Mit World of WarCraft erfüllt Blizzard vielen
Fantasybegeisterten Rollenspielern einen großen Traum. Das bisher nur
Echtzeit-Strategie-Spielern vorbehaltene WarCraft-Universum öffnet sich jetzt
auch für die große Fangemeinde der Online-Rollenspieler.Nach einer recht langwierigen
Installationsprozedur und der Registrierung bei Blizzard, gelangt man ins Menü zum
erstellen eines eigenen Charakters. Hier stehen acht Völker, neun Klassen und zwei
Geschlechter zur Auswahl. Die Auswahl des Volkes bestimmt dabei, ob man auf Seiten der das
Böse repräsentierenden Horde, oder auf der Seite der Allianz die Spielwelt betritt. Zur
Auswahl stehen dabei u.a. die Völker Menschen, Untote, Elfe oder Orks.
Azeroth, die riesige Spielwelt von World of WarCraft, besteht aus zwei
eindrucksvollen Kontinenten und zwei kleineren Inseln. Dabei benötigt ein aktiver Spieler
durchaus einige Wochen, um alle Schauplätze nur eines der beiden Kontinente wenigstens
einmal besucht zu haben.
Inhaltlich bemühte sich Blizzard sehr, die Bedürfnisse von ganz unterschiedliche
interessierten Spielern zu befriedigen. So finden sich für den geselligen Rollenspieler,
der lieber mit einer ganzen Gruppe an Mitstreitern aufbricht, um Abenteuer zu bestehen,
anspruchsvolle Groß-Quests und für den Gelegenheitsspieler mit wenig Zeit viele schnell
zu erledigende Spielaufgaben. Neben den üblichen Kämpfen gegen Monster und andere
Widersacher, kann man sich auch als Handwerker betätigen, an Auktionen teilnehmen,
Bodenschätze abbauen oder Tränke brauen. Für viele Tätigkeiten ist es jedoch
notwendig, einen Beruf zu erlernen. Um größere Entfernungen zurückzulegen, kann man so
unterschiedliche Transportmittel wie eine Zwergenbahn, Zeppeline, Fledermäuse oder einen
stattlichen Greifen nutzen.
Grafisch präsentiert sich World of WarCraft souverän. Während Spielfiguren
und Gebäude oft im Comicstil gehalten sind, wirken die abwechslungsreichen und
weitläufigen Landschaften sehr natürlich. Sogar die Waldgebiete mit ihren alles
überragenden und Jahrhunderte alten Riesenbäumen erwecken im Spieler das Gefühl, sich
durch eine lebendige Spielwelt zu bewegen. Einzige Einschränkung ist das Fehlen von
Wettereffekten. Trotz Sumpf- und Eislandschaften fällt kein Schnee und findet kein
Regentropfen den Weg zur Erde. Auch der ablaufende Tag- und Nachwechsel hat kaum Einfuss
auf das Geschehen in der Spielwelt.

Damit der Spieler nicht die Übersicht über seine angenommenen Quests verliert, steht
ihm ein Tagebuch zur Verfügung, in dem sämtliche nicht abgeschlossenen Spielaufgaben mit
entsprechender Erläuterung aufgelistet sind.
Um eine anspruchsvollere Spielaufgabe zu lösen, kann man sich eine temporäre
Abenteuergruppe von bis zu fünf Onlinespielern zusammenstellen und die Aufgabe gemeinsam
angehen. Noch kontaktfreudigere Spieler können (ab zehn Personen) eine Gilde gründen und
sind damit jeder Zeit für andere Mitglieder der Gilde in einem speziellen
Informationsfenster sichtbar und ansprechbar. Die umfangreiche Chatfunktion
ermöglicht unbegrenzten Informationsaustausch. Einige Gemeinschaften entwickeln sich
dabei zu regelrechten Klatsch- und Tratsch-Foren. So geschieht es, dass in einer Welt von
Zauberern, Zwergen, Orks und Elfen, Österreicher, Schweizer, Niederländer und Deutsche
über gemeinsame Vorlieben plaudern, über Vorurteile lästern und vielleicht sogar
Freundschaften schließen. |
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