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Alien Contact Personen-Lexikon |
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| Robert Sheckley wurde 1928 in New York geboren, wuchs aber fern der großen
Stadt in Maplewood/New Jersey auf. Nach Abschluss der High School schlug er sich mit
Gelegenheitsjobs durch, unter anderem als Gärtner, Verkäufer, Lagerarbeiter und
Barkeeper, außerdem schrieb er erste Gedichte, Stücke und Erzählungen. Den
Militärdienst absolvierte er vor allem in der Etappe als Truppenzeitungsredakteur,
Zahlmeister und zuletzt Gitarrist der Militär-Tanzkapelle. Nach der Rückkehr in die
Heimat studierte Sheckley in New York Englisch, Psychologie und Philosophie und machte
1952 seinen Bachelor of Arts. Nach einem kurzen Intermezzo als Ingenieur im Flugzeugbau
fand er seine wahre Profession im Schreiben, und noch im Jahr 1952 erschienen in Magazinen
seine ersten Storys »Final Examination« und »We Are Alone«. Danach wurde er freier
Autor. In den Jahren 1970 bis 1977 lebte Robert Sheckley auf Ibiza, bis 1980 dann in London, wo er den Literaturteil des Magazins OMNI betreute. Nach seiner Rückkehr in die USA hielt er Vorlesungen über Science Fiction an verschiedenen Universitäten. Robert Sheckley war ein Meister der Parodie und der Satire, er schrieb immer lustig, aber nie albern. In seinem Werk, insbesondere in den frühen Jahren, finden sich einige Krimis und reine Abenteuergeschichten, indes das, was seinen Ruf als Altmeister begründete, war ohne Zweifel die Science Fiction. In den 1950er und zum Teil auch den 1960er Jahren prägte Sheckley die englischsprachige Science-Fiction-Literatur maßgeblich mit und verhalf insbesondere der Kurzgeschichte zu neuer Blüte. Seine Meisterwerke der kurzen Prosa entstanden fast alle in dieser Zeit und erschienen häufig in der Zeitschrift GALAXY. Er war ein zorniger junger Mann, der die Doppelmoral seiner Zeit in subtilen Geschichten angriff und satirisch überhöhte. Die Geschichten lesen sich leicht und sind unterhaltsam, ihre Wirkung entfaltet sich aber um so eindringlicher. Trotzdem könnten sie heute völlig in Vergessenheit geraten sein, wenn Robert Sheckley sie nicht in Sammelbänden wie Untouched by Human Hands (1954, dt. 1982 Für Menschen ungeeignet), Citizen in Space (1955, dt. 1963 Utopia mit kleinen Fehlern), Pilgrimage to Earth (1957, dt. 1982 Pilgerfahrt zur Erde) oder Notions: Unlimited (1960, dt. 1983 Fütterungszeiten unbekannt) einem Lesepublikum außerhalb der Pulp-Szene bekannt gemacht hätte. 1984 erschien in der DDR eine besonders gelungene Ausgabe von Pilgerfahrt zur Erde, die Sheckley zu einem der wenigen dort bekannten US-amerikanischen SF-Autoren machte. Robert Sheckleys Roman-uvre ist verglichen mit seinem überbordenden Schatz an Kurzgeschichten relativ überschaubar, aber nicht weniger originell. Bereits in The Status Civilization (1960, dt. 1963 Planet der Verbrecher) kündigt sich eines der Grundthemen Sheckleys an, die sozialisierte und faktisch legalisierte Kriminalität, die eigentlich eine Abschaffung der Kriminalität bedeutet. Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Wenn sich alle einig sind, ist auch die größte Abartigkeit und Brutalität allenfalls ein Kavaliersdelikt. Dieser Gedanke des Tötens als Gesellschaftsspiel findet seinen Höhepunkt in The 10th Victim (1966, dt. 1985 Das zehnte Opfer) und Victim Prime (1987, dt. 1987 Das Jäger-Spiel). The 10th Victim basiert auf der vom Regisseur Carlo Ponti verfilmten Kurzgeschichte »The 7th Victim«, ähnlich gelagert ist auch die Story »The Price of Peril«, die Wolfgang Menge fulminant unter dem Titel Das Millionenspiel verfilmte Mord und Totschlag als dekadentes Spiel mit freiwilligen Jägern und Opfern, deren Aktionen durch Schiedsrichter überwacht werden. Hat man seinen Titel zehnmal verteidigt, darf man nicht mehr getötet werden (jedenfalls nicht legal). Robert Sheckley wurde in seinen Warnbildern zunehmend pessimistischer und floh schließlich in die Scheinwelt der Fantasy. 1991 bzw. 1993 schrieb er zusammen mit Roger Zelazny die parodistischen Romane Bring Me the Head of Prince Charming (dt. 1996 Bringt mir den Kopf des Märchenprinzen) und If at Faust You Dont Succeed (dt. 1996 Wer immer sterbend sich bemüht). Obwohl schon von etwas altersmüdem Humor, aber immer noch voll von gelungenen Dialogen und überraschenden Pointen ist auch Bill, the Galactic Hero on the Planet of Bottled Brains (1990 mit Harry Harrison, dt. 1994 Bill, der galaktische Held: Die Welt der essbaren Gehirne). Eines der faszinierendsten Bücher dürfte Options (1975, dt. 1986 Der unbegrenzte Mann) sein. Der Roman ist eigentlich ein Konglomerat aus literarischen Vignetten, die sich zu einer anspruchsvollen und sehr experimentellen Handlung fügen. Der Raumfahrer Tom Mishkin erlebt surreal anmutende, beinahe philosophische Abenteuer. Dramocles (1983, dt. 1985) ist hingegen mehr bodenständiger Lust am Parodieren einschlägiger, ähnlich auch von Douglas Adams auf die Schippe genommener, Klischees der SF und der Weltraumopern verhaftet. Robert Sheckley erhielt für seine Werke fast alle wichtigen SF-Preise. Zuletzt sind in den USA bei NESFA Press zwei umfangreiche Sammelbände mit seinen besten Romanen und Erzählungen erschienen. In den letzten Jahren wurde es ruhiger um ihn, doch er besuchte gelegentlich noch als Ehrengast SF-Conventions. Am WorldCon 2005 in Glasgow konnte er aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit nicht mehr teilnehmen. Am 9. Dezember 2005 ist Robert Sheckley im Alter von 77 Jahren in einem Krankenhaus in Poughkeepsie an den Folgen einer Herzoperation verstorben. |
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