| Leider zählen die
klassischen Computerspiel-Adventures, die noch vor vier oder fünf Jahren den Markt
bestimmten, zu einer fast ausgestorbenen Gattung. Das Geheimnis der Nautilus ist
eines der wenigen Programme, das noch diesem Spielegenre zuzuordnen ist. Das französische
Softwarehaus Cryo, einstmals berühmt für innovative und künstlerisch anspruchsvolle
3D-gerenderte Computergrafik, entwickelte auf der Basis des Science Fiction-Klassikers 20.000
Meilen unter dem Meer von Jules
Verne ein nostalgisches Grafikadventure. Die Geschichte beginnt an Bord eines
Militär-U-Bootes auf Forschungsmission. Nachdem man am Meeresboden, versteckt zwischen
Korallenbänken, auf ein seltsames U-Boot mit beachtlichen Abmessungen stößt, macht sich
der Wissenschaftler an Bord - gegen die Anweisungen des Kapitäns und auf eigene Faust -
zu dem fremden Schiff auf und betritt die rätselhafte und unheimlich Welt der Nautilus. Für
die grafische Umsetzung nutzte Cryo die selbstentwickelte, jedoch schon etwas in die Jahre
gekommene OmniSync-Engine, die auch schon bei Spielen wie Atlantis 1 bis 3
zum Einsatz kam. Die OmniSync-Engine ermöglicht es dem Spieler, nacheinander fixierte
Kamerapunkte in der vorgerenderten Spielwelt anzusteuern. Von diesen Fixpunkten aus kann
er die Spielwelt in einer kompletten Rundum-Sicht betrachten und die seltsamen Maschinen
und mysteriösen Gegenstände genauestens in Augenschein nehmen.

Trotz logischer Rätsel und einer stimmungsvollen Spielgrafik (inspiriert von
Originalillustrationen aus dem 19. Jahrhundert) verbringt man einen beträchtlichen Teil
der Spielzeit allein damit, einen Teil der sehr gut versteckten Utensilien ausfindig zu
machen. Um beispielsweise zu Spielbeginn überhaupt die Schleuse passieren und damit die
Nautilus betreten zu können, benötigt man eine Metallkugel, die sich als winziger
Pixelfleck in einem unübersichtlichen Regal befindet. Ein großer Bildschirm und viel
Geduld sind daher gute Voraussetzungen, um an den Geheimnissen der Nautilus Gefallen zu
finden. Hätten die Entwickler auf diese langwierigen Sucheinlagen verzichtet, wäre dem
Spiel der etwas zähe Ablauf erspart geblieben. Nimmt sich der Spieler jedoch die Zeit,
sich auf dieses altmodische Unterwasserabenteuer einzulassen, erwartet ihn eine
phantasievolle Hintergrundgeschichte über das letzte Abenteuer der Nautilus, das
Schicksal von Kapitän Nemo und die letzten Geheimnisse seiner wissenschaftlichen
Forschungen. |
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