Personen-Lexikon

Walter Moers

Deutscher Comic-Zeichner (*1957)

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Name: Walter Moers
Geboren: 1957 in Mönchengladbach
Er ist der geistige Vater eines Kleinen Arschlochs, eines Alten Sacks und von Adolf, der Nazisau. Und von Käpt'n Blaubär, den Walter Moers im Jahre 1988 aus der (Äquator-)Taufe hob. Seine Geschichten Käpt'n Blaubärs Seemannsgarn waren so beliebt, daß das Fernsehen den flunkernden Seebären schnell für sich entdeckte: Zunächst wurden 13 Episoden des Seemannsgarns für das Sandmännchen des Hessischen Rundfunks als Puppen- und Legetrickfilme produziert. Seit Herbst 1991 gehören die Abenteuer von Käpt'n Blaubär zum festen Programm der Sendung mit der Maus. Zwei Jahre später bekamen der Seebär und sein döspaddeliger Leichtmatrose ihre eigene Show: Der Käpt'n Blaubär Club ging auf Sendung.

Am Anfang seiner beruflichen Karriere ahnte Walter Moers von alldem freilich noch nichts. Nach verschiedenen Jobs - unter anderem bei der Rheinarmee und an der Flaschenkontrolle einer Brauerei - nahm er sich vor, aus seiner Leidenschaft für gezeichnete Geschichten Kapital zu schlagen. 1985 veröffentlichte er sein erstes Buch im Eichborn Verlag: AHA war der erste gedruckte Beweis des einzigartigen Humors und des prägnanten Zeichenstils von Walter Moers. Im gleichen Jahr erschienen auch seine Geschichten um »Professor Schimauski« in der Kinderzeitschrift »Bunter Hund«, die später in Buchform herauskamen und auch für das Sandmännchen des SFB adaptiert wurden.

Für Aufsehen in der deutschen Cartoon-Szene sorgte Walter Moers' legendäres Kleines Arschloch, dessen erster Band 1990 ebenfalls im Eichborn Verlag veröffentlicht wurde. Die literarisch-humoristische Lebenshilfe Schöner Leben mit dem Kleinen Arschloch wurde der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften zweimal erfolglos zur Indizierung vorgelegt.

Im Laufe seiner Karriere wurde der Wahl-Hamburger Walter Moers mit zahlreichen Preisen für seine Arbeit ausgezeichnet. Allein für Käpt'n Blaubär erhielt er den Adolf-Grimme-Preis, den »Goldenen Spatz von Gera« und den »Telix« der Fernsehzeitschrift GONG. Für das Kleine Arschloch wurde er 1990 mit dem RAAH-Kritikerpreis und mit dem »Max und Moritz«-Preis der Stadt Erlangen zum Besten Comic-Künstler des Jahres ausgezeichnet.

Walter Moers betätigt sich längst nicht mehr nur als Comiczeichner. Für Kleines Arschloch - Der Film (D • 1997) schrieb er das Drehbuch und die Songtexte. Vorher war der kleine, tabubrechende Rüpel Gegenstand einer Ausstellung: Im Hamburger Erotic-Art-Museum zeigte Moers 1994 Bilder und Skulpturen unter dem Motto »Arschloch in Öl«. Auch als Schriftsteller hat sich Moers mittlerweile etabliert: Er schrieb 1999 den Roman Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär und das Drehbuch zu Käpt'n Blaubär - Der Film (D 1999). Es folgten Ensel und Krete (2000), Wilde Reise durch die Nacht (2001) und Rumo & Die Wunder im Dunkeln (2003).

• Quelle: Senator Film


Foto: Senator Film
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Vom Tagtraum zum Traumbuch - Walter Moers über seine Arbeit an Wilde Reise durch die Nacht
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