ALIEN CONTACT

Wie ich den Sampo suchte, den Ian Watson stahl

Die deutsche Übersetzung des Mana-Zyklus

von Bernhard Kempen

Science Fiction > Alien Contact

Science Fiction oder Fantasy?

Als Stefan Bauer vom Bastei-Verlag mir Anfang 1995 das Angebot machte, die Mana-Bücher von Ian Watson zu übersetzen, hatte ich zunächst meine Zweifel. Denn eigentlich hatte ich mich bislang standhaft geweigert, Fantasy-Romane oder gar Fantasy-Zyklen zu übersetzen. Aber nachdem ich einen Blick in den Text geworfen hatte, wurde mir sehr schnell klar, daß Ian Watson - von dem ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Zeile gelesen hatte - etwas ganz anderes und vor allem etwas ziemlich Ungewöhnliches geschaffen hatte. Ich muß Ian Watson zustimmen, wenn er in seinem Artikel »Wie ich den Sampo stahl« sagt, er hätte weder Science Fiction noch Fantasy, sondern so etwas wie »science surrealism« geschrieben - was übrigens meinen eigenen Vorlieben entgegenkam, da auch ich schon immer von den Surrealisten fasziniert war. Ich habe es später nicht einen Augenblick bereut, diesen Auftrag angenommen zu haben - abgesehen von der unbedeutenden Tatsache, daß ich für die Übersetzung im Vergleich zu durchschnittlicher Unterhaltungsliteratur doppelt soviel Zeit benötigte und mein Stundenlohn entsprechend niedriger ausfiel. Die Übersetzung der Mana-Bücher war meine bislang interessanteste, herausforderndste und witzigste Arbeit.

Die englische Originalausgabe des Book of Mana erschien beim Verlag Victor Gollancz in zwei Bänden: Lucky’s Harvest (1993) und The Fallen Moon (1994). Der Bastei-Verlag entschied sich, die deutsche Ausgabe in drei Bänden herauszubringen, als Dämonen-Kind (1996), Kuckucks-Fluch (1996) und Mondfall (1997). Dabei entspricht Kuckucks-Fluch dem letzten Drittel des ersten Bandes und dem ersten Drittel des zweiten Bandes. Da die zwei Originalbände in jeweils drei Abschnitte aufgeteilt sind, gab es also keine Probleme, die insgesamt sechs Abschnitte auf drei statt zwei Bände zu verteilen. Sie erschienen zunächst in der (kurz danach eingestellten) Bastei-Paperback-Reihe und von 1998 bis 1999 noch einmal im normalen Taschenbuchformat in der SF-Reihe.

Ian Watson schrieb inzwischen zwei weitere Kurzgeschichten, die ebenfalls im Mana-Universum spielen. Auf deutsch wurde bisher nur »Die Tragödie der Solveig« in der 52. Folge der Anthologiereihe Isaac Asimov’s Science Fiction im Heyne-Verlag veröffentlicht. Es kostete mich mehrere Telefonate, bis ich herausgefunden hatte, wo sie erscheinen würde, um schließlich die Herausgeberin Friedel Wahren davon überzeugen zu können, daß ich der geeignete Übersetzer für diese Story bin. Ein Erscheinungstermin für »The Shortest Night«, die zweite Mana-Story, steht noch nicht fest.


Foto: Doris Kroll

Ein finnisches Epos

Das Vorbild und die Inspiration für Watsons Mana-Bücher war das Kalevala, ein Zyklus aus epischen Liedern, die über Jahrhunderte von finnischen Sängern weitergegeben wurden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden diese Geschichten vom finnischen Arzt Elias Lönnrot gesammelt und 1849 in der endgültigen Form in fünfzig Gesängen veröffentlicht. Außerhalb Finnlands hat das »Buch des Landes der Helden« jedoch niemals den Bekanntheitsgrad des Nibelungenliedes oder gar der Ilias und Odyssee erreicht. (Das Wort »Kalevala« wird auf der ersten Silbe betont und das »v« weich gesprochen; daher findet sich gelegentlich auch die eingedeutschte Form »Kalewala«. Laut Duden kann es sowohl das als auch die Kalevala heißen, während in der Literatur das Neutrum bevorzugt wird.)

1967 erschien im Carl Hanser Verlag eine neue deutsche Übersetzung des Kalevala von Lore und Hans Fromm mit ausführlichem Kommentar. Sie wurde 1979 vom Deutschen Taschenbuch Verlag und 1985 vom Reclam-Verlag nachgedruckt. Die Reclam-Ausgabe (kein gelbes Bändchen, sondern ein stabiles Taschenbuch) ist heute noch lieferbar.

In dieser Geschichte geht es um drei Helden - Väinämöinen, den Schmied Ilmarinen und Lemminkäinen, die zunächst als Rivalen um die begehrten Töchter der Nordlandherrin werben und verschiedene Aufgaben lösen müssen. Dabei wird unter anderem der Sampo, die magische Zaubermühle, geschmiedet, und die Helden finden mehrfach den Tod, können jedoch jedesmal wiederbelebt werden. Enttäuscht von ihren Bemühungen schließen sie sich zusammen und bauen eine Kantele, ein Musikinstrument mit Zauberwirkung. Damit schläfern sie die Bevölkerung des Nordlandes ein und können den Sampo stehlen. Bei einer Seeschlacht geht das kostbare Stück über Bord. Die Nordlandherrin versteckt im Zorn Sonne und Mond, was zu einigen Katastrophen führt, bis die Ordnung wieder hergestellt ist. Am Ende fährt der alte Väinämöinen mit einem kupfernen Boot davon und weissagt, daß man sich eines Tages nach ihm zurücksehnen wird, um der Welt einen neuen Sampo, eine neue Kantele und neues Licht zu bringen.

Armi und ich

Als ich mit der Übersetzung der Mana-Bücher begann, habe ich parallel das Kalevala gelesen, worauf mir sehr schnell klar wurde, daß Ian Watson nicht nur die wesentlichen Handlungsstränge in seine phantastische Welt übernommen hatte, sondern auch zahllose Kleinigkeiten, die ich erst richtig einordnen konnte, als ich den Ursprung der Dinge und Worte erkannt hatte. Doch allmählich stellte ich fest, daß Watson mir noch viel mehr zugemutet hatte. Irgendwann habe ich mich mit einer aus Finnland stammenden Arbeitskollegin meiner Frau getroffen, und gemeinsam konnten wir ermitteln, daß Watson vor allem für die Pflanzenwelt seines Planeten Kaleva finnische Bezeichnungen benutzt hatte. So verbirgt sich hinter dem dort heimischen Baum namens horzma tree das Wort horsma, der finnische Name für das »Weidenröschen«. Nachdem die Finnin - ihr Name ist übrigens Armi Raivaara - und ich bereits eine längere Vokabelliste zusammengestellt hatten, stürzte mir plötzlich der Computer ab, und all unsere bisherigen Bemühungen waren verloren. Doch zu Armis großer Verblüffung war ich in der Lage, die Datei zu großen Teilen aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren. Armi konnte es einfach nicht fassen, daß ich mir die finnischen Begriffe für Pflanzen wie das Weidenröschen, den Wacholder oder die Espe gemerkt hatte, bis ich ihr verständlich machen konnte, daß ich mich seit Wochen fast ausschließlich mit solchen Begriffen beschäftigt hatte und daß ihre Erklärungen für mich so etwas wie die Offenbarungen langgesuchter Geheimnisse darstellten.

Übrigens habe ich mich Armi gegenüber erkenntlich gezeigt, indem ich - mit Ian Watsons Einwilligung, versteht sich - einer Figur, die im Original nur »Granny« genannt wird (sie ist die Aufseherin in der Porträtgalerie), ihren Namen verpaßte. Armi hat es erst erfahren, als sie den einige Zeit später erschienenen ersten Band las - und sie hat sich köstlich über meinen kleinen Streich amüsiert.

Orte und Namen

Für mich stellte sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Frage, wie ich vor allem die Namen für Orte, Bäume und Personen, die Watson aus dem Finnischen entlehnt hatte, ins Deutsche übertragen sollte. Denn auf dem Planeten Kaleva wird nicht Englisch, sondern »Kalevanisch«, also »Finnisch« gesprochen. Daher bestand kein Grund, Watsons englische Begriffe in die deutsche Übersetzung zu übernehmen. Deshalb wurden aus Earthkeep »Erdenburg« und aus Lake Plentiful der »See des Überflusses«. Für die wesentlich häufigeren Ortsnamen mit finnischem Ursprung habe ich mich an den Originalbegriffen orientiert, was zum Beispiel bedeutete, daß ich die von Watson eliminierten Umlaute wieder einfügte. Also wurde aus dem Lake Matijarvi in der deutschen Übersetzung der »Mätijärvi-See« - was übrigens soviel wie »Laich-See« bedeutet. Abgesehen von Orten wie Asikkala und Forssa, die es nicht nur auf Kaleva, sondern tatsächlich in Finnland gibt, stecken weitere zahllose Anspielungen in den Namen. Die Stadt Luolalla ist wörtlich der »Ort der Höhlen«, und Outo heißt auf Finnisch »fremd«, »sonderbar«. Onnekylä ist das »Glücksdorf«, und der Kontinent Pootara geht auf das finnische Wort puutarha für »Garten« zurück, weswegen die Sache in meiner Übersetzung als »Puutara« wiedergegeben ist.

Helden und andere Leute

Die Hauptperson des Kalevala-Epos ist der große Held Väinämöinen, der bei Watson als Fürst Osmo van Maanen auftaucht. In diesem Namen klingt nicht nur das Mana an (das im Kalevala das Reich der Toten darstellt), sondern gleichzeitig das finnische Wort maa für »Erde«. Osmo ist übrigens ein geläufiger finnischer Männername, der auch im Kalevala als Beiname von Väinämöinen auftaucht.

Der Schmied Ilmarinen wurde bei Watson zu Elmer Loxmith. Darin steckt natürlich das englische Wort locksmith, zu deutsch der »Schlossermeister«. Hier hatte ich eine Weile überlegt, ob ich Elmer einen deutscheren Nachnamen verpassen sollte - vielleicht »Lukschmitt« oder gar »Lugschmied«. Aber dann bin ich doch bei Loxmith geblieben, weil ich es nicht übertreiben wollte.

Ähnliche Überlegungen hatte ich im Fall Paula Sariola, genannt Lucky, angestellt. Ihr Nachname geht übrigens auf das finnische Wort saari für »Insel« und den Begriff Sariola zurück, dem »Dämmerland« der finnischen Mythologie. Der Spitzname Lucky ist eine deutliche Anspielung auf Louhi, die »Nordlandherrin« im Kalevala. Eine Eindeutschung als »Luhi« oder »Luki« erschien mir unangemessen, zumal die Assoziation zum germanischen Gott Loki eine falsche Fährte gelegt hätte. Außerdem wäre dann die Bedeutung des englischen Wortes lucky völlig verlorengegangen. Und die verrückte Königin von Kaleva war Watson immerhin so wichtig, daß sie im Titel des ersten Bandes Lucky’s Harvest auftaucht. Also habe ich auch in diesem Fall mit gutem Gewissen den Namen Lucky in der deutschen Version beibehalten.

Bäume und Spinnen

Wie bereits erwähnt, sind auch die Bezeichnungen der auf Kaleva heimischen Flora und Fauna zum größten Teil von finnischen Begriffen abgeleitet, wie mir im Verlauf meiner Arbeit immer erschreckender bewußt wurde.

So wächst auf dem Planeten Kaleva ein Baum namens yellover tree, mit dem Watson mir einiges Kopfzerbrechen bereitete. Zunächst ging ich davon aus, daß er damit auf die gelbe Färbung des Holzes anspielen wollte. Also hatte ich eine Zeitlang die Übersetzung »Gelbbaum« in Erwägung gezogen. Doch dann stellte ich (mit Armis Hilfe) fest, daß er einfach das finnische Wort »jalava« verballhornt hat, das unserer »Ulme« entspricht. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich, eine analoge sprachliche Transformation durchzuführen und aus dem finnischen jalava die »Jalve« zu machen. Das klingt für meinen Geschmack durchaus nach einer Pflanze, zumal es sich so schön auf die »Malve« reimt. Die ist zwar nicht gelb und auch kein Baum und schon gar keine Ulme, aber man kann in einer Übersetzung nicht alles haben.

Weitere botanische Beispiele sind der curver tree, in dem das finnische Wort koivu für »Birke« steckt und der bei mir zum »Köverbaum« wurde. Hinter Watson katies verbirgt sich kataja, der »Wacholder«, woraus ich dann die »Katien« machte (die ich wie »Akazien« ohne »A« aussprechen würde).

Was die Tierwelt betrifft, so haben es mir insbesondere die hammockis angetan. Das sind spinnenartige Geschöpfe, in deren Namen natürlich das englische Wort hammock für »Hängematte« steckt, so daß man sofort an durchhängende Spinnennetze denkt. Doch auch in diesem Fall liegt der eigentliche Ursprung des Wortes in der finnischen Sprache - denn die »Spinne« heißt dort hämähäkki. In meiner Übersetzung wurden daraus die »Hämchen«, was sehr nett klingt, wie ich finde, aber den Assoziationsreichtum der hammockis nur sehr unvollkommen wiedergibt. Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, auf welche Weise Ian Watson mit Worten umgeht und sie zu Ideen weiterverarbeitet.

Übrigens hat Watson dem Surrealisten Raymond Roussel, seinem erklärten Vorbild für diese assoziative Methode, eine kleine Reverenz erwiesen, indem er einen kalevanischen Pilz nach ihm benannte ...

Und selbst der Silbenbandwurm, der sich im letzten Kapitel des dritten Bandes findet - »Korvakukkavahakukkavoidekukkasilmäkukkakorvavaha« - löst sich unter Zuhilfenahme eines finnischen Wörterbuchs in etwas durchaus Sinnvolles auf, nämlich: »Ohrblumewachsblumecremeblumeaugenblumeohrenwachs ...«

 

Original und Fälschung

Ein Übersetzer wird gelegentlich vor schwierige Probleme gestellt, wenn der Autor aus einem anderen Werk zitiert, weil es in manchen Fällen geduldige Detektivarbeit erfordert, die entsprechende Stelle aus einer bereits vorhandenen deutschen Übersetzung herauszusuchen - oder gar aus dem deutschsprachigen Original. Es ist völlig klar, daß man die englische Fassung eines Hölderlin-Gedichts nicht frei ins Deutsche zurückübersetzen kann, sondern sich an den Originaltext halten muß - oder daß man für ein Shakespeare-Zitat auf eine vorliegende deutsche Übersetzung zurückgreifen sollte. Daß eine bestimmte Übersetzung niemals der Weisheit letzter Schluß sein kann, sondern immer nur in einem bestimmten Zusammenhang richtig oder sinnvoll ist, wurde mir im folgenden Beispiel wieder einmal nachdrücklich vor Augen geführt.

In Lucky’s Harvest, dem ersten Band des Book of Mana, zitiert Ian Watson auf S. 172 aus der englischen Kalevala-Übersetzung von Keith Bosley (natürlich ist das Kalevala auf Kaleva bekannt, auch wenn es dort unter dem Titel »Buch des Landes der Helden« firmiert):

  • »Vainamoinen, old and steadfast,
    Had not found the words he wanted ...
    ... In the eternal realms of Mana,
    And for ever more he pondered,
    In his head reflected ever,
    Where the words he might discover,
    And obtain the charms he needed ...«

Ich machte mich also auf die mühsame Suche nach der deutschen Entsprechung, die ich schließlich im 17. Gesang des Kalevala (in der Reclam-Ausgabe auf S. 102) fand. Doch zu meinem namenlosen Entsetzen las sie sich dort wie folgt:

  • »Weil der alte Väinämöinen nicht gewann die Zauberworte
    In des Totenlandes Höfen, in Manalas ewger Hausung,
    So erwägt er immer wieder, überdenkt in seinem Sinne,
    Woher er die Worte nehme, wirkungsstarkes Wissen schaffe.«

Nur am Rande sei bemerkt, daß Watson den Anfang der zweiten Zeile ausgelassen hat, weil die Bedeutung von mana als »Totenland« in seiner Version der Geschichte keine Rolle spielt. - Mein Problem bestand nun darin, daß ich diese deutsche Fassung unmöglich übernehmen konnte, da sie einen ganz anderen Rhythmus hat, in viel geschraubterer Sprache verfaßt ist und stilistisch völlig aus dem Zusammenhang herausfallen würde, in den Watson sie gestellt hat. Somit rang ich mich dazu durch, diese Stelle neu zu übersetzen, eine Art Kompromiß zwischen Bosley und Fromm zu finden, der schließlich folgendermaßen aussah (S. 260 in der Bastei-TB-Ausgabe):

  • »Väinämöinen alt und wahrhaft,
    Hatte die Worte, die er suchte, nicht gefunden ...
    ... In den ewigen Reichen des Mana,
    So erwägt er immer wieder,
    Überdenkt in seinem Sinne,
    Wo er diese Worte suche,
    Und den nöt’gen Zauber finde ...«

In diesem Fall hatte ich kein schlechtes Gewissen, da ich mich schließlich nicht am Originaltext vergangen hatte, sondern lediglich das tat, was ich beruflich ständig tue, nämlich zu übersetzen, auch wenn ich hier aus naheliegenden Gründen nicht mit dem finnischen Original arbeiten konnte.

Privatangelegenheiten

Als Übersetzer für Ian Watson zu arbeiten war eine anstrengende und herausfordernde Erfahrung, aber gleichzeitig war es eine sehr befriedigende Arbeit und ein großer Spaß. Dazu hat zweifellos beigetragen, daß Ian Watson der erste Autor war, mit dem ich als Übersetzer brieflichen Kontakt aufnahm, um ihn mit Fragen nerven zu können. Zu meinem Erstaunen hat er mir geduldig jedes scheinbar noch so unwichtige Detail erklärt - doch in einigen Punkten mußte er passen, weil er sich nicht mehr erinnern konnte, was er sich ursprünglich dabei gedacht hatte. Später wurde mir klar, daß ein Autor natürlich daran interessiert sein sollte, seinem Übersetzer zu helfen, weil viele Leser sein Buch nur in dessen Übersetzung kennenlernen werden.

Genausoviel Spaß hat es gemacht, Ian Watson anläßlich des Trinity-Cons 1999 in Dortmund persönlich kennenzulernen. Bei unserer ersten Begegnung war er übrigens ziemlich verblüfft, weil er eher einen klassischen deutschen Gelehrten mit Nickelbrille und Rauschebart erwartet hatte. Aber wir haben uns trotzdem auf Anhieb verstanden - nicht nur beim Gespräch auf dem Podium, sondern auch in der Bar des Con-Hotels. Auch mit meiner Frau hat er sich blendend verstanden, obwohl sie ursprünglich gar nicht dabeisein wollte, da ihre Kenntnisse in der Science-Fiction-Literatur und der englischen Sprache nach eigener Überzeugung viel zu schlecht sind, um sich mit einem britischen SF-Autor zu unterhalten zu können. Jetzt hat Ian Watson jedenfalls einen neuen Fan, der noch nie eine Zeile von ihm gelesen hat und es wohl auch nie tun wird.

Was mich betrifft, so habe ich ohne Zögern zugesagt, als ich vor kurzem das Angebot erhielt, auch Watsons neuen Roman Hard Questions (1996) zu übersetzen. Ich rechne fest damit, daß auch diese Arbeit zahlreiche »schwierige Fragen« aufwerfen wird ...

Literaturangaben

  • Kalevala. Das finnische Epos des Elias Lönnrot, übersetzt von Lore und Hans Fromm, 2 Bände (München, Wien: Carl Hanser Verlag, 1967)
    - (München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1979)
    - (Stuttgart: Philipp Reclam jr., 1985)
  • Ian Watson, Lucky’s Harvest. The First Book of Mana (London: Victor Gollancz, 1993)
  • Ian Watson, The Fallen Moon. The Second Book of Mana (London: Victor Gollancz, 1994)
  • Ian Watson, Dämonen-Kind. Das erste Buch Mana (Bergisch Gladbach: Bastei, April 1996) [B 28230].
    - (Bergisch Gladbach: Bastei, August 1998) [B 24243].
  • Ian Watson, Kuckucks-Fluch. Das zweite Buch Mana (Bergisch Gladbach: Bastei, August 1996) [B 28233].
    - (Bergisch Gladbach: Bastei, Dezember 1998) [B 24250].
  • Ian Watson, Mond-Fall. Das dritte Buch Mana (Bergisch Gladbach: Bastei, Februar 1997) [B 28236].
    - (Bergisch Gladbach: Bastei, März 1999) [B 24253].
  • Ian Watson, »The Tragedy of Solveig«, in: Asimov’s Science Fiction, Dezember 1996.
    - »Die Tragödie der Solveig«, in Friedel Wahren (Hrsg.), Isaac Asimov’s Science Fiction, 52. Folge (München: Heyne, Dezember 1998) [06/5989], S. 7-52.
  • Ian Watson, »The Shortest Night«, in: Asimov’s Science Fiction, Mai 1998.
Alle Rechte vorbehalten. Dieser Text ist, wie alle Texte in epilog.de, durch das Urheberrecht geschützt. Die unautorisierte Reproduktion, auch in Online- und Offlinemedien, ist verboten und wird straf- und zivilrechtlich verfolgt.
Siehe auch
Ian Watson: Wie ich den Sampo stahl
Bernhard Kempen im Gespräch mit Ian Watson
Bernhard Kempen: Die unsichtbare Tätigkeit - Erfahrungen eines Romanübersetzers
Ian Watson
Hinter den Kulissen • Wie Medien entstehen
The fantastic Worlds of Science Fiction
Leser-Service
Lieferbare Bücher von Ian Watson
Lieferbare Bücher von Bernhard Kempen
© copyright 1997-2011 by EPILOGmedia • Alle Rechte vorbehalten
eMail: dialog@epilog.de | Impressum | AGB + Widerrufsrecht