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Die
sozialistischen Utopien seit Bellamy
| Der Nationalökonom und Mediziner Franz Oppenheimer, geboren 1864 in Berlin,
veröffentlichte 1934 schon im palästinensischen Exil unter dem Pseudonym Francis Pelton
seine Utopie Sprung über ein Jahrhundert im Schweizer Gotthelf-Verlag. Der Ingenieur Hans Bachmüller findet beim Vertiefen seines Weinkellers die Zeitmaschine aus Wells' gleichnamigem Roman. Es gelingt ihm, sie wieder in Stand zu setzen und er startet eine Zeitreise 100 Jahre in die Zukunft. Er landet im Jahre 2032 und findet eine sozialistische Welt vor. Dank der ungeheuren Zerstörungskraft atomarer Strahlen die Erfindung eines deutschen Wissenschaftlers gelingt es gemäß dem Motto: »Krieg dem Kriege!« diesen ungewinnbar zu machen. Deutschland und Frankreich nähern sich unter dem Druck dieser Waffen und Europa wird zu einem Garten Eden. Die Urenkel Bachmüllers zeigen ihm die neue Welt und den Weg der »Erlösung« so heißt der radikale soziale Wandel tatsächlich. Neben Versöhnung und Überwindung des Völkerhasses ist es vor allem die Sicherung der freien Konkurrenz von Produktion und Handel gegenüber dem kapitalistischen Monopol, die Wohlstand und Frieden sichern. In dieser Genossenschafts-Utopie ermöglicht die automatisierte Produktion den allgemeinen Wohlstand bei einem hohen Anteil Beschäftigter im ersten Sektor. Landwirtschaft und Forsten dominieren die agrarische Struktur dieser ländlichen Idylle, Grund und Boden befinden sich in Gemeinbesitz. Die Menschen sind von Germanenkraft und hellenischer Anmut, die Neger schon »erstaunlich zivilisiert«. Zins und Patentmonopole werden von Oppenheimer als Grundübel des kapitalistischen Systems ausgemacht und sind daher im 21. Jahrhundert überwunden. Gold ist zwar weiterhin das Werteäquivalent, aber der Monopol-Kapitalismus ist zurückgedrängt. Nachfrage und Verbrauch werden ständig erfasst und aufeinander abgestimmt. Mode und andere Tollheiten sind Relikte der Vergangenheit, dafür werden die Künste und das Handwerk um so mehr gefördert. Bildung hat einen hohen Stellenwert, Schüleraustausche erweitern die Weltanschauung und die sprachlichen Fähigkeiten. Christliche Werte wie schon der »Weg der Erlösung« deutlich machte spielen im engen Familienverband wie im Rechtssystem die entscheidende Rolle. Oppenheimer studierte Medizin in Freiburg und Berlin, war ab 1886 als praktischer Arzt in Berlin tätig. Ab 1890 wandte er sich Wirtschaftsfragen zu und arbeitete auch als Publizist. Er war engagierter Verfechter des Genossenschaftsgedankens, seine Überlegungen bildeten die organisatorische Grundlage u.a. für die heute noch existierende Lebensreform-Genossenschaft Eden in Oranienburg bei Berlin (gegr. 1893). Im Jahre 1917 erhielt er die erste deutsche Soziologie-Professur in Frankfurt am Main. 1934 emigrierte er nach Palästina, 1938 ging er nach Japan, dann in die USA, wo er 1943 verstarb. Wolfgang Both ALIEN CONTACT |
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