Myst zählt zu den großen Klassikern im Computerspielebereich.
Die bisher vierteilige Serie (inklusive einem weniger erfolgreichen Online-Ableger)
erzählt die Geschichte des Schriftstellers Atrus, dessen Bücher Tore in die darin
beschriebenen Welten darstellen. Leider missbrauchten seine Söhne die Bücher und
plünderten und zerstörten Atrus Schöpfungen. Nach einer wendungsreichen Geschichte
gelang es Atrus schließlich, seiner Söhne habhaft zu werden. Als Strafe für ihre
Untaten verbannte er sie in zwei neu geschaffene Welten, wo sie in Einsamkeit Buße tun
sollten. Die eine Welt befindet sich inmitten eines Wolkenmeeres und besteht aus
Felsfragmenten, Kristallen und gewaltigen Ruinen ehemaliger Paläste, während die andere
ein von Wasser umgebenes Dschungeleiland ist.In Myst IV: Revelation gelingt es
den Brüdern, sich aus ihrer unfreiwilligen Gefangenschaft zu befreien. Seltsamerweise
verschwindet zur selben Zeit auch Atrus Tochter Yeesha. Der Verdacht liegt nahe,
dass die beiden Brüder dafür verantwortlich sind. Der Spieler bereist daraufhin die
beiden Gefängniswelten, um ihnen auf die Spur zu kommen. Wie schon in den vorherigen Myst-Spielen
muss er sich dabei mit seltsamen Maschinen und physikalischen Phänomenen
auseinandersetzen.

Trotz stimmungsvoller vorgerenderter Grafik litten die Myst-Spiele bisher
immer unter einer starren und leblosen Spielwelt. Durch beeindruckende und aufwändige
Umgebungsanimationen wie windbewegte Bäume, realistisch simulierte Wolken und
Wolkenschatten, von Wind verwirbelte Nebelschwaden und Staub oder fliegende Insekten und
Vögel, macht Myst IV das erste Mal den Eindruck einer wirklich lebendigen Welt.
Auch auf realistische Lichteffekte muss der Spieler nicht verzichten. Da stört es kaum,
dass Myst IV noch immer keine Echtzeit-3D-Engine für die Darstellung der
Schauplätze nutzt. Der Spieler bewegt sich vielmehr per Mausklick zu verschiedenen
Haltepunkten, an denen er immerhin uneingeschränkt in jede beliebige Richtung blicken
kann. Zusätzlich lockern kurze Zwischensequenzen mit Schauspielern die Handlung auf.
Auch im vierten Myst-Titel sind die zu lösenden Rätsel komplex und erfordern
eine gute Kombinationsgabe. Kommt man an einer Stelle einmal überhaupt nicht weiter,
hilft eine dreistufig einstellbare Lösungshilfe, die richtigen Antworten zu finden. Damit
man bei bestimmten Rätseln nicht jedes Detail mit Bleistift und Papier aufzeichnen muss,
kann man einen Fotoapparat benutzen und an jedem gewünschtem Ort einen Schnappschuss
machen.
Myst IV ist der bisher grafisch schönste und auch spielerisch ausgewogenste
Teil der Serie und macht allein das Erkunden der traumhaften Fantasylandschaften zu einem
eindrucksvollen Erlebnis. Der stimmungsvolle Soundteppich rundet die beeindruckende
Spielerfahrung ab. Einziges wirkliches Manko des Spiels sind die mitunter etwas aufgesetzt
wirkenden Dialoge der Schauspieler. |
 |