Personen-Lexikon

Gerd Schubert

Deutscher Literaturhistoriker (*1960)

Lexikon > Personen Momox-Books.de - Einfach verkaufen.
Gerd Schubert wurde 1960 in Bremerhaven geboren und wuchs in Stubben, einem Dorf in der Nähe seiner Geburtsstadt, auf. Seit 1980 lebt er in Berlin, wo er an der Freien Universität Philosophie, Psychologie, Soziologie und Skandinavistik studiert hat. Seinen M.A. Abschluß hat er 1989 bei Ernst Tugendhat mit einer Arbeit zur Sprachanalytischen Philosophie gemacht. Von 1990 bis 1992 war er in der Bibliothek und wissenschaftlichen Dokumentation des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, 1992 auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der dortigen Arbeitsstelle-Albert-Einstein, tätig. Seit 1993 arbeitet er als Sachbearbeiter im Buchhandel.

Eine Neuorientierung seiner Forschungsinteressen hin zur Literaturgeschichte markiert sein 1991 im Zettelkasten 9 erschienener Aufsatz Der Wein auf Tristan da Cunha - Eine Übersicht zu Arno Schmidts Bezugnahme auf Johann Gottfried Schnabels »Insel Felsenburg« mit einigen Anmerkungen, auch Adam Oehlenschläger betreffend. Es folgten eine Reihe weiterer Beiträge über den Schriftsteller Johann Gottfried Schnabel (1692-vor 1760), der mit seinem unter dem Kurztitel Die Insel Felsenburg bekannten Roman Wunderliche FATA einiger See-Fahrer, der von 1731 bis 1743 in vier Bänden erschienen ist, das Hauptwerk der deutschen Frühaufklärung geschrieben hat, - wegen der darin enthaltenen Gesellschaftsutopie. Zugleich gilt dieser Roman als das bedeutendste Werk der damaligen Robinsonaden-Literatur und als wichtiger früher Beitrag zur deutschen Phantastik. Zur bibliographischen Schnabel-Forschung erschien 1993 von Gerd Schubert in Daphnis 22/2-3 der Aufsatz Wunderliche Sammlung einiger Werke des Johann Gottfried Schnabel - Eine Übersicht der Werkzuschreibungen zum 300. Geburtstag des Verfassers der »Insel Felsenburg« mit neuen Entdeckungen und 1995 in den Bitterfelder Heimatblättern, Heft XVII, ein Beitrag zur biographischen Forschung: Die wunderliche Fata des Johann Gottfried Schnabel aus Sandersdorf - Eine Übersicht zum gegenwärtigen Stand der Forschung zur Biographie des Verfassers der »Insel Felsenburg«, der 1999 auch in japanischer Übersetzung erschienen ist (übersetzt von Megumu Inamoto in The Bulletin of Central Research Institute Fukuoka University No. 220). Seit 1992 ist er Vorsitzender der  JOHANN-GOTTFRIED-SCHNABEL-GESELLSCHAFT e.V. in Stolberg/Harz und Herausgeber ihrer Schriftenreihe SCHNABELIANA - Beiträge und Dokumente zu J.G. Schnabels Leben und Werk und zur Literatur und Geschichte des frühen 18. Jahrhunderts, Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 1995 ff. Darin erschien u.a. von ihm im Band 5, 1999, eine kommentierte Bibliographie der Insel-Felsenburg-Ausgaben im 20. Jahrhundert.

Gerd Schuberts literaturhistorische und bibliographische Forschungen beschränken sich nun aber nicht allein nur auf das Leben und Werk Johann Gottfried Schnabels, sondern sie umfassen auch andere Bereiche und Themen älterer utopischer und phantastischer Literatur sowie früher Science Fiction. Davon zeugen u.a. auch kleinere Beiträge, die er dem von Heinz-Jürgen Ehrig herausgegebenen BÄRZIN zur Verfügung gestellt hat: zu Eberhard Werner Happels Relationes Curiosæ (1683-1691) im BÄRZIN 8, vom 24.7.1998, zu Giacomo Casanovas Icosameron (1788) im BÄRZIN 10, vom 27.11.1998, oder zu Jules Verne im »Ungarischen Lloyd« (1867-1876) im BÄRZIN 20, vom 29.9.2000.

Siehe auch:
Jules Verne im »Ungarischen Lloyd« (1867-1876)
Mór Jókai: Bis zum Nordpol (Egész az északi polusig!, 1875)
© copyright 1997-2011 by EPILOGmedia • Alle Rechte vorbehalten
eMail: dialog@epilog.de | Impressum | AGB + Widerrufsrecht