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| HAND, ELIZABETH
(1957- ) US-amerikanische Schriftstellerin, die ihre erste einschlägige Arbeit 1988 mit
»Prince of Flowers« in Twilight Zone Magazine veröffentlichte. Ihre
Winterlong-Serie - Winterlong (1990), Aestival Tide (1992) und Icarus
Descending (1993) - ist von der zugrundeliegenden Struktur her SF, vom Timbre her
jedoch Fantasy. Die Stimmung einer sterbenden Erde und der Erzählrhythmus lassen das
Gefühl aufkommen, daß ihre Geschichte - die tatsächlich im Osten der USA spielt, der
von einer Vielzahl verheerender Ereignisse heimgesucht wurde - auf dem Schauplatz einer
Planetary Romance stattfindet. So war es keine Überraschung, daß Elizabeth Hands erster abgeschlossener Roman Die Mondgöttin erwacht (Waking the Moon 1994) Fantasy sein würde. Die lange Geschichte beginnt als zeitgenössische Fantasy um 1970 in Washington, DC.; die Protagonistin schreibt sich an der »Universität der Erzengel und des Heiligen Jonannes« ein, die von den Benandanti - einer historischen Gesellschaft - geleitet wird, die sich als heimliche Herren der Welt entpuppen und deren Ziel es ist, das Wiedererwachen der Göttin und die Rückkehr ihrer matriarchalen Herrschaft zu verhindern. Wie bei vielen ernsthaften Geschichten um heimliche Herren ist das Hauptthema von Die Mondgöttin erwacht der Stoff, aus dem die Welt an sich besteht; nach der Hälfte verwandelt sich die Geschichte in eine ausgewachsene Wiedereinsetzungs-Fantasy (oder steht kurz davor), als es unabwendbar scheint, daß die Göttin, dem Mond immanent, in Kürze aus ihrer Gefangenschaft erwacht. Sollte sie erwachen, wäre es eine neue Welt, doch sie erwacht nicht, und der Roman wird zur Literatur des Übernatürlichen; die Protagonistin (und alle Menschen auf Erden) werden von den aufdringlichen Verlockungen der immer noch gebannten Göttin bedroht, während sie mit Hilfe ihrer Gefolgsleute und Avatare Pläne schmiedet, um das Ende der männlichen Herrschaft herbeizuführen. Das Buch schließt, fast pflichtbewußt, mit einer für die Literatur des Übernatürlichen typischen Szene - der Tempel des Bösen (Washington) wird zu Fall gebracht. Elizabeth Hands frohgemuter Schwung ist durchgängig offensichtlich, auch wenn der Lauf der Geschichte in mehr Richtungen weist, als sie verfolgen kann. Für ihre Novelle »Last Summer on Mars Hill« (1994) erhielt sie 1995 einen World Fantasy Award. Ihre nächsten Werke werden mit großer Spannung erwartet. John
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