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Warren Spector zählt zu den wichtigsten und interessantesten Kreativen
im Bereich PC-Spiele-Entwicklung. Mit System Shock (1994) hatte er bewiesen, dass
auch ein Action-Spiel mit anspruchsvollen und komplexen Spielinhalten funktioniert. Neben System
Shock und dem preisgekrönten Deus Ex zählt
auch Thief zu seinen innovativen Entwicklungen. Hier schlüpft der Spieler in die
Rolle des Meisterdiebes Garrett, der in den Kulissen einer mittelalterlichen Fantasywelt
seinem gefährlichen Handwerk nachgeht.Spielerisch hat sich im dritten Teil der Thief-Reihe nur wenig verändert. Anders als in einem 3D-Shooter ist in Thief eine direkte Auseinandersetzung mit einem Gegner nur selten von Erfolg gekrönt. Garrett ist eher hinterhältig und verschlagen. Um in der düsteren Welt überleben zu können, hat er Zugriff auf ein umfangreiches Diebeswerkzeug. Er kann Wasserpfeile zum Löschen von Fackeln benutzen, einen Knüppel einsetzen, um Wachleuten ein unerwartetes Nickerchen zu verschaffen oder Ölflaschen ausschütten, um seine Verfolger ausrutschen zu lassen. Die Geschichte von Thief: Deadly Shadows beginnt in Garretts Heimatstadt. Noch immer ist der Meisterdieb nächtens unterwegs, um den reichen Adligen, die so schamlos wie nie zuvor die Armen schröpfen, ein wenig von der schweren Last ihrer angehäuften Reichtümer abzunehmen. Doch die Zeiten sind hart, und bedrohliche Veränderungen beginnen sich in der Zukunft abzuzeichnen. Als sich der geheime Orden der Hüter an Garrett wendet, um ihn von einer düsteren Prophezeiung zu unterrichten, ahnt Garrett, dass das empfindliche Gleichgewicht seiner Welt zu zerbrechen droht. Mehrere Gruppierungen - der Hammeriten-Orden mit seiner Lehre eines erbarmungslosen Schöpfers, die magisch begabten und naturverwurzelten Heiden und der Orden der Hüter - ringen um die Vorherrschaft in Garretts Heimatwelt. Um das prophezeite dunkle Zeitalter abzuwenden, tritt Garrett wieder in die Dienste des Ordens und stiehlt in dessem Auftrag geheimnisvolle Artefakte und magische Gegenstände. Eine abwechslungsreiche und spannende Fantasygeschichte mit unerwarteten Wendungen nimmt ihren Lauf.
Grafisch basiert Thief: Deadly Shadows - wie auch schon Deus Ex: Invisible War (ebenfalls von Warren Spector) - auf der Unreal 2-Engine. Die modifizierte Unreal 2-Engine ermöglichte es den Entwicklern, nahezu realistische Echtzeit-Schatten in das Spiel zu integrieren. Öffnet man etwa eine Tür, bewegt sich der Schatten entsprechend mit. Objekte vor Kaminen oder Fackeln werfen dagegen unruhig zitternde Schatten. Hochauflösende Texturen und zauberhafte Lichteffekte (durch die Fenster der Häuser dringt beispielsweise fächerförmig bläuliches Mondlicht, in dem zarte Lichtpunkte tanzen) versetzen den Spieler innerhalb kürzester Zeit in die magische Fantasywelt von Thief. Auch das Leveldesign mit den abwechslungsreichen Handlungsschauplätzen lässt keine Wünsche offen. Der Spieler kann unter anderem das architektonische Wunderwerk einer Hammeriten-Kathedrale bestaunen, durch die verwinkelten Gassen einer mittelalterlichen Stadt schleichen oder in eine unheimliche Fabrik eindringen. In Thief 3 steht auch Garrett eine eigene Unterkunft zur Verfügung, in der sich verschiedene Übungsgeräte befinden, an denen er seine Diebesfähigkeiten (z. B. Schlösser knacken) trainieren kann. Mit viel Aufwand wurden die trickfilmähnlichen Zwischensequenzen realisiert, die auch künstlerisch hervorragend umgesetzt sind. Leider kommen nur Windows2000/XP-Benutzer in den Genuss des Diebesabenteuers. Auf die Anpassung an ältere Windows-Versionen haben die Entwickler verzichtet. |
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