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Science Fiction-Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften der DDR

Der Neuerer

Eine kommentierte Bibliographie von Hans-Peter Neumann

Lexikon | Medien
> Der Zeitungsroman
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Im Rahmen meiner Recherchen für die Große illustrierte Bibliographie der Science Fiction in der DDR habe ich auch systematisch die in der DDR erschienenen Zeitschriften, soweit diese wenigstens hin und wieder belletristische Texte veröffentlichten, sowie die wichtigsten Tageszeitungen durchgesehen. In dieser Serie sollen die Ergebnisse dieser Recherchen ausführlicher dargestellt werden, als das in der Bibliographie möglich war, wo Zeitungen und Zeitschriften nur einen Nebenaspekt bilden, zum anderen wird hier zusätzlich auf die Spezifika der einzelnen Zeitungen und Zeitschriften und auf interessante oder nur in dieser Form gedruckte Texte eingegangen.

Texte, die nur in Perodika abgedruckt wurden und nie eine Buchveröffentlichung erlebten sind sozusagen das »Salz in der Suppe«, bei deren Auffinden man sich für die doch recht mühselige und langwierige Recherche in den Bibliotheken und Archiven belohnt fühlt. Besonders dann, wenn sich darunter Arbeiten befinden, die nicht zu Recht in Vergessenheit gerieten und/oder neue Aspekte bei der Beurteilung des Schaffens eines bekannten Autors beitragen können oder neue genre-geschichtliche Einblicke eröffnen.

Siehe auch:
FREIE WELT
ILLUSTRIERTE RUNDSCHAU
DER NEUERER
TECHNIKUS
DIE TROMMEL
Die ZEITSCHRIFT FÜR ERFINDUNGS- UND VORSCHLAGSWESEN wurde vom Amt für Erfindungs- und Patentwesen der DDR herausgegeben und erschien monatlich im Verlag Die Wirtschaft, Berlin.

Vom ersten Jahrgang 1952 bis zum 13. Jahrgang 1964 war die Zeitschrift noch unter dem Titel ERFINDUNGS- UND VORSCHLAGSWESEN im Deutschen Zentralverlag, Berlin, erschienen, als DER NEUERER firmierte sie dann ab dem 14. Jahrgang 1965 und wurde im 39. Jahrgang mit der Nr. 4/1990 eingestellt.

Die Zeitschrift war integraler Bestandteil der sogenannten »Neuererbewegung«, in der Arbeiter, Bauern und Angestellte permanent dazu aufgefordert wurden, Verbesserungsvorschläge, die zu einer höheren Produktivität an ihrem Arbeitsplatz führen sollten, einzureichen. Diese Verbesserungsvorschläge, die bis zu Erfindungen und Patenten gehen konnten, wurden großzügig prämiert und waren Teil des sozialistischen Wettbewerbs, den die Brigaden untereinander führten.

Die Zeitschrift enthielt somit vor allem Erfahrungsberichte aus der Neuererbewegung und machte mit rechtlichen und organisatorischen Problemen im Erfindungs- und Patentwesen vertraut. Daß in der Zeitschrift auch Science Fiction abgedruckt wurde, ist weitgehend unbekannt. In so einer drögen Publikation vermuteten meine geschätzten Vorgänger bei der bibliographischen Aufarbeitung der DDR-SF wohl keine einschlägigen Beiträge; da es sich um eine Monatszeitschrift handelte, genügte sie ja zumindest den Erfassungskriterien der Publikationen, die Olaf R. Spittel ausgewertet haben will.

Aus Sicht der Redaktion war der Abdruck von Science Fiction wohl zeitweise ein probates Mittel, die Zeitschrift etwas interessanter zu gestalten. Noch in einem Interview Anfang der neunziger Jahre führte der ehemalige Chefredakteur die (sporadischen) SF-Abdrucke als Beleg für die Vielfältigkeit der Zeitschrift an. Bei wissenschaftlich und technisch interessierten Lesern lag dieses Genre sicher auch näher als etwa historische Romane. So begann man gleich 1965 nach der mit einer Umbenennung und einem Verlagswechsel einhergehenden tiefgreifenden inhaltlichen Umgestaltung damit, SF abzudrucken. Diese Publikationspraxis wurde aber nur sechs Jahre durchgehalten, nach 1971 finden sich keine SF-Abdrucke mehr. Bei den meisten Texten handelt es sich um Auszüge aus Romanen oder Erzählungen aus der aktuellen SF-Buchproduktion anderer DDR-Verlage. Originalveröffentlichungen, die allesamt nie nachgedruckt wurden, waren nur eine »Geträumte Reportage« von Klaus Schuchardt sowie drei Erzählungen des sowjetischen Autorenduos Boris Subkow und Jewgeni Muslin. Obwohl zwei der Texte die Verfasserangabe E. Muslin bzw. J. Muslin tragen, wurden alle drei Erzählungen von Subkow/Muslin gemeinsam verfaßt.

Abkürzungen:
Ill. Illustrator / illustriert
N.N. Nomen Nescio [Name nicht bekannt]
Ü. Übersetzer
{ } geschweifte Klammern kennzeichnen sogenannte Grenzfälle - das sind Werke die m.E. keine SF sind, von anderen aber dafür angesehen werden könnten
[ ] eckige Klammern kennzeichnen alle Kommentare, darunter auch Angaben, die aus dem Abdruck nicht direkt hervorgehen
1965 A. Tolstoi: Geheimnisvolle Strahlen (Auszüge)
Nr. 8/1965 [1. Teil.] S. 370 f. Ill.: K.-H. Schmidt
Nr. 9/1965 [2. Teil.] S. 418 f.
Nr. 10/1965 [3. Teil.] S. 470 f.
1965 Klaus Schuchardt: Geträumte Reportage.
Nr. 11/1965 S. 504–506. Ill.: N.N.
1965/66 Jewgeni Woiskunski und Issai Lukodjanow: Das Messer des Pandit. Ein Roman über phantastische Erfindungen und überraschende Entdeckungen. (Auszug)
Nr. 12/1965 [1. Teil.] S. 562 f. Ill.: K.-H. Schmidt
Nr. 1/1966 [1. Fortsetzung.] S. 34 f.
Nr. 2/1966 [2. Fortsetzung.] S. 82 f.
Nr. 3/1966 [3. Fortsetzung.] S. 128 f.
1966 Subkow, Muslin: Prozeß um den weißen Hengst. Wissenschaftlich-phantastische Erzählung
Nr. 5/1966 S. 222 f. Ü.: N.N.
1966 E. Muslin: Erfindungen aus dem Jenseits. Wissenschaftlich-phantastische Erzählung
Nr. 6/1966 S. 274 f. Ü.: N.N.
1966 J. Muslin: Bazillus terrus. Wissenschaftlich-phantastische Erzählung
Nr. 9/1966 S. 416. Ü.: N.N.
1968 Josef Nesvadba: Die Erfindung gegen sich selbst. (Aus der Anthologie »Marsmenschen«, redaktionell überarbeitet)
Nr. 1/1968 I. Teil. S. 26 f. Ill.: B. Müller
Nr. 2/1968 Teil 2 und Schluß. S. 64 f.
1968 S. Jurjew: Der 20-Millionen-Dollar-Hund. (Auszug aus: »Mr. Groppers seltsamer Tod«)  
Nr. 7/1968 [1. Teil.] S. 246 f. Ill.: Porsch
Nr. 8/1968 1. Fortsetzung. S. 282 f.
Nr. 9/1968 2. Fortsetzung. S. 319
1969 Alexander Mejerow: Der fliederfarbene Kristall. (Auszug)
Nr. 6/1969 S. 209 f. Ill.: N.N.
   
1969 Josef Nesvadba: Das Einsteingehirn. (Auszüge)
Nr. 11/1969 S. 309. Ill.: [Klaus Ensikat]
   
1970 Stanislaw Lem: Die Waschmaschinentragödie. (Gekürzt)
Nr. 9/1970 S. 305–307
1971 Konrad Fialkowski: Ploxis. (Auszug)
Nr. 1/1971 S. 32 f.
Nr. 2/1971 Fortsetzung [und Schluß]. S. 64 und S. 67
1971 Gerhard Branstner: Patentraub auf dem Mond. (Auszug aus: »Der falsche Mann im Mond«)
Nr. 4/1971 S. 139–141
Nr. 5/1971 Fortsetzung [und Schluß]. S. 176 f.

Hans-Peter Neumann © 2002

Siehe auch:
Die Große illustrierte Bibliographie der Science Fiction in der DDR
The fantastic Worlds of Science Fiction
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