| Werner Illing wurde am 12. Februar 1895 in Chemnitz geboren; er besuchte das
dortige Realgymnasium, wo er das Abitur ablegte. Nach dem Abitur 1914 zog er in den Krieg,
aus dem er am 26. November 1918 als Leutnant zurückkehrte. Er diente als Funker bei den
Fliegern. Der Tod seines Vaters bewog Illing 1922, ein Studium der Medizin und Germanistik
in Leipzig und Graz abzubrechen, um den elterlichen Betrieb, eine Marmor-, Granit- und
Baumaterialienhandlung, weiterzuführen. Sein Interesse galt jedoch dem Theater und der
Literatur, er schrieb Literatur-, Theater- und Musikkritiken für die CHEMNITZER
VOLKSSTIMME, 1921 erschien in der Chemnitzer Gesellschaft der
Bücherfreunde sein erstes Buch, der Sammelband Vor Tag, der Gedichte und
Erzählungen enthält. Illing arbeitete besonders an der Chemnitzer Volksbühne in
Verbindung mit Mary Wigman mit, wo er Mitglied im künstlerischen Ausschuß und der
Verwaltung war. Seit 1924 ist sein Name mit dem Aufbau und der Leitung des Sprech- und
Bewegungschores verbunden. 1925 wurde die von Illing verfasste und einstudierte
Sprechchorballade Aufbruch des Geistes in Magdeburg aufgeführt und fand
Beachtung im ganzen Land. Im selben Jahr gab er den Geschäftsführerposten in der Firma
auf und wurde freier Mitarbeiter der VOSSISCHEN ZEITUNG,
für die er 1928/29 als Auslandskorrespondent in der Provence und in Paris lebte. Seit
1927 war er Mitarbeiter der Mitteldeutschen Rundfunk AG in Leipzig, und 1929 ging er als
Sendeleiter für Musik und Unterhaltung zum Deutschlandfunk Berlin. Für Ullstein
übersetzte er sechs Kriminalromane von Ellery Queen: Schön ist ein Zylinderhut
(1931), Das gerissene Schuhband (1932), Besuch in der Nacht (1935), Frauen
um John Marco (1936), Die Dame mit dem Schleier (1937) und Besuch am
letzten Tag (1938); sein Roman Utopolis
wurde von Ullstein jedoch abgelehnt. 1939-1945 leistete Illing Kriegsdienst, um nicht in
die Kulturpropaganda eingespannt zu werden. Nach dem Krieg lebte er im Raum Stuttgart, von
1958 bis zu seinem Tode in Esslingen, wo er am 14. Juni 1979 starb. Ab 1949 war er als
freier Mitarbeiter für den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart tätig. Illing schrieb
mehrere Romane, Filmdrehbücher, Texte für Musicals und Lustspiele sowie Kurzgeschichten.
Er war Mitglied des deutschen PEN-Clubs, Präsident der Bundesvereinigung der deutschen
Schriftstellerverbände sowie Vorsitzender des Süddeutschen Schriftstellerverbandes. 1966
wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
Dr. Joachim Ruf & Franz Rottensteiner |
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Bibliographie
- Vor Tag. Chemnitz: Gesellschaft für Bücherfreunde 1921 144 S. (Chemnitzer
Drucke [1]). 500 nummerierte Exemplare.
- Aufbruch des Geistes. Chorisches Weihespiel. Chemnitz: Chemnitzer Volksbühne
(1924) 32 S.
- Pentagramm im ewigen Umkreis: [Diese 5 bisher unveröffentl. Gedichte ...
wurden ... den Mitgliedern der Gesellschaft der Bücherfreunde zu Chemnitz bei d. Festmahl
zur 6. Jahrestagung / gewidmet von Werner Illing; Leo Münz. Chemnitz: Gesellschaft für
Bücherfreunde [1927] 10 S. 100 nummerierte Exemplare.
- Utopolis.
Roman: Berlin: Verlag Der Bücherkreis 1930 247 S.
Taschenbuchausgabe: Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1974 159 S. (= Fischer
Orbit 37)
Ergänte Neuausgabe: Berlin: Shayol Verlag 2005 278 S. 
- Der blaue Stern. Roman. Berlin: Ullstein 1931 310 S.
- Don Perico: Der Herr der zinnernen Berge. Roman. Lübeck: Antäus-Verlag [1936]
320 S.
- Die grosse Flut: Eine dramat. Begebenheit. Berlin[-Grunewald]: Kiepenheuer
[1947] 65 manschinschr. Seiten, unverkäufliches Bühnen-Manuskript
- Zirkus Bertolin. Roman. Berlin: Wedding-Verlag 1948 223 S.
- Madame Reignier. Roman. Berlin: Verlag des Druckhauses Tempelhof 1949 149 S.
Taschenbuchausgabe: Hamburg: Deutscher Literatur-Verlag 1987 147 S. (DLV Taschenbuch 220)
- Das Spiel der Könige. Erzählungen. Berlin: Wedding-Verlag 1949 214 S.
- Pariser Equipagen-Corso: Eine Kutschfahrt aus em. 18. ins 19. Jahrhundert. Mit
10 farbigen Bildtafeln nach kolorierten Kupferstichen des 19. Jahrhunderts beschrieben und
mit Nebenbemerkungen versehen. Stuttgart: Schuler 1962 53 S.
- Die großen Entdeckungen. Esslingen (am Neckar), München: Junior International
[1974] 98 S. [Kreuzworträtsel der Geschichte, Der Kampf um Nordpol und Südpol
und Entdeckungsreisen ins Ungewisse in einem Band]
- Kreuzworträtsel der Geschichte. Esslingen (am Neckar), München: Junior
International [1974] 30 S.
- Der Kampf um Nordpol und Südpol. Esslingen (am Neckar), München: Junior
International [1974] 32 S.
- Entdeckungsreisen ins Ungewisse. Esslingen (am Neckar), München: Junior
International [1974] 30 S.
- Tanz zwischen Dämmerung und Nacht. Roman. Düsseldorf: Claassen 1974 266 S.
Taschenbuchausgabe: Bergisch Gladbach: Lübbe 1977 220 S. (= Palette 14046)
- Das Gewesene ordnet sich zum Sinn. Aus Leben und Werk von Werner Illing.
Auswahl und Zusammenstellung von Joachim Ruf. Sandhausen bei Heidelberg: Verlag des
Antiquariats Pflaum 1986 80 S.
- Die Gesänge des alten Indianers vor Sonnenaufgang auf der Prärie. Hrsg. von
Joachim Ruf. Zürich: Pendo-Verlag 1987 95 S.
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Filmdrehbücher
- Das Lied der Wüste (1939) [Walter von Hollander und Paul Martin nach einem
Bericht von Werner Illing, Musik: Nico Dostal, Hauptdarstellerin: Zarah Leander]
- Der Herr vom anderen Stern (1948; Musik: Werner Egk, Hauptdarsteller: Heinz
Rühmann)
- Unser Mittwochabend (1948, auch Regie)
- Martina (1949)
- Die Mitternachts-Venus (1951, Hauptdarsteller: Theo Lingen)
- Im Garten Buddhas (1956)
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