweile um den Shadow-Zyklus (1999-) erweitert wurde, der die Geschichte aus verschiedenen parallelen Perspektiven weitererzählt. Cards Alvin-Maker-Zyklus (1987-) spielt in einem alternativen Amerika der Pionierzeit, und die Homecoming-Saga (1992-95) erzählt das Buch Mormon in einem Science-Fiction-Ambiente nach. Bemerkenswerte Einzelromane - von denen leider nicht alle ins Deutsche übersetzt wurden - sind A Planet Called Treason (1979, dt. Der Spender-Planet), The Folk of the Fringe (1989), die Romanfassung des James-Cameron-Films The Abyss (1989, dt. Abyss. In der Tiefe des Meeres) und Pastwatch: The Redemption of Christopher Columbus (1996). Neben seiner Karriere als SF-Autor arbeitete Card als Theaterautor weiter, auch wenn seine Stücke hauptsächlich für ein Mormonenpublikum geschrieben und kaum außerhalb von Utah aufgeführt wurden. 1987 erschien das Tonband The Secular Humanist Revival Meeting: »Brother Orson« Preaching, ein Mitschnitt seiner religiösen Vorträge über den »Säkularen Humanismus«, die er hauptsächlich auf SF-Cons abhielt. Ein großer Erfolg wurde sein historischer Roman A Woman of Destiny (1984), später unter dem Titel Saints neu aufgelegt, der das Leben der Mormonin Dinah Kirkham schildert. Außerdem schrieb er die dreibändige Serie Women of Genesis (2000-04), in der das Leben der Frauen der alttestamentarischen Propheten geschildert wird. Daneben veröffentlichte Card Horrorromane, Ratgeber für Schriftsteller, eine Sportbiographie, einen Gedichtband und zahllose Artikel. So schrieb er für die Computerspiel-Kolumne des Magazins Ahoy! und betreute die Rubrik »Books to Look for« in THE MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION. Hinzu kommen Drehbücher für Hör- und Videospiele und die Texte für die Marvel-Comicserie Ultimate Iron Man. Neben seiner Tätigkeit als Dozent für Literatur an der Southern Virginia University nimmt er auf der Seite »The Ornery American« als Blog-Journalist zu Themen aus Kultur und Politik Stellung. Weitere Informationen finden sich auf Orson Scott Cards sehr informativer Homepage »Hatrack River«, wo er unter anderem seine Manuskripte vor der Veröffentlichung zur Diskussion stellt. |
![]() Foto: Siegfried Breuer |
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