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Personen Film |
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| Name: Willis Harold O'Brien Alias: Willis O'Brien Geboren: 1886 in Oakland Gestorben: 8.11.1962 |
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AnfängeDer Abkömmling irischer Vorfahren führte bereits als Jugendlicher ein unstetes Leben. Doch schon früh machte sich sein Interesse für Dinosaurier bemerkbar, als er neben vielen anderen Tätigkeiten auch einmal als Führer einer wissenschaftlichen Expedition der University of Southern California arbeitete, die im Gebiet des Crater Lake nach Fossilien suchte. Dann wollte er Boxer werden, gab diesen Berufswunsch allerdings nach seinem ersten K. O. auf. Er arbeitete als Cartoon-Zeichner für die Zeitung San Francisco Daily World und baute einige Modelle für die Weltausstellung des Jahres 1915 in San Francisco. Als er eines Tages gemeinsam mit einem Freund einen Boxkampf mit Tonfiguren durchspielte, kam er auf die Idee der Stop Motion. Bereits in seinem ersten einminütigen Testfilm traten ein Brontosaurus und ein Neandertaler auf. Dabei handelte es sich um Figuren aus Ton, die über einem beweglichen Holzrahmen modelliert waren. Vor einem urzeitlichen Hintergrund wurden sie jeweils ein winziges Stück verändert und Bild für Bild mit einer Filmkamera fotografiert. In normaler Geschwindigkeit vorgeführt erweckte der Film dann die Illusion beweglicher Figuren. |
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Frühe TrickfilmeEin Jahr später konnte er dann für den Produzenten Herman Wobber seine erste Auftragsarbeit fertigstellen, die urzeitliche Liebesgeschichte The Dinosaur and the Missing Link (1915), die ein Jahr später in den Verleih der Edison Company aufgenommen wurde. Ab 1916 produzierte O'Brien zunächst in San Francisco, dann in New York mehrere Trickfilme von ca. fünf Minuten Länge für Edison. Der erste war Birth of a Flivver, im Jahr 1917 folgten neben anderen die Urzeitkomödien Morpheus Mike, R. F. D., 10,000 B. C., Prehistoric Poultry und Curious Pets of Our Ancestors. Die Firma Mannikin Films wurde gegründet und O'Brien als Präsident eingesetzt. Als die Edison Company verkauft wurde und auch eine geplante Reihe populärwissenschaftlicher Filme über ausgestorbene Tiere nicht mehr realisiert werden konnte, die O'Brien in Zusammenarbeit mit dem Paläontologen Barnum Brown drehen sollte, verließ er die Firma Ende 1917. Dann lernte er den Produzenten Herbert M. Dawley kennen, der bereits selbst mit Stop-Motion-Trickfilmen experimentiert hatte. Für Dawley realisierte O'Brien 1918 The Ghost of Slumber Mountain, mit 17 Minuten Spielzeit seinen ersten längeren Film. Als er 1919 ins Kino kam, erwies er sich als Kassenschlager, so daß Dawley im folgenden Jahr einige Szenen aus The Ghost für einen neuen Film mit dem Titel Along the Moonbeam Trail verwendete. |
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Die verlorene Welt»OBie«, wie er inzwischen genannt wurde, war nun in einer Position, sich an ein ehrgeizigeres Projekt heranzuwagen. Er gewann die Firma First National Pictures für eine Verfilmung des 1912 veröffentlichten Romans Die verlorene Welt (The Lost World) von Arthur Conan Doyle, in dem eine Expedition unter der Führung von Professor Challenger im südamerikanischen Dschungel ein Hochplateau entdeckt, auf dem sich bis heute vorzeitliches Leben gehalten hat. Durch die sorgfältige Planung der Trickaufnahmen und die zahlreichen technischen Neuerungen wurde Die verlorene Welt (The Lost World USA 1925) zu einem wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Dinosaurierfilms - und des Trickfilms allgemein. |
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![]() Die verlorene Welt (The Lost World USA 1925) |
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ProjekteIn den nächsten Jahren arbeitete O'Brien an mehreren Projekten, die kaum über das Planungsstadium hinauskamen. So ging es mit Atlantis, einem Film, in dem viele Monster auftreten sollten, und auch mit einer Frankenstein-Verfilmung. In diesen Jahren konzentrierte sich die Filmindustrie ganz auf die neuen Möglichkeiten des Tonfilms, so daß sich niemand für O'Briens visuell orientierte Arbeit interessierte. In den Jahren 1938 bis 1940 entwickelten Harry Hoyt und Walter Lantz seine Atlantis-Idee unter dem Titel Lost Atlantis weiter, doch auch dieses Projekt wurde nie verwirklicht. 1929 verließ O'Brien die Filmfirma First National und wechselte zu RKO. Dort bereitete er einen Film vor, der ebenfalls nie fertiggestellt werden sollte, dessen Entwicklungsarbeit aber eine wesentliche Voraussetzung für King Kong werden sollte. Dieser Film mit dem Arbeitstitel Creation, von dem unter der Regie von O'Brien und Harry Hoyt in den Jahren 1930-31 insgesamt 52 Minuten Filmmaterial fertiggestellt wurden, ist im Grunde kaum mehr als eine Tonfilm-Neuauflage von Die verlorene Welt. Nachdem der Produzent William LeBaron, der Creation finanziert hatte, zu Paramount gewechselt war, weil man bei RKO seine Ideen als zu teuer ansah, versuchte sein Nachfolger David O. Selznick die desolate Filmfirma zu sanieren. Er holte den Regisseur Merian C. Cooper, der sein Urteil über alle laufenden Projekte des Studios abgeben sollte. Als Cooper die fertigen Szenen aus Creation sah, riet er Selznick, die Arbeiten einzustellen, doch gleichzeitig erkannte er darin eine Möglichkeit, seinen gemeinsam mit Ernest B. Schoedsack geplanten Film über einen Riesengorilla zu realisieren, den er ursprünglich mit echten Komodo-Waranen als Dinosaurier-Darsteller hatte drehen wollen. So begannen die Arbeiten zum Filmklassiker King Kong, die zunächst unter dem Titel The Beast firmierten. |
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King KongFür diesen Film konnte O'Brien die von ihm entwickelte Tricktechnik der Stop Motion weiter verfeinern, so daß King Kong und die weiße Frau (King Kong USA 1933) ohne jeden Zweifel sein Meisterwerk wurde, das einen nachhaltigen Einfluß auf viele Trickfilmer wie Ray Harryhausen und andere ausübte. Übrigens gibt es im Film einen kleinen Gag, der deutlich auf O'Briens Vorliebe für den Boxsport verweist, als der Riesenaffe sich mit Faustschlägen gegen den Tyrannosaurus zur Wehr setzt. Wer O'Brien persönlich kannte, soll angeblich jede Handlung und jede Geste an der Figur des King Kong wiedererkannt haben. Noch im selben Jahr drehte Ernest B. Schoedsack die direkte Fortsetzung der Geschichte unter dem Titel Son of Kong (USA 1933). O'Brien war zwar wieder für die Spezialeffekte verantwortlich, die meisten Animationen wurden jedoch von seinem Assistenten E. B. Gibson durchgeführt. Damit wollte O'Brien dagegen protestieren, daß für diesen Film nur ein Drittel des Budgets von King Kong genehmigt worden war. Denn obwohl O'Brien inzwischen für seine sorgfältige Arbeit bekannt war, wollten die Studiochefs verhindern, daß er wieder einmal den Zeitplan und die Finanzen der Produktion überstrapazierte. |
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Schwere ZeitenIn den folgenden Jahren kamen eine ganze Reihe von Faktoren zusammen, die sich negativ auf O'Briens Arbeit auswirkten. Ein Punkt war der bereits angesprochene Kostenfaktor, der viele Produzenten abschreckte, so daß er nur noch wenige Aufträge bekam. Außerdem hatte O'Brien in dieser Zeit große private Probleme: Seine tuberkulosekranke Frau Hazel, von der er seit Jahren getrennt lebte, erschoß am 6. Oktober 1933 ihre zwei Söhne William und Willis und unternahm einen erfolglosen Selbstmordversuch. 1934 heiratete O'Brien seine zweite Frau Darlyne. Nach zwei kleineren Aufträgen - eine Katastrophensequenz für Ernest B. Schoedsacks Der Untergang von Pompeji (The Last Days of Pompeji USA 1935) und ein Piratenschiff in Lloyd Corrigans Dancing Pirate (USA 1936), O'Briens erste Arbeit in Farbe - beschäftigte er sich 1938 mit dem Projekt War Eagles und 1941-42 mit Gwangi, die beide nicht realisiert wurden. In Gwangi, der mit John Speaks von der RKO produziert werden sollte, geht es um einen Allosaurus, der von Cowboys in einem verbotenen Tal eingefangen und in einem Zirkus zur Schau gestellt wird, worauf er die Stadt zerstört und schließlich von einem Lastwagen eine Klippe hinuntergestoßen wird. Diese Story wurde 1956 als Der Fluch vom Monte Bravo (The Beast of Hollow Mountain USA/MEX 1956) in Mexiko verfilmt, aber O'Briens Anteil beschränkte sich nur darauf, die Idee an den Produzenten Edward Nassour verkauft zu haben. An den Trickaufnahmen war er nicht beteiligt. Erst Ray Harryhausen brachte 1969 O'Briens ursprüngliche Idee als Gwangis Rache (The Valley of Gwangi USA 1969) auf die Leinwand. |
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Große Pläne1942 ging O'Brien nach Chicago, wo er an einigen Propaganda-Filmen für die Navy mitarbeitete. Erst als Merian C. Cooper aus dem Krieg zurückkam, wurde er wieder für einen großen Film verpflichtet: Panik um King Kong (Mighty Joe Young USA 1946), der unter der Regie von Ernest B. Schoedsack entstand. Darin geht es wieder um einen riesenhaften Gorilla, aber es treten keine Saurier auf. Doch für diese Arbeit erhielt O'Brien 1950 endlich den wohlverdienten Oscar. Bei diesem Film arbeitete er zum ersten Mal mit dem jungen Ray Harryhausen zusammen. In seinem nächsten Projekt, The Valley of the Mist (USA 1949-50), sollte es wieder um eine prähistorische Echse gehen, die von einem mexikanischen Jungen entdeckt wird. Doch der steinalte Produzent und Filmpionier Jesse L. Lasky war nicht mehr in der Lage, die Produktion zu finanzieren. Auch eine 1952 in Angriff genommene Neuverfilmung von King Kong im Breitwandverfahren Cinerama scheiterte, als der zuständige Kameratechniker überraschend starb. |
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Letzte ProjekteIn den fünfziger Jahren wurde O'Brien gelegentlich für kleinere Stop-Motion-Szenen herangezogen. Am Anfang von Irwin Allens naturhistorischer Dokumentation Die Tierwelt ruft (The Animal World USA 1956) gibt es eine etwa zehnminütige Sauriersequenz, die von O'Brien konzipiert und von Ray Harryhausen animiert wurde. Auch die titelgebende Kreatur in Edward Ludwigs The Black Scorpion (USA 1957), die von Pete Peterson in Szene gesetzt wurde, geht auf O'Brien zurück. Für den Film Das Ungeheuer von Loch Ness (Behemoth the Sea Monster GB 1959), der unter der Regie von Eugene Lourié und Douglas Hickox entstand, überwachte O'Brien wieder die Trickarbeiten von Pete Peterson. Dann wurde er 1960 von Irwin Allen als technischer Berater für das Remake des Stummfilmklassikers engagiert, der unter dem Titel Versunkene Welt (The Lost World USA 1960) realisiert wurde. Doch O'Briens Vorschläge fanden im fertigen Film keine Verwendung, da Allen schließlich ohne jede Stop Motion arbeitete. O'Briens letztes Projekt mit den Arbeitstitel King Kong vs. Frankenstein (später wurde daraus King Kong vs. The Ginko und Prometheus vs. Frankenstein) sollte einen Kampf zwischen dem Gorilla und einem Riesenmonster in San Francisco zeigen. Der RKO-Justitiar Daniel O'Shea gab ihm den Tip, sich an den Produzenten John Beck zu wenden. Als der die Idee in die Hände bekam, verkaufte er sie ohne Wissen O'Briens nach Japan an die Produktionsfirma Toho, wo sie von Inoshiro Honda als Die Rückkehr des King Kong (King Kong tai Gojira J 1962) realisiert wurde. O'Brien erlebte jedoch nicht mehr, wie seine Idee auf die Leinwand kam - er starb 1962 an einem Herzschlag, während er gerade einige Szenen für Stanley Kramers Eine total, total verrückte Welt (It's a Mad Mad Mad Mad World USA 1963) animierte. |