Lange Zeit mussten Rollenspielfans auf die PC-Umsetzung des
Ausnahme-Rollenspiels Fable für die xBox warten. Spielentwicklerlegende Peter
Molyneux schuf mit Fable ein eingängiges und dennoch innovatives
Action-Rollenspiel. So beginnt der Spieler die Geschichte von Fable auch nicht
als ausgewachsener Recke, sondern als kleiner Junge.In der Einleitung erlebt der
Spieler die tragischen Ereignisse zu Beginn der Geschichte als Teil der Spielhandlung mit.
Das kleine Dorf, in dem der Junge wohnt, wird von grausamen Banditen überfallen. Sie
töten seinen Vater und entführen Mutter und Schwester. Allein inmitten der brennenden
Häuser trifft er auf einen mysteriösen Mann, der ihn drängt, diesen Ort so schnell wie
möglich zu verlassen und Schutz in der Gilde zu suchen - sein Leben wäre sonst in
Gefahr. Er behauptet, dass es die Räuber, die das Dorf überfallen haben, nur auf ihn
abgesehen hatten. So geschieht es, dass der kleine Junge in der Gilde Unterschlupf findet.
In der Gilde bietet sich ihm die Möglichkeit, seine kämpferischen Fähigkeiten zu
verbessern und magische Kräfte zu entwickeln. Dort erhält er auch die ersten
anspruchsvolleren Aufgaben, die ihn in die farbenfrohe Welt von Fable entführen.
Obwohl auch Fable auf das klassische Rollenspielsystem setzt, hebt es sich
deutlich von anderen vergleichbaren Spielen ab. Das liegt in erster Linie an den vielen
Details am Rande des Spieluniversums, die oft mit einem gehörigen Augenzwinkern
präsentiert werden. Obwohl der Spieler sich recht schnell einen Namen als erfolgreicher
Held erarbeiten kann, bleibt er nicht vom Spott der Dorfbewohner, Kinder oder Wachen
verschont, wenn er bei einer Mission weniger erreicht als vorher vollmundig versprochen.

Die Welt von Fable ist in viele kleine Abschnitte untergliedert, die beim
Betreten nachgeladen werden. Spieler, die allein der Hauptgeschichte folgen, verpassen
eine Menge und empfinden das Spiel wahrscheinlich als zu linear. Denn in Fable
kann man wesentlich mehr unternehmen, als nur Bösewichter zu vertrimmen. Am Rande gibt es
eine Unmenge kurioser Nebenaufgaben zu erledigen. Darüber hinaus kann der Spieler Häuser
mieten, als reisender Händler tätig werden, heiraten oder als Dieb durch die Nacht
schleichen.
Im Verlauf der Handlung hat man die Möglichkeit, sich zum strahlenden Helden (mit
kitschigem Heiligenschein samt Schmetterlingen über dem Kopf) zu entwickeln oder zum
gehörnten Finsterling, vor dem Bauern und Dorfbewohner schreiend davonlaufen.
Ebenfalls gelungen umgesetzt in der Wechsel der Tageszeiten, nach denen sich auch die
Bewohner der Spielwelt richten. Am Morgen stehen die Menschen auf und gehen ihrem Tagewerk
nach (z.B. als Händler auf dem Markt); wird es dann dunkel, zieht es sie entweder ins
Gasthaus, oder sie legen sich zur Ruhe.
Leider konnte Peter Molyneux nicht alle gewünschten Aspekte in Fable zu
seiner Zufriedenheit umsetzen, da das Spiel sonst zu große Anforderungen an die Hardware
gestellt hätte. So altert zwar der Held des Spieles sichtbar, aber seine Gildenfreunde
und seine Ehefrau (sollte es ihm gelungen sein, eine Partnerin für sich zu gewinnen)
bleiben vom Alterungsprozess verschont. Zudem herrscht in Fable ständig ein und
dieselbe Jahreszeit. |
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