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Science Fiction im deutschen Zeitungsroman o Teil 1 -->

Der Zeitungsroman

von Wolfgang Both

Lexikon | Medien
> Der Zeitungsroman
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Der erste Fortsetzungsroman der Zeitungsgeschichte war Robinson Crusoe von Daniel Defoe, der bereits 1719/20 in der ORIGINAL LONDON POST veröffentlicht wurde. Um einer Steuer zu entgehen, vergrößerten die englischen Blätter ihren Umfang durch einen Zusatz. Dieser sollte sich nicht zu sehr vom aktuellen Inhalt abheben und den Leser noch besser unterhalten. Ein mehrteiliger Roman war das geeignete Mittel. Der Fortsetzungsroman, Zeitungsroman oder Feuilletonroman entwickelte sich nun sehr schnell zum unverzichtbaren Bestandteil einer Zeitung. (feuilleton (franz.): Beilage, Beiblatt, Unterhaltungsteil der Zeitung)

Als Teil der Zeitung sollte er die gleichen Kriterien erfüllen, die auch für Nachrichten gelten: Die Meldung muss neu sein und doch an Vertrautes anknüpfen; über den Konflikt erzeugt sie Spannung oder Dramatik; ihre besonders geeigneten Themen sind Normabweichungen oder -verstöße (Skandale) sowie alles Merkwürdige und Mysteriöse. Und von Vorteil ist der lokale Bezug der Nachricht.

Danach steht der Zeitungsroman dem normalen Gehalt einer Zeitung – der Nachricht – näher, als es auf den ersten Blick vielleicht den Anschein hat /1/. Erst die richtige Mischung von Fakten und Spekulationen macht den Erfolg einer Zeitung aus. Von ihrer Auswahl kann Expansion der Auflage oder Konkurs des Blattes abhängen. Je nach Leserschaft und Zielgruppe wurde der Romantyp gewählt. Man versuchte sogar, durch die Romanauswahl neue Abonnentengruppen zu erschließen. So berichtet Norbert Bachleitner in seiner Geschichte des deutschen Feuilletonromans /1/ von der konservativen Berliner HAUDE- UND SPENERSCHEN ZEITUNG, die 1872 ausgerechnet mit Paul Heyses Kinder der Welt (eine Auseinandersetzung zwischen Daseinsfreude und heuchlerischer Frömmigkeit) als Fortsetzungsroman startete. Die Leserschaft verzieh ihr das nie, zwei Jahre später musste sie mit der NATIONAL-ZEITUNG fusionieren. Andere Zeitungen versuchten durch die Romanauswahl z. B. die Frauen in der Leserschaft zu binden.


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Teil 2: Zeitungen und Feuilleton -->
Quellen:
/1/ Bachleitner, Norbert: Kleine Geschichte des deutschen Feuilletonromans, Narr-Verlag Tübingen 1999
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