ALIEN CONTACT
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George R. R. Martin

Die Zweite Speisung

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Normalerweise machte man so etwas nicht absichtlich, und schon gar nicht als Hobby, aber Haviland Tuf hatte es doch getan: Er sammelte Raumschiffe.
   Vielleicht sollte man genauer sagen: er sammelte Raumschiffe an. Genügend Platz hatte er auf jeden Fall dafür. Als Tuf das erste Mal einen Fuß auf die Arche setzte, hatte er dort fünf schicke, schwarze Deltaflügelfähren vorgefunden, die ausgeschlachtete Hülle eines dickbäuchigen rhiannesischen Handelsschiffes und drei außerirdische Raumschiffe: ein schwer bewaffnetes Hruunkampfschiff und zwei noch fremdartigere Schiffe, deren Vergangenheit und Erbauer ein Rätsel blieben. Zu dieser bunten Mischung gesellte sich Tufs eigenes beschädigtes Handelsschiff, die Füllhorn Exzellenter Güter und Niedriger Preise.
   Das war jedoch erst der Anfang. Im Verlauf seiner Reisen stieß Tuf auf weitere Schiffe, die sich auf seinem Landedeck ansammelten wie Staubflocken unter einer Computerkonsole oder Akten auf einem Beamtenschreibtisch.
   Auf Freehaven wurde der Einmann-Kurierflieger eines Unterhändlers durch feindliches Feuer so stark getroffen, als er die Blockade durchbrach, dass Tuf so frei war, für die Rückreise seine Fähre Manticore zur Verfügung zu stellen – natürlich erst, nachdem der Vertrag ausgehandelt worden war. Auf diese Weise war er in den Besitz eines Kurierfliegers gelangt.
   Die Elefantenpriester auf Gonesh hatten noch nie einen Elefanten gesehen. Tuf klonte ihnen einige Herden. Der Abwechslung wegen hatte er noch ein Paar Mastodons, ein Wollhaarmammut und einen grünen trygianischen Trompetenstoßzahnler hinzugefügt. Die Goneshi, die mit dem Rest der Menschheit keinen Handel wünschten, hatten ihn mit der altersschwachen Raumflotte entlohnt, in der ihre Vorfahren gekommen waren, um den Planeten zu besiedeln. Tuf konnte zwei Schiffe an Museen verkaufen und den Rest der Flotte an einen Schrotthändler, aber ein Schiff hatte er aus einer Laune heraus für sich behalten.
   Auf Karaleo hatte er den Gebieter des Goldleuchtenden Rudels bei einem Wetttrinken besiegt und als Entschädigung für seine Unannehmlichkeiten ein luxuriöses Löwenschiff gewonnen, obwohl der Verlierer unerfreulicherweise die meisten der prunkvollen Verzierungen aus massivem Gold entfernt hatte, bevor er es übergab.
   Die auf ihre handwerklichen Fähigkeiten so außerordentlich stolzen Artifizierer von Mhure waren von den intelligenten Minidrachen, die Tuf ihnen gegen ihre Flügelrattenplage zur Verfügung gestellt hatte, so begeistert, dass sie ihm eine Silbereisendrachenfähre mit riesigen Fledermausflügeln schenkten.
   Die Ritter von St. Christopher, deren Zufluchtsstätte ihres Charmes beraubt worden war, als sie durch riesige Flugsaurier verwüstet wurde, die sie Drachen nannten (zum Teil des Effektes wegen, zum Teil aus Mangel an Phantasie), waren gleichermaßen erfreut, als Tuf sie mit Georgen versorgte, winzigen haarlosen affenartigen Wesen, die nichts mehr liebten, als sich an Dracheneiern zu laben. Also hatten ihm auch die Ritter ein Schiff geschenkt. Es sah aus wie ein Ei – ein Ei aus Stein und Holz. Im Inneren des Eidotters befanden sich tiefe gepolsterte Sitze aus geöltem Drachenleder, Hunderte phantastische Messinghebel und ein farbiges Glasmosaik anstelle des Sichtschirmes. Die hölzernen Wände waren mit riesigen handgewebten Wandbehängen verkleidet, auf denen die großen Heldentaten der Ritter abgebildet waren. Das Schiff war natürlich nicht funktionstüchtig – der Sichtschirm zeigte keine Sicht, die Messinghebel bewirkten nichts, und das Lebenserhaltungssystem konnte kein Leben erhalten. Tuf nahm es trotzdem an.
   Und so war es immer weiter gegangen, hier ein Schiff und dort ein Schiff, bis sein Landedeck aussah wie ein interstellarer Schrottplatz. Daher stand Tuf eine große Auswahl der unterschiedlichsten Raumschiffe zur Verfügung, als er beschloss, nach S’uthlam zurückzukehren.
   Vor langer Zeit schon war er zu der Erkenntnis gelangt, dass es unklug wäre, in der Arche selbst zurückzukehren. Schließlich hatte die Planetare Verteidigungsflotte mit allen Mitteln versucht, das Saatgutschiff zu konfiszieren, als er das s’uthlamesische System verlassen hatte. Die S’uthlamesen waren ein hoch entwickeltes und technologisch anspruchsvolles Volk, das seine Kriegsschiffe in den fünf Standardjahren, seit Tuf das letzte Mal unter ihnen geweilt hatte, zweifelsohne wesentlich verbessert hatte. Daher war ein Erkundungsflug dringend geboten. Glücklicherweise hielt Haviland Tuf sich für einen Meister der Verkleidung.
   In der kalten, leeren Dunkelheit des interstellaren Raumes ein Lichtjahr von S’uthlam entfernt bremste er die Arche ab und fuhr zum Landedeck hinunter, um seine Flotte zu inspizieren. Schließlich entschied er sich für das Löwenschiff. Es war lang und beweglich, der Stellarantrieb und die Lebenserhaltung waren funktionstüchtig, und Karaleo war weit genug von S’uthlam entfernt, so dass ein Handel zwischen beiden Planeten unwahrscheinlich war. Daher würden eventuelle Schwachstellen seines Schwindels höchstwahrscheinlich unbemerkt bleiben. Bevor er ablegte, verlieh Haviland Tuf seiner milchweißen Haut eine tief bronzefarbene Tönung, versteckte seinen langen haarlosen Schädel unter einer Perücke, die ihm zu einem formidablen rotgoldenen Bart und einer wilden Mähne verhalf, klebte sich buschige Augenbrauen an und drapierte um seine massige, dickbäuchige Gestalt alle möglichen grell leuchtenden Pelze (synthetisch) und goldene Ketten (in Wirklichkeit Quasigilt), bis er nicht mehr von einem karaleonischen Edelmann zu unterscheiden war. Die meisten seiner Katzen blieben auf der Arche in Sicherheit zurück, nur Dax, das schwarze telepathische Kätzchen mit den strahlend goldenen Augen, reiste mit ihm, zusammengerollt in einer geräumigen Tasche. Er gab seinem Schiff einen glaubhaften und passenden Namen, belud es mit gefriergetrocknetem Pilzeintopf und zwei Fässchen dickem braunem Malzbier von St. Christopher, programmierte seinen Computer mit einigen seiner Lieblingsspiele, und legte ab.
   Als er in der Nähe des Globus von S’uthlam und seiner ausgedehnten Orbitaldocks von Überlichtgeschwindigkeit auf normale Geschwindigkeit ging, wurde Tuf im nächsten Augenblick gerufen. Auf dem riesigen Bildschirm des Kontrollraums, der wie ein großes Auge geformt war – eine weitere interessante Vorliebe der Leonesen – erschienen die Gesichtszüge eines kleinen, mageren Mannes mit müden Augen. »Hier Spinnennest Control, Hafen von S’uthlam«, stellte er sich vor. »Wir haben Sie, Fliege. Identifizieren Sie sich bitte.«
   Haviland Tuf aktivierte seine Komm-Einheit. »Hier ist die Wilder Brüller der Savanne, sagte er mit gleichmäßiger, neutraler Stimme. »Ich hätte gern eine Landegenehmigung.«
   »Was für eine Überraschung aber auch«, sagte der Kontrolleur gelangweilt. »Dock vier-siebenunddreißig. Ende.« Sein Gesicht wurde durch einen Grundriss ersetzt, der die Lage des bezeichneten Liegeplatzes an der Station zeigte. Dann wurde die Verbindung unterbrochen.
   Nach dem Anlegen kam ein Team der Zollbehörde an Bord. Eine Frau inspizierte seine leeren Frachträume, absolvierte eine schnelle und oberflächliche Sicherheitsprüfung, um sich zu vergewissern, dass dieses seltsame und ungewöhnliche Schiff nicht explodieren oder schmelzen oder das Netz auf andere Weise beschädigen würde, und untersuchte das Schiff auf Ungeziefer. Ihre Kollegin unterwarf Tuf einer ausgedehnten Befragung über seine Herkunft, seinen Zielort, seine Geschäfte auf S’uthlam und andere Einzelheiten seiner Reise und hämmerte seine frei erfundenen Antworten in einen Handcomputer ein.
   Sie waren beinahe fertig, als Dax verschlafen aus Tufs Tasche auftauchte und sie ansah. »Was zum … », sagte sie erschrocken. Sie erhob sich so plötzlich, dass sie beinahe ihren Computer fallen gelassen hätte.
   Das Kätzchen – nun gut, es war jetzt beinahe ein Kater, aber immer noch das jüngste von Tufs Haustieren – hatte langes, seidiges Fell so schwarz wie die Tiefen des Alls, leuchtend goldene Augen, und ein merkwürdig träges Gemüt. Tuf nahm es heraus, wiegte es auf einem Arm und streichelte es mit der anderen Hand. »Das ist Dax«, sagte er. Die S’uthlamesen hatten die irritierende Angewohnheit, alle Tiere für Schädlinge zu halten, und er war bemüht, jeglichen überstürzten Handlungen seitens der Zollbeamtin zuvorzukommen. »Er ist ein Haustier, Madam, und völlig harmlos.«
   »Ich weiß, was das ist«, sagte die Frau scharf. »Halten Sie ihn mir vom Leib. Wenn er mir an die Kehle geht, kommen Sie in große Schwierigkeiten, Fliege.«
   »In der Tat«, sagte Haviland Tuf. »Ich werde mein Bestes tun, ihn unter Kontrolle zu halten.«
   Sie sah erleichtert aus. »Das ist noch eine kleine Katze, nicht wahr? Wie nennt man das? Ein Kätzchen?«
   »Ihre Kenntnisse der Zoologie sind überragend«, entgegnete Tuf.
   »Ich habe keine Ahnung von Zoologie«, sagte die Zollinspektorin und lehnte sich bequem zurück. »Aber von Zeit zu Zeit sehe ich mir ein paar Videoshows an.«
   »Ohne Zweifel haben Sie eine Vorliebe für populärwissenschaftliche Dokumentationen«, sagte Tuf.
   »Das nicht unbedingt, Fliege«, sagte die Frau. »Ich stehe mehr auf Romanzen und Abenteuerfilme.«
   »Ach so«, sagte Haviland Tuf. »Und in einem solchen Drama kam eine Katze vor, nehme ich an.«
   Sie nickte, und genau in diesem Moment kam ihre Kollegin aus dem Laderaum. »Alles sauber«, sagte sie. Dann zeigte sie auf Dax, der sich in Tufs Arme geschmiegt hatte, und lächelte. »Ein Katzenschädling«, sagte sie glücklich. »Irgendwie niedlich, nicht wahr?«
   »Lass dich nicht täuschen«, warnte die erste Inspektorin. »Sie sind weich und kuschelig, aber sie können dir im Nu die Lunge herausreißen.«
   »Er sieht ein bisschen zu klein aus für so was«, sagte ihre Partnerin.
   »Ha! Erinnere dich an die aus Tuf und Mune
   »Tuf und Mune«, wiederholte Haviland Tuf ausdruckslos.
   Die zweite Inspektorin setzte sich neben die erste. »Der Pirat und die Hafenmeisterin«, sagte sie.
   »Er war der skrupellose Herrscher über Leben und Tod, mit einem Schiff so groß wie die Sonne. Sie war die Spinnenkönigin, hin- und hergerissen zwischen Liebe und Loyalität. Gemeinsam veränderten sie die Welt«, sagte die erste.
   »Sie können sich das im Spinnenest ausleihen, wenn Sie so was mögen«, erzählte ihm die zweite. »Da kommt eine Katze drin vor.«
   »Tatsächlich«, sagte Haviland Tuf blinzelnd. Dax begann zu schnurren.

Sein Landeplatz lag fünf Kilometer draußen im Netz, so dass Haviland Tuf einen pneumatischen Röhrenzug ins Hafenzentrum nahm.
   Ständig wurde er angerempelt. Im Zug gab es keine Sitze. Er war gezwungen zu stehen, mit dem spitzen Ellbogen eines Fremden in seinen Rippen, der kalten Plastahlmaske eines Cybertechs wenige Millimeter von seinem Gesicht entfernt und dem spiegelglatten Rückenschild irgendeines Aliens, der gegen seinen Rücken rieb, wann immer der Zug bremste. Als er ausstieg, war es, als ob der Wagen sich entschieden hätte, das Übermaß an Menschheit auszuspucken, das er sich einverleibt hatte. Der Bahnsteig war wie ein Ameisenhaufen, Lärm und Durcheinander, mit Vorübereilenden, die sich an ihm vorbeischoben. Eine kleine junge Frau mit messerscharfen Gesichtszügen legte ungebeten ihre Hand auf seine Pelze und lud ihn ein, sie in eine Sexstube zu begleiten. Kaum hatte Tuf sich befreit, sah er sich einem Nachrichtenreporter gegenüber, ausgestattet mit einer Kamera im dritten Auge und einem einschmeichelnden Lächeln, der sagte, dass er einen Beitrag über fremdartige Fliegen arbeitete und ein Interview führen wollte.
   Tuf drängte an ihm vorbei in eine Verkaufsbude, erwarb einen Privatsphärenschild und hängte ihn sich an den Gürtel. Das verhalf ihm zu einem gewissen minimalen Schutz. Wenn sie es sahen, wandten sich die S’uthlamesen höflich ab, weil er es so wünschte, und er war in der Lage, mehr oder weniger unbelästigt durch die Menschenmenge zu wandeln.
   Sein erster Halt war ein Videoplex. Er mietete ein Einzelzimmer mit Couch, bestellte eine Blase des wässrigen s’uthlamesischen Bieres und lieh sich ein Exemplar von Tuf und Mune aus.
   Sein zweiter Halt war das Büro der Hafenmeisterin. »Sir«, sagte er zu dem Mann hinter dem Empfangstresen. »Eine Frage bitte. Arbeitet Tolly Mune immer noch als Hafenmeisterin von S’uthlam?«
   Der Sekretär schaute an ihm auf und ab und seufzte. »Fliegen«, sagte er. »Natürlich. Wer denn sonst?«
   »Wer denn sonst, in der Tat«, sagte Haviland Tuf. »Es ist dringend erforderlich, dass ich sie umgehend sprechen kann.«
   »Ist es das, ja? Für Sie und tausend andere. Name?«
   »Ich werde Weemowet genannt, bin ein Reisender von Karaleo, Besitzer der Wilder Brüller der Savanne
   Der Sekretär schnitt eine Grimasse, gab das alles in seine Konsole ein und lehnte sich dann wartend in seinem Schwebesessel zurück. Schließlich schüttelte er den Kopf. »Tut mir leid, Weemowet«, sagte er. »Ma ist beschäftigt, und ihr Computer hat noch nie von Ihnen, Ihrem Schiff oder Ihrem Planeten gehört. Ich kann Ihnen in ungefähr einer Woche einen Termin geben, wenn Sie darauf bestehen.«
   »Das ist unbefriedigend. Meine Angelegenheit ist persönlicher Natur, und ich würde es vorziehen, die Hafenmeisterin umgehend zu treffen.«
   Der Sekretär hob die Schultern. »Da können Sie sich auf den Kopf stellen, Fliege. Mehr kann ich für Sie nicht tun.«
   Haviland Tuf überlegte einen Moment. Dann griff er in die Fransen seiner Mähne und zog daran. Es gab ein reißendes Geräusch, als sie ihm vom Gesicht fiel. »Sehen Sie genau hin!«, sagte er. »Ich bin in Wirklichkeit gar nicht Weemowet. Ich bin der verkleidete Haviland Tuf.« Er legte seine Perücke und den Bart auf die Konsole.
   »Haviland Tuf?«, fragte der Sekretär.
   »Korrekt.«
   Der Mann lachte. »Ich habe die Videoshow gesehen, Fliege. Wenn Sie Tuf sind, bin ich Stephan Cobalt Northstar.«
   »Stephan Cobalt Northstar ist seit mehr als einem Jahrtausend tot. Ich bin trotzdem Haviland Tuf.«
   »Sie sehen überhaupt nicht aus wie er«, sagte der Sekretär.
   »Ich bin inkognito, verkleidet als leonesischer Edelmann.«
   »Oh, richtig. Hatte ich vergessen.«
   »Sie haben ein kurzes Gedächtnis. Werden Sie Hafenmeisterin Mune mitteilen, dass Haviland Tuf nach S’uthlam zurückgekehrt ist und umgehend mit ihr zu sprechen wünscht?«
   »Nein«, sagte der Mann ihm ins Gesicht. »Aber ich werde es heute Abend auf der Feier all meinen Freunden erzählen.«
   »Ich habe sechzehn Millionen fünfhunderttausend Standards, die ich ihr übergeben möchte«, sagte Tuf.
   »Sechzehn Millionen fünfhunderttausend Standards?« sagte der Sekretär beeindruckt. »Das ist ’ne Menge Geld.«
   »Sie haben einen schnellen Blick für das Offensichtliche«, sagte Tuf ruhig. »Ich habe festgestellt, dass das ökologische Engineering ein durchaus lukrativer Beruf ist.«
   »Schön für Sie«, sagte der Mann. Er beugte sich vor. »Nun, Tuf oder Weemowet oder wer immer Sie sind, das ist ja alles recht lustig, aber ich habe zu tun. Wenn Sie nicht in der nächsten Sekunde Ihre Haare nehmen und mir aus den Augen gehen, werde ich die Sicherheitsleute rufen müssen.« Er war gerade dabei, dieses Thema weiter zu erörtern, als seine Konsole summte. »Ja«, sagte er stirnrunzelnd in sein Headset. »Äh, ja. Sicher, Ma. Nun, groß, sehr groß, zweieinhalb Meter groß, mit einem Bauch, der fast schon obszön ist. Hmm. Nein, eine Menge Haare. Hatte er zumindest, bevor er sie abnahm und auf meiner Konsole entsorgte. Nein, er sagte, er wäre verkleidet. Ja. Sagt, er hätte Millionen Standards für Sie.«
   »Sechzehn Millionen fünfhunderttausend«, präzisierte Tuf.
   Der Sekretär schluckte. »Natürlich. Sofort, Ma.« Er beendete die Verbindung und schaute Tuf erstaunt an. »Sie möchte Sie sehen.« Er wies ihm die Richtung. »Durch die Tür. Vorsicht, ihr Büro hat Null-G.«
   »Ich bin mir der Abneigung der Hafenmeisterin gegen Schwerkraft durchaus bewusst«, sagte Haviland Tuf. Er sammelte seine Mähne auf, klemmte sie sich unter den Arm und ging steif und würdevoll auf die bezeichnete Tür zu, die vor ihm zur Seite glitt.

Teil 2 von »Die zweite Speisung« -->

Deutsche Erstveröffentlichung
Originaltitel: »Second Helpings«
© 2003 by George R. R. Martin. Alle Rechte vorbehalten.
Mit freundlicher Genehmigung seines Agenten Werner Fuchs
Übersetzung © 2003 Berit Neumann
Erstveröffentlichung in ANALOG, November 1985
Die Übersetzung folgt der Buchausgabe in Tuf Voyaging (London: Victor Gollancz, 1988)
Mit herzlichem Dank an George R. R. Martin & Werner Fuchs
Grafik © 2002 Manfred Lafrentz

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Siehe auch
Legenden - Interview mit George R. R. Martin
»Brot und Fische« • Story von George R. R. Martin
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