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Personen-Lexikon

Steven Spielberg

Amerikanischer Regisseur und Produzent (*1946)

Das Wunderkind | Der Erfolgsregisseur | Der ernsthafte Regisseur | Der Filmproduzent | Der Fernsehproduzent | Der Mensch

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Film
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Name: Steven Spielberg
Geboren: 18.12.1946 in Cincinnati/Ohio

Das Wunderkind

Spielbergs Geburtsjahr ist in vielen Quellen mit 1947 angegeben, aber das Wunderkind von Hollywood kam tatsächlich im Jahr 1946 auf die Welt. Seine jüdischen Vorfahren stammen aus Österreich, wo der gesamte europäische Zweig der Familie während der Nazizeit ermordet wurde. Der Sohn eines Computermanagers und einer Konzertpianistin wuchs in Haddon Township/New Jersey (nach anderen Quellen: Haddonfield) und Scottsdale/Arizona auf. Spielberg drehte schon als Jugendlicher erste Amateurfilme wie den Western The Last Gun (USA 1959), den preisgekrönten Kriegsfilm Escape to Nowhere (USA 1960) oder den zweieinhalbstündigen SF-Thriller Firelight (USA 1963). Seine Schulnoten waren nicht gut genug für ein Studium an einer renommierten Filmhochschule, so daß er sich am California State College in Long Beach für das Fach Englisch einschrieb. Trotzdem inszenierte er in dieser Zeit Amblin' (USA 1969), mit dem er beim Atlanta Film Festival auf sich aufmerksam machte. Als jüngster Hollywood-Regisseur aller Zeiten schloß er einen Sieben-Jahres-Vertrag mit dem Universal-Studio ab und übernahm in den Jahren 1969-71 die Regie für einzelne Episoden verschiedener Fernsehserien, und zwar für Night Gallery (USA 1970-73), Dr. med Marcus Welby (Marcus Welby, M. D. • USA 1969-76), The Name of the Game (USA 1968-71), The Psychiatrist (USA 1971), Columbo (Columbo • USA 1971-) und Owen Marshall (Owen Marshall, Counselor at Law • USA 1971-74).


Foto: UIP

Der Erfolgsregisseur

Großes Aufsehen erregte Spielberg mit seinem TV-Film Duell (Duel • USA 1971), einem spannungsgeladenen Road-Movie über einen Autofahrer, der auf dem Highway von einem anonymen Truck verfolgt wird. Nach Das Haus des Bösen (Something Evil • USA 1972) und Savage (USA 1973) wechselte er mit dem Spielfilm Sugarland Express (The Sugarland Express • USA 1974) auf die Kinoleinwand. Schon kurz darauf folgte der kommerzielle Durchbruch mit dem Schocker Der weiße Hai (Jaws • USA 1975). Sein nächster Film Unheimliche Begegnung der dritten Art (Close Encounters of the Third Kind • USA 1977) verwandelte das altbekannte SF-Motiv einer außerirdischen Invasion in ein modernes Märchen mit Heilsbotschaft. Nach der überdrehten Klamotte 1941 - Wo, bitte, geht's nach Hollywood? (1941 • USA 1979), die in den Kinos floppte, ging es mit dem temporeichen Abenteuer Jäger des verlorenen Schatzes (Raiders of the Lost Ark • USA 1980) wieder aufwärts, dem ersten der drei Indiana-Jones-Filme mit Harrison Ford in der Hauptrolle. Der Film E. T. - Der Außerirdische (E. T. the Extra-Terrestrial • USA 1982) erzählt ein weiteres anrührendes SF-Märchen über einen niedlichen Außerirdischen mit tragischem Touch und besetzte jahrelang Platz 1 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Nach dem Episodenfilm Unheimliche Schattenlichter (Twilight Zone - The Movie • USA 1983), einer Hommage an die alte Fernsehserie Unheimliche Geschichten (Twilight Zone • USA 1959-63), klingelten die Kassen wieder mit Indiana Jones und der Tempel des Todes (Indiana Jones and the Temple of Doom • USA 1984).

Der ernsthafte Regisseur

Auf dem sicheren finanziellen Polster seiner Filmerfolge konnte Spielberg nun beweisen, daß er auch ernsthaftere Themen angehen kann. In Die Farbe Lila (The Color Purple • USA 1985) mit Whoopi Goldberg geht es um die Emanzipation einer Schwarzen aus den Südstaaten, und Das Reich der Sonne (Empire of the Sun • USA 1987) ist die Verfilmung der Kindheitserlebnisse des Autors J. G. Ballard während des Zweiten Weltkriegs in Japan. Nach Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (Indiana Jones and the Last Crusade • USA 1989) folgten das Melodram Always (Always • USA 1989) und das Märchen Hook (Hook • USA 1991), in dem der erwachsene Peter Pan die Wurzeln seiner Kindheitsträume wiederentdeckt. Mit dem Dinosaurierspektakel Jurassic Park (Jurassic Park • USA 1993) nach dem Bestseller von Michael Crichton schlug er wieder einmal alle Kassenrekorde und verblüffte kurz darauf die Kritiker mit Schindlers Liste (Schindler's List • USA 1993), der authentischen Geschichte einer Rettung von über tausend Juden vor den Vernichtungslagern der Nazis. Für diesen Film erhielt Spielberg 1994 erstmals einen Oscar.

Während der Recherchen zu Schindlers Liste beschloß Spielberg, mit den Einnahmen des Films die Shoah Foundation zu gründen, deren Mitarbeiter inzwischen fast 50.000 Überlebende des jüdischen Holocaust interviewt haben, um ihre Lebensgeschichte für die Nachwelt zu dokumentieren. Das Material wird in Los Angeles archiviert und auf CD-Rom und im Internet veröffentlicht. Für seine Arbeit erhielt Steven Spielberg am 10. September 1998 in Berlin den Großen Verdienstorden mit Stern aus der Hand des deutschen Bundespräsidenten Roman Herzog.

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Der Filmproduzent

Neben seiner Regiearbeit ist Spielberg auch sehr erfolgreich als Produzent tätig. In dieser Eigenschaft betreute er unter anderem Poltergeist (Poltergeist • USA 1982) von Tobe Hooper. 1984 gründete Spielberg seine eigene Produktionsfirma unter dem Namen Amblin Entertainment, womit er den Titel eines seiner Frühwerke wiederverwendete. Danach produzierte er Erfolge wie die Gremlins-Filme von Joe Dante, Zurück in die Zukunft I - III (Back to the Future I-III • USA 1985-90) von Robert Zemeckis, Feivel, der Mauswanderer (An American Tail • USA 1986) und In einem Land vor unserer Zeit (The Land Before Time • USA 1988) von Don Bluth oder Flintstones - Die Familie Feuerstein (The Flintstones • USA 1994) von Brian Levant.

Viele dieser Filme tragen unverkennbar die Handschrift des Produzenten, so daß man inzwischen von einer »Spielberg Factory« in Hollywood sprechen kann. 1994 gründete Spielberg zusammen mit dem Schallplatten-Mogul David Geffen und dem Ex-Disney-Produzenten Jeffrey Katzenberg die Filmfirma DreamWorks SKG, die den Hollywood-Giganten Paroli bieten soll. Die erste DreamWorks-Produktion, bei der Spielberg selbst Regie führte, war der Film Amistad (Amistad • USA 1997), der an Bord eines Sklavenschiffes spielt. Im gleichen Jahr drehte er für Universal Vergessene Welt: Jurassic Park (The Lost World: Jurassic Park • USA 1997), die lange erwartete Fortsetzung seines Dino-Knüllers von 1993. Der Soldat James Ryan (Saving Private Ryan • USA 1998) mit Tom Hanks in der Hauptrolle ist Spielbergs gnadenlose Zerstörung jeder Glorifizierung der Schrecken des Krieges. Mit der Inszenierung von Jurassic Park III (Jurassic Park III • USA 2001) beauftragte er Joe Johnston, während er für A. I. Künstliche Intelligenz (A. I. Artificial Intelligence • USA 2001), die Umsetzung des letzten Projekts von Stanley Kubrick, wieder selbst im Regiestuhl Platz nahm. Auch Minority Report nach Philip K. Dick wird Spielberg persönlich realisieren.

Der Fernsehproduzent

Obwohl Spielberg zur neuen Generation von amerikanischen Regisseuren gehört, die vor allem durch das Fernsehen geprägt sind, waren seine eigenen Versuche mit diesem Medium bislang eher enttäuschend. So initiierte und produzierte er die Serie Fantastische Geschichten (Amazing Stories, • USA 1985-87), für die er auch bei einigen Folgen Regie führte. Damit wollte er an den Erfolg von Anthologie-Serien wie Twilight Zone anknüpfen, erreichte jedoch nie deren Qualität. Ebenso war die von Spielberg produzierte Serie seaQuest DSV (seaQuest DSV • USA 1993-95) letztlich nur eine verunglückte Mischung aus Star Trek und Flipper. Auch die SF-Serie Earth 2 (Earth 2 • USA 1994-95) konnte nicht recht überzeugen.

Erst mit der Krankenhausserie Emergency Room (ER • USA 1994), die Spielberg zusammen mit Michael Crichton produzierte, konnte seine Firma Amblin Television einen beträchtlichen qualitativen wie auch finanziellen Erfolg verbuchen.

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Der Mensch

Steven Spielberg ist zweifellos einer der erfolgreichsten und wichtigsten Filmkünstler des 20. Jahrhunderts. Das Besondere an seinen Filmen liegt darin, daß er es ähnlich wie Walt Disney versteht, Träume - und auch Alpträume - auf der Leinwand zu inszenieren, die höchstens auf den ersten Blick unschuldige Märchen für Kinder sind. Während das große Publikum seine Botschaften von Anfang an verstand - seine Filme spielten weltweit über vier Milliarden Dollar ein -, fand Spielberg recht spät die Anerkennung der Kritiker, als er mit Filmen wie Schindlers Liste und Der Soldat James Ryan auf vordergründige Unterhaltung verzichtete, obwohl seine Grundaussage dieselbe wie in Duell oder Jurassic Park geblieben ist: Menschen dürfen die Hoffnung niemals aufgeben; nur wer die Fähigkeit zum Träumen besitzt, kann etwas gegen unmenschliche Bedrohungen - ganz gleich, ob sie in Gestalt von Nazis oder Dinosauriern auftreten - ausrichten und eine bessere Welt schaffen.

Die Jahre 1993/94 markieren den kommerziellen und künsterischen Höhepunkt und gleichzeitig einen entscheidenden Wendepunkt seiner Karriere. Nachdem Spielberg mit dem Blockbuster Jurassic Park neue Maßstäbe für das Unterhaltungskino gesetzt hatte, wurde er für Schindlers Liste erstmals mit einem Oscar belohnt, den das Hollywood-Establishment ihm bislang vorenthalten hatte. Andererseits begann er nun seinen Einflußbereich über den rein künstlerischen Bereich auszuweiten, als er 1994 das Filmstudio DreamWorks und die Shoah Foundation gründete.

Steven Spielberg ist seit dem 12. Oktober 1991 in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Kate Capshaw verheiratet, die unter anderem in Indiana Jones und der Tempel des Todes zu sehen war. Er hat sieben Kinder - Max, Sasha, Sawyer und Destry Allyn sowie die Adoptivkinder Theo und Mikaela George und die Stieftochter Jessica.

Bernhard Kempen

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