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Nach dem epischen Ultima
9 von Electronic Arts erscheint jetzt ein ebenfalls richtungweisendes Rollenspiel
aus deutschen Landen. Gothic zeichnet einen düsteren Fantasyhintergrund und
vermeidet die bisweilen naiv gezeichnete Weltanschauung von Ultima 9. Die
Handlung spielt innerhalb einer magischen Sphäre, in die sämtliche Verbrecher des Landes
verbannt werden, damit sie als ewige Gefangene das dringend benötigte magische Erz für
das Königreich fördern. Als Gegenleistung erhalten sie Lebensmittel und andere wertvolle
Güter. Die magische Sphäre überdacht viele Kilometer Landfläche und kann nur nach
innen passiert werden. Ein Durchschreiten der Barriere nach außen ist nicht möglich,
sondern führt zu schweren Verletzungen oder gar zum Tod. Der Spieler erhält die
Kontrolle über einen gerade Verdammten, der sich als unerfahrener Neuling innerhalb der
Sphäre wiederfindet.Wie in jedem Rollenspiel ist auch in Gothic aller Anfang schwer. Der Spieler muß die Regeln innerhalb der Sphäre kennenlernen, in der drei verschiedene Gruppierungen um Machtbereiche ringen. Zudem lauern genügend ungemütliche Kreaturen auf unvorsichtige oder übermütige Abenteurer, um deren Lebenserwartung drastisch zu verkürzen. Natürlich hat auch Magie und Zauberei in Gothic einen hohen Stellenwert. Durch den gezielten Aufbau bestimmter Fähigkeitswerte kann der Spieler selbst bestimmen, ob sich seine Figur zu einem mächtigen Magier, einem starken Kämpfer oder einem gerissenen Ganoven entwickelt. Grafisch kann sich der Spieler an einer sehr komplexen und vielschichtigen 3-D-Welt erfreuen, die sich jedoch nicht ganz so farbenprächtig wie die von Ultima 9 präsentiert. Tages- und Nachtwechsel, unbeständige Wetterverhältnisse oder Blendeffekte gehören ebenfalls zu den Fähigkeiten der leistungsstarken 3-D-Engine wie die Darstellung der riesigen 3-D-Welt ohne Zwischenladezeiten. Gespielt wird aus der Verfolgerperspektive. Eine weitere Besonderheit in Gothic ist die ausgereifte künstliche Intelligenz der anzutreffenden Spielcharaktere. Die meisten menschlichen Figuren sind dem eigenen Helden vorerst neutral gesonnen. Es liegt am Spieler, ob er sich unter den unzähligen Bewohnern der Sphäre viele Todfeinde oder sogar Freunde schafft. Jede Figur besitzt ein ausgeprägtes Erinnerungsvermögen und wird bei Beleidigungen oder gar Angriffsattacken für längere Zeit auf den Spielhelden nicht gut zu sprechen sein. Dabei gilt es innerhalb der Sphäre als unfein, bei einer Auseinandersetzung seinen Gegner zu töten; viel lieber schlägt man ihn besinnungslos und erleichtert ihn um seinen schwer errungenen Besitz. |
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