| In generalüberholter
3-D-Grafik betritt Cate Archer in ihrem zweiten großen PC-Abenteuer die Bühne
politischer Ränkespiele abseits offizieller diplomatischer Konatkte. Erneut ist es das
gefährliche Gangstersyndikat H.A.R.M., das Cate aus ihrer alltäglichen
Spionagetätigkeit reißt, und wie immer sind die bösen Schurken mit nichts Geringerem
beschäftigt, als die Weltherrschaft zu erlangen und eine Diktatur des Schreckens zu
errichten. Cate beginnt ihr neues Abenteuer in Japan, wo sie einem mysteriösem
Geheimprojekt auf der Spur ist und beinahe einem Attentat zum Opfer fällt. Die attraktive
Topagentin, wie schon in Teil 1 im Auftrag der UNITY unterwegs, wird auf eine neue heiße
Spur angesetzt und findet sich daraufhin im eisigen Sibirien wieder. Da die Handlung in
den siebziger Jahren zur Zeit des Kalten Krieges spielt, nutzt das Spiel gekonnt die
Möglichkeit, bekannte Klischees jener Zeit auf die Schippe zu nehmen. Beispielsweise
findet Cate beim Durchstöbern von Aktenschränken und Schubfächern jede Menge
Geheimunterlagen, die mit viel Humor das Bild des bösen Russen (wie gern in frühen James-Bond-Filmen dargestellt)
karikieren.
No One Lives Forever 2 erweist sich als ein äußerst abwechslungsreiches und
hintergündiges Action-Adventure. Der Spieler hat die Möglichkeit, den humorvollen
Agententhriller ganz nach seinen spielerischen Neigungen ablaufen zu lassen. Er kann wie
in einem 3-D-Shooter durch die stimmungsvoll designten Level hetzen und jeden Gegner über
den Haufen schießen, es ist aber genau so möglich - und wird auch eher der
Hintergrundgeschichte gerecht - sich unauffällig und jede dunkle Ecke zur Deckung nutzend
durchs Gelände zu bewegen. Dazu stehen Cate eine Menge nützlicher
Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung. Mit einem Nagelknipser oder einem als Puderdose
getarnten Kodeknacker öffnet sie verschlossene und alarmgesicherte Türen, das Haarspray
eignet sich zum Aufschweißen von Schlössern, während eine mechanische Katze für - im
wahrsten Sinne des Wortes - explosiven Ärger in den Reihen gegnerischer Soldaten sorgt.
Weitere nützliche Gegenstände sind die Lippenstiftkamera oder der Multifunktionswerfer,
mit dem man beispielsweise Kameraüberbrückungsmodule verschießen kann.
Grafisch zeigt sich No One Lives Forever 2 viel detaillierter als sein Vorgänger.
Ob es die aufwendigen 3-D-Modelle der Spielfiguren, die detaillierten
Oberflächenstrukturen oder die liebevoll gestalteten Spielumgebungen sind, No One
Lives Forever 2 macht in allen Belangen eine gute Figur. 3-D-Funktionen wie »Bump
Mapping« lassen plastische Oberflächenstrukturen wie die unregelmäßig zugefrorene
Wasseroberfläche eines Sees realistisch erscheinen. Sogar das beeindruckende
Naturschauspiel eines herannahenden Tornados mit umherwirbelndem Dreck und Teilen von
losgerissenem Hausrat setzten die Entwickler glaubhaft und grafisch souverän in Szene. |
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