ALIEN CONTACT BÄRZIN
ALIEN CONTACT 48 Inhalt Archiv

Science Fiction im deutschen Zeitungsroman <-- Teil 5 -->

Vorankündigung als Anzeige

von Wolfgang Both

Lexikon | Medien
> Der Zeitungsroman
Momox-Books.de - Einfach verkaufen.
Neue Zeitungsromane werden auf vielfältige Weise angekündigt. Manchmal ist es ein kleiner Hinweis in der vorletzten Folge (ROTE FAHNE), manchmal auch eine Serie von rätselhaften Sätzen (AIZ).




n51.gif (847 Byte)



Die Ankündigung für Kämpfer gegen Kometen in der VOLKSILLUSTRIERTEN wurde mit einer aufwändigen Grafik gestaltet. Die Mondhaubitze und zahlreiche Raumfahrer in Skaphandern lassen Interesse am Roman auf kommen.
In den kommunistischen Tageszeitungen wurde der Roman Mess Mend als Werk des amerikanischen Autors Jim Dollar angepriesen.

In den ersten Folgen des Abdrucks schlich sich ein origineller Druckfehler ein:

Anzeige

In der ROTEN FAHNE schrieb ein »alter Literaturkenner, der Genosse R. M.« zum Fortsetzungsroman vom 1. November 1924 einen Leserbrief: »›Meß Mend‹ von Jim Dollar ist ein phantastischer Roman. Die handelnden Personen begehen unglaubliche, undurchführbare Handlungen. Aber ist nicht unser ganzes Zeitalter phantastisch? Ist nicht das ganze Leben unserer revolutionären Periode phantastisch? Und trifft es nicht ganz besonders für die Zeit der proletarischen Weltrevolution zu, die 1917 in Rußland ihren ersten Sieg davongetragen hat? Sind wir nicht alle Zeugen davon, wie einfache, man könnte meinen Durchschnittsmenschen, große, phantastische Taten begehen? Als phantastischer Roman entspricht ›‹Meß Mend‹ durchaus dem Geschmack des Lesers der revolutionären Epoche. Die Phantastik des ›Meß Mend› ist eine gesunde, revolutionäre Phantastik, sie hat nichts gemein mit den billigen Abenteuern der Schundliteratur oder auch mit der reaktionären Phantasik des alten E. T. A. Hoffmann, der sein Material aus dem Teufelskram des Mittelalters schöpfte.
›Meß Mend‹ ist Bild des Kampfes zwischen dem Faschismus und Sowjetrußland, das von den amerikanischen Arbeitern unterstützt wird. Alle heroischen Taten, die im Roman begangen werden, sind nur dadurch denkbar, weil hinter ihnen das ganze Proletariat steht.
Nach seiner Biographie zu urteilen, ist der Verfasser Jim Dollar ein amerikanischer Arbeiter, der niemals Rußland gesehen hat und es nur aus Erzählungen, Büchern und Zeitungen kennt. Ihm unterlaufen daher manche kuriosen Fehler. Aber trotz dieser ›Schönheitsfehler› ist ›Meß Mend‹ das erste bedeutende Werk auf dem Gebiet der revolutionären Romantik.
«

Auch andere kommunistische Tageszeitungen druckten diesem Roman anschließend nach /1/. 1926 wurde das Pseudonym im Zusammenhang mit einer Filmproduktion in Sowjetrussland gelüftet; die Romanhefte wurden von Marietta Schaginjan verfasst.

Die Veröffentlichungen sind mit einer Titelvignette gestaltet, in den Wochenblättern meist aufwändiger als in den Tageszeitungen. Aber selbst die konstruktivistische Vignette von Dominiks Erstveröffentlichung wurde im Laufe der Fortsetzungen zurückgenommen.

Selten findet man illustrierte Folgen, eher in den Wochenzeitungen. Dabei ist einiges reich illustriert, wie z. B. FP1 antwortet nicht. Hier sind neben Zeichnungen auch Rissbilder der Plattform abgebildet.

Tageszeitungen weisen außerdem gelegentlich auf dem Titelblatt auf den neuen Fortsetzungsroman hin.

Anzeige

Teil 6: Unbekanntes entdecken -->
Quellen:
/1/ »Mess Mend oder die Yankees in Leningrad«, Vorwort der Anabas-Ausgabe 1984
Leser-Service
Lieferbare Titel zur Literatur-Wissenschaft
ALIEN CONTACT 48 Inhalt Archiv
© copyright 1997-2011 by EPILOGmedia • Alle Rechte vorbehalten
eMail: dialog@epilog.de | Impressum | AGB + Widerrufsrecht