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The Moment of Silence

dtp / House of Tales • 2004 • Adventure

Science Fiction > Alien Contact
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Peter Wright ist Kommunikationsdesigner und wohnt im New York des Jahres 2044. Inzwischen sind die Staaten der Erde unter einer Zentralregierung vereint, die sich noch stärker wirtschaftspolitischen Interessen beugt als die vordem unabhängigen Regierungen. Nachdem Wrights Frau und sein Sohn bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, lebt er zurückgezogen und voller unverarbeiteter Trauer in den Tag hinein, trinkt zuviel und verbringt seine Abende lieber beim Chatten vor dem Computer, statt mit Freunden zusammenzusein.

Eines Tages, durch Lärm im Hausflur aufmerksam geworden, beobachtet er über seinen Türspion, wie ein bewaffnetes Einsatzkommando gewaltsam in eine der Nachbarwohnungen eindringt und einen Mann abführt. Den eigenen Verlust noch schmerzhaft im Gedächtnis, bietet Peter Wright der zurückgebliebenen Frau und ihrem Sohn seine Hilfe an, ohne die genauen Hintergründe zu kennen. Als er jedoch versucht, an Details der Festnahme zu gelangen, muss er feststellen, dass die Polizei ahnungslos ist oder Informationen bewusst zurückhält. Peter Wright wird misstrauisch und fängt an nach Zeugen der Festnahme zu suchen. Er ahnt noch nicht, dass damit das größte Abenteuer seines Lebens beginnt ...

The Moment of Silence ist eine - auch thematisch - ambitionierte Produktion aus Deutschland, die von dem engagierten Publisher dtp vermarktet wird. Die Entwickler des Spiels verstehen sich eher als Geschichtenerzähler denn als Rätselkünstler. Deshalb finden sich auch rund acht stunden Sprachausgabe auf der DVD, während die meisten Rätsel keine ausufernde Gehirnakrobatik verlangen. So verbringt man die meiste Zeit damit, anderen Spielfiguren Informationen zu entlocken, nur um mit neuen Geheimnissen und Widersprüchen konfrontiert zu werden.

Die grafische Qualität von The Moment of Silence ist durchwachsen. Die mit 3D-Visualisierungsprogrammen vorgerenderten Schauplätze sind detailverliebt und abwechslungsreich gestaltet, wirken aber oft steril und unterkühlt. Die Figuren sind dagegen texturierte 3D-Modelle, die sich zum Teil recht steif und unbeholfen durch die Hintergründe bewegen.

Diese kleinen technischen Mängel fallen jedoch kaum ins Gewicht, da The Moment of Silence seine Faszination aus der spannenden Spielhandlung bezieht und weniger aus der Zurschaustellung von High-End-Grafikeffekten. Auf schicke Szenen-Animationen wie bewegtes Wasser oder einen in Betrieb befindlichen Fernseher (bei dem eine kleine Videodatei in Schleife läuft) muss der Spieler dennoch nicht verzichten.

Im Verlauf der erfreulich umfangreichen Handlung besucht der Spieler über 70 Locations. Peter Wrights Erkundungen führen ihn u.a. zum SETI-Institut, auf eigentümliche Plattformen im Bermuda Dreieck, in die Orbital-Station Lunar 5 (in die er über einen Space Elevator gelangt) oder in die von Aussteigern und Verlierern der Gesellschaft bewohnte Unterwelt des ehemaligen New Yorker U-Bahn-Netzes.

Bei aller Unterhaltung bietet The Moment of Silence auch kritische Denkanstöße zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Das Betrifft den Wunsch von Regierungen nach mehr Kontrolle und Überwachung von gesellschaftlichen Randgruppen und eine sich immer inhumaner verhaltende Industrie- und Informationsgesellschaft.

Systemanforderung
• Pentium 3 800, 128 MB, Win98+ Bestellen
Wertung
90% • Spielspaß
80% • Grafische Präsentation
• Geeignet für Einsteiger

Gerd FreyALIEN CONTACT

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