Die Unterschlaufe
Also gut. Vor neunzehn oder achtzehn Generationen lebte ein berühmter Forscher namens
Kompass.
(Quell grinste und lehnte sich an die raue Rinde der Zeder.)
Er war bis weit nach Westen gesegelt, den Oberlauf der Ader hinauf, wo
er mit dem Volk der Grasleute Umgang pflegte und die Su-Tan traf, die Geisterfalken, die
über den grenzenlosen Ebenen schweben. Er war weit nach Norden gesegelt, wo das Meer
treibende Eisberge emporwirft und Schneegeister versuchten, sein Schiff auf Sandbänke zu
locken. Er war nach Süden gesegelt, in das dicht besiedelte, heiße, gewalttätige Land,
das Lianne ihr Eigen nennt. Und er war nach Osten gefahren, am Rande des Nebels entlang,
der in jenen Tagen weit näher am Festland lag als Wolkenriff heute.
Auf diesen Fahrten hatte er viele wundersame Sehenswürdigkeiten gesehen
und großen Reichtum erworben, und die Leute nannten ihn bald Kompass von Delta, den
größten Forscher aller Zeiten. Er war unwahrscheinlich groß und lächerlich dünn. Wann
immer ihn jemand nach seinen Abenteuern fragte, sagte er: »Drei Dinge braucht man, um
erfolgreich zu sein. Zusätzliche Längen Tau. Viel Zwieback. Pfeffer im Überfluss.«
Das war alles?, fragten sich die Leute. Genügte das, um der größte
Forscher aller Zeiten zu werden?
Schließlich kam Kompass' Ruhm Faden zu Ohren. Nun, Faden ist so
unbesonnen wie andere Helden auch und eifersüchtiger als die meisten. »Ha!«, sagte er.
»Größter Forscher aller Zeiten? Das soll er mir erst einmal beweisen!« Und schneller
als ein Fisch nach einer Fliege schnappen kann, war er unterwegs, Kompass' Tüchtigkeit
auf die Probe zu stellen.
Noch in jener Nacht blies er nach Delta hinein, trieb Hagelkörner aus
einer Gewitterwolke und traf zwischen einem Blitzschlag und einem Donnergrollen ein.
Vier Mal klopfte er an Kompass' Tür, oder vielleicht drei Mal, und
jedes Klopfen klang, als würde ein Wal auf eine Barkasse springen. Die Tür öffnete sich
nach dem vierten, möglicherweise auch nach dem dritten Klopfen, und Kompass blickte in
die tosende Nacht hinaus. Er war unwahrscheinlich groß. Er war lächerlich dünn. Er
hatte einen langen Schnurrbart, der wie nasser Bindfaden herabhing, und er hatte sich
einen hörbaren Schnupfen eingefangen. Er begutachtete Faden leidenschaftslos. »Guted
Abedd«, näselte er.
Mit einer Brise im Rücken betrat Faden das Haus und wirbelte Karten wie
trockene Blätter durcheinander. »Bist du der größte Forscher aller Zeiten?«
Kompass zuckte die Achseln. »Schwer zu saged. Die Leute saged, ich wär
der größte - schnieeef -, aber es köddte addere gebed, vodd deded ich doch
dichts gehört hab.«
»Was ist mit dem Steuermann, der sein himmlisches Schiff zwischen den
Sternen hindurchmanövriert?«
Kompass zuckte die Achseln. »Oh, ich schätze, dass ich wahrscheidlich
schod besser bid als er.«
»Tatsächlich!« Der Steuermann war Fadens Schwiegersohn, den er mit
solcher Wucht himmelwärts geschleudert hatte, dass die Mittellampe zu Bruch ging, weshalb
das Schiff nur noch in Bug und Heck über Sterne verfügte. »Und wie kommst du darauf?«
»Er segelt jedes Jahr die gleiche Route, udd er hat die behr dach Hause
gefudded. Keide Segelfahrt ist ded Aufwadd wert, wedd bad addered Leuted dichts erzähled
kadd.«
»Tatsächlich!«, sagte Faden und kochte innerlich. »Wie interessant!
So sag mir, worin besteht dein Geheimnis, o mächtigster unter den Forschern?«
»Zusätzliche Lägged Tau. Viel Zwieback. Pfeffer ib Überfluss.«
»Ich werde dir so viele Taue und Pfeffer und Zwieback geben, wie du dir
nur vorstellen kannst, wenn du für mich auf Forschungsreise gehst.«
»Wohidd?«, knurrte Kompass.
»In den Nebel!«, sagte Faden. »Erforsche den Nebel, und dein Ruhm
wird dir sicher sein.«
»Udd wedd ich dicht will?«
Faden grinste so gefährlich, wie nur Helden grinsen können.
»Dachte ich bir«, seufzte Kompass. Er strich sich über den
kümmerlichen Schnurrbart. »Da werde ich eide Begge Taue brauched«, gab er zu bedenken.
»So viele, wie du dir vorstellen kannst.«
»Da werde ich eided Haufed Zwieback brauched.«
»So viel du willst.«
»Da werde ich eided Schlag Pfeffer brauched
«
»Allen Pfeffer, den du dir wünschen kannst.«
»Id Oddugg«, schniefte Kompass. »Ich bach's.« |
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Die
Oberschlaufe
So berühmt er auch war, sogar Kompass hatte Probleme, eine Mannschaft
zusammenzubekommen, die in den Nebel gehen wollte. Er musste viertausend oder vielleicht
dreitausend Mal versprechen, dass es mehr Taue, Zwieback und Pfeffer geben würde, als
sich irgendjemand auch nur vorstellen konnte.
Endlich war der große Tag gekommen. Kompass hatte ein brandneues Schiff
für die Fahrt, und er nannte es Achterstek. »Dieses Schiff wird nicht vom Nebel
davongetragen werden«, sagte er. »Ich habe nicht vor, mich herumschleudern zu lassen wie
eine lockere Klüverschot.« Was eigentlich ganz vielversprechend klang.
Doch noch bevor Kompass aus dem Hafen heraus war, schüttelte die
Menschenmenge bestürzt die Köpfe: Er hatte vergessen, den Anker zu lichten! Mit jedem
Meter, den das Schiff zurücklegte, glitten weitere Tauschlingen über den Heckbalken ins
Meer. Alle schämten sich für Kompass, und so verließen sie hastig den Hafen, damit es
ihm nicht peinlich sein würde, wenn er umkehren musste.
Als die Deltaner am nächsten Morgen zur Arbeit gingen, war der Anker
merkwürdigerweise noch da. Ein Stück Tau - das leichteste, dünnste, stabilste Tau, das
Kompass hatte finden können - führte weit nach Osten weg.
Als die Seeleute das bemerkten, sagte Kompass nur: »Jau. Der Kerl hat
uns wirklich eine Menge Tau gegeben.« Und dann lächelte er zwar nicht gerade, denn das
war nicht seine Art, aber er seufzte vergnügt und sein Stirnrunzeln schien zu flimmern.
Nun, von Delta bis zum Nebel war es ein langer Weg, aber das Wetter
blieb schön, es gab genug Fische, und die Mannschaft war guter Stimmung, solange sie
nicht daran dachte, was vor ihr lag.
Vier oder vielleicht drei Monate dauerte es, bis die Achterstek
den Rand des Nebels erreichte, und als die Mannschaft ihn schließlich sah, wie er
glänzte und leuchtete, schimmerte und funkelte, schwarz und weiß wurde und
emporschäumte wie ein versilbertes Gewitter, packte sie die Angst.
»Dort können wir nicht hinein!«, rief einer. »Was ist, wenn wir auf
Schlick stoßen, der ganze Schiffe verschluckt?«
»Was geschieht, wenn wir von Tauschs Balken fallen!«, sagte einer mit
einem Zittern, das seine Ohrringe klimpern ließ.
»Oder wir landen sogar auf der Entschwundenen Insel«, jammerte ein
dritter Seemann.
»Ich bin der Kapitän, und ich befehle euch, mir zu vertrauen«, sagte
Kompass. Und jedes Mal, wenn er einen ängstlichen Seemann entdeckte, beugte er sich zu
ihm vor, zwinkerte und murmelte: »Tau! Zwieback! Pfeffer!«
Nun, so segelten sie denn in den Nebel hinein.
Sie sahen, wie eine Wolke eine leuchtend blaue Insel gebar.
Vor der Küste der Feuerinsel tauchten sie nach Stücken versunkenen
Regenbogens, und fast wären sie gesunken, als eine Sternschnuppe wie eine Kanonenkugel
ihr Deck durchschlug.
Sie sahen, wie Brand einen Wettlauf gegen Zeit verlor und auf der
Oberfläche der Wolken feurige Fußabdrücke hinterließ - so weit das Auge reichte.
Und die alte Achterstek machte natürlich auch einige
Veränderungen durch. Eine Zeit lang bestand ihr Rumpf aus gehämmertem Gold, so dünn wie
der Flügel einer Libelle, und ihre Takelage ganz aus Spinnweben. Dann nahm das Schiff die
Gestalt eines Walrosses an, das einen riesigen Reiher auf dem Rücken trug, die Flügel zu
Segeln ausgebreitet. Sie sahen viele Wunder und erlebten viele Abenteuer, und bald ließ
sich nicht mehr mit Sicherheit sagen, ob sie noch ganz bei Verstand waren. Aber Kompass
hielt sie so ruhig, wie er konnte, und versuchte, seine Erlebnisse jeden Tag im Logbuch
niederzuschreiben, regelmäßig, bevor er zu Bett ging.
Dann hatten sie endlich genug. Sie waren bereit, wieder den Fels unter
ihren Füßen zu spüren, in ehrliche Gewässer vorzustoßen und ihre Geschichten den
Daheimgebliebenen zu erzählen. An dem Tag, als Kompass aus dem Ruderhaus trat und
erklärte, er sei bereit, Kurs auf die Heimat zu nehmen, waren es alle zufrieden.
Doch just als die Mannschaft in lauten Jubel ausbrach, brodelte der
Nebel unter ihnen schwarz und blutrot empor. Die Frau im Ausguck entdeckte einen riesigen
Tentakel, weit leewärts, der sich auf der Oberfläche der Wellen krümmte. »Schlick!«,
brüllte sie. »Es ist Schlick! Wir sind verloren!«
Da fing Kompass an, wie ein Verrückter zu schreien. »Zwieback!«, rief
er. »Krümelt Zwieback über Bord!«
Niemand rührte einen Muskel. Kompass geriet außer sich. »Habe ich
euch nicht etwa in den äußersten Süden geführt? Und an den Eisinseln des Nordens
vorbei? Habe ich euch nicht die Ader hinuntergebracht, ohne dass ihr einen Tropfen Blut
verloren hättet?«, schrie er.
Schlicks um sich schlagende Tentakel stießen auf die Achterstek
herab.
»Also KRÜMELT ZWIEBACK!«, brüllte Kompass und wuchtete eine enorme
Ladung trockenen Zwiebacks über Bord.
So verrückt es scheinen mochte - jeder einzelne Seemann auf jenem
Schiff fing an Zwieback zu krümeln, als würde er Brand füttern. Die Luft war von
Krümeln erfüllt; ihre Haare weiß vor Mehl. Das Deck glich einer Bäckerei. Und jetzt
konnten alle den Tentakel sehen, der schwarz und bläulich rot nach dem Schiff tastete.
Dann entdeckte die Ausguck die erste Möwe. Sie zog kreischend ihre
Kreise, fast zu fett, um an Schiffszwieback interessiert zu sein. Bald stieß noch eine
aus dem nebligen Himmel herab. Und noch eine, von querab. Zwei weitere Möwen von jenseits
des Heckbalkens - eine flog auf den Bugspriet hinaus, mehrere flatterten von der Takelage
herunter, ein ganzer Schwarm von der Steuerbordreling. Die Möwen waren überall: Möwen
sprudelten aus dem Wasser, Möwen platzten aus den Hellegatten des Schiffes, Möwen
verhedderten sich in den Haaren der Seefahrer. Alle kämpften sie und klapperten und
schrien einander an, um an die Zwiebackstücke zu kommen.
Und je näher sie kamen, desto dichter wurde der Schwarm, in einem
Wirbel von Flügeln gefangen. Die Vögel bildeten einen riesigen weißen Schwertkämpfer,
der eindeutig Streit suchte: der Möwenkrieger, Held der Inseln.
Nun, passenderweise entdeckte er ein großes, rotschwarzes, schleimiges,
stinkendes, triefendes, entsetzliches, echtes, vier- oder vielleicht dreimal
überlebensgroßes Tentakelmonster, mit dem er kämpfen konnte.
Und wie sie kämpften!
Der Kampf tobte sieben Tage und sechs Nächte lang.
»Gebt Acht!«, schrie Kompass, als ein abgetrennter Tentakel auf das
Vorderdeck knallte.
»Passt auf, Jungs«, brüllte er, als Schlick einen Arm des
Möwenkriegers einfach abquetschte, der sich daraufhin in einen Sturm herumwirbelnder
Möwen auflöste. »Die Möwe ist entwaffnet worden!«
Aber am siebten Tag kam Schlick endlich zu der Einsicht, dass die Achterstek
den Aufwand nicht wert war, und schlitterte davon, um eine kleine, dünn besiedelte Insel
zu verschlingen.
»Wir haben es geschafft! Wir haben es geschafft! Wir leben noch!«,
riefen die Seefahrer. Und dann wandten sie sich wie ein Mann dem Kapitän zu und sagten:
»Ihr seid zweifellos der größte, einfallsreichste, außergewöhnlichste Forscher aller
Zeiten! Wie können wir Euch jemals danken?«
Kompass rümpfte die Nase. »Kratzt die Möwenscheiße von meinem
Schiff«, sagte er.
So säuberten sie denn die Achterstek, fest davon überzeugt,
dass Kompass mit jeder Gefahr fertig wurde.
Aber Kompass war nicht zufrieden. »Kein Wind!«, schimpfte er. »Seit
vier Tagen (und drei Nächten) kein Windhauch!« Als wäre das noch nicht schlimm genug,
roch das Schiff entsetzlich nach Möwenkot, und Kompass wäre über eine Brise, die den
Gestank fortgeweht hätte, äußerst glücklich gewesen.
Keine Brise regte sich, und das Schiff lag einen Monat tödlicher Ruhe
lang in Eisen.
»Tentakel, Tentakel, Tentakel«, murrte die Mannschaft. »Seit Wochen
bekommen wir nichts anderes zu essen. Tentakeleintopf, Tentakelpastete, eingelegte
Tentakel in Sahnesauce mit frittierten Tentakeln als Beilage. Igitt! Wir wollen nach
Hause!«
Schließlich befahl Kompass ihnen, an dem Tau zu ziehen, das noch immer
am Anker im Hafen von Delta befestigt war. »Es wird eine lange Fahrt, wenn wir uns nach
Hause ziehen müssen, aber was haben wir für eine Wahl? Oh, und noch etwas. Bringt die
zusätzlichen Fässer Pfeffer auf Deck.«
Und so saß Kompass während der langen, anstrengenden Tage da und
bastelte an einem merkwürdigen Apparat aus Tauen und Rollen und drei Schiffsäxten, eine
für jedes Pfefferfass. Unterdessen zog die Mannschaft die Achterstek weiter nach
Delta.
Dreißig Tage später oder vielleicht fünfundzwanzig - wen sah Kompass
da, wenn nicht seinen Auftraggeber, der den Bugspriet hinunterlief und aufs Vorderdeck
sprang. Nun, Faden war doppelt so groß wie ein normaler Mensch, seine Augen waren
sturmwolkenblau, und Blitze zuckten um seinen Kopf. Seine Wangen waren aufgebläht, und er
sprach kein Wort, sondern grinste nur. Schließlich blickte er zum Himmel empor und
murmelte ein paar Worte, sehr schnell und rauchig:
»Du-scheinst-festzusitzen-größter-Forscher-aller-Zeiten.«
Kompass blickte auf und sah, wie der Wimpel am Großsegel wild
flatterte. »Eine kleine Flaute«, sagte er. »Aber ich werde sie in Kürze hinter mir
lassen.«
»Ha!«, prustete Faden, und das Schiff legte sich im plötzlichen Wind
stark auf die Seite. Sie richtete sich auf und Faden sog die Luft wieder ein. Er
betrachtete die ängstlichen Seefahrer und das schmutzige Schiff und Kompass. Auf seinem
Gesicht breitete sich ein fi eses Grinsen aus, wie der Schatten eines Sturms, der sich
über das schwarze Wasser legt. »Fwuuuuuuh! Und-wie-gedenkst-du-das-zu-tun?«
Kompass strich sich über seinen kümmerlichen Schnurrbart und schaute
mit einem prüfenden Blick zu Faden hinauf. »Na, Ihr werdet mir helfen, Nachbar!« Er
nickte, als Fadens Augen hervortraten. »Jau«, fuhr er fort, »ich denke mal, Ihr seid zu
dumm, mir nicht zu helfen.«
»HAH!!!«, schnaubte Faden, und sofort blähten sich die Segel. Kompass
zog mit einem Ruck an seinem Tau, das über eine Rolle zu einem Knieblech lief, das an
drei weiteren Tauen zog, die die Stützen unter den drei Schiffsäxten wegrissen. Und
Faden, der bemerkte, dass er die Segel sich hatte blähen lassen, ohne es zu wollen,
atmete so tief er konnte ein: fwuuuuuuhhh! Doch dabei atmete er Unzen, Gallonen, Fässer
fein gemahlenen Pfeffers ein.
Seine heldenhaften Augen tränten. Seine heldenhafte Nase lief. Seine
Wangen zuckten und seine Stirn schwitzte Blitze. »Haltet euch fest!«, rief Kompass, und
seine Mannschaft hielt sich verzweifelt fest, als Faden seinen Kopf herumriss, weinte,
keuchte und so laut niesen musste, dass es auf der ganzen Welt zu hören war.
Nun, jedes Volk erzählt sich Geschichten über diesen Nieser. Die
Grasländer sagen, dass der Himmel an einem Scharnier befestigt sei, und eines Tages sei
er seitlich aufgeklappt und hätte sie halb die Berge am Ende der Welt hinaufgeblasen. Die
Waldländer sahen zu, wie jeder Baum, jeder Trieb und jeder Spross, der sich weniger als
drei Tage von der Küste entfernt befand, in die Luft gerissen und zu Feuerholz gestapelt
wurde. Zu Hause fegte der Wind mit solcher Wucht über Delta, dass das Inseldreieck
herumgewirbelt und aus Speerspitze der Fuß wurde. Und vor allem blies der Nieser Kompass'
Boot glatt aus dem Nebel heraus und nach Delta zurück.
Das Schiff flog so schnell und so hoch, dass jeder Mensch an Bord, auf
einer der Äußeren Inseln zu Kleinholz zerschmettert, hätte umkommen müssen. Kompass
hatte die Achterstek jedoch mit einem flachen Rumpf gebaut, so dass sie direkt
vor Petze aufs Wasser schlug und wie ein flacher Stein über die höchsten Hügel der
Insel hüpfte. Sie sprang noch fünf Mal und setzte mit drei Sprüngen über Inseln
hinweg, bevor sie in den Hafen von Delta zurückgeschlittert kam und auf dem hafenseitig
gelegenen Riff ihren Rumpf aufschlitzte.
Tja, und die Städter strömten zu ihrer Begrüßung heraus. Sie ließen
die Mannschaft dreimal hochleben, und sie ließen die Achterstek dreimal
hochleben. Sie jubelten über das Tau, den Zwieback, den Pfeffer und sich selbst. Sie
ließen Kapitän Kompass dreimal hochleben!
Doch dieser miesepetrige Mann musste sich einmal mehr beklagen. »Warum
habt ihr die Insel herumgedreht?«, knurrte er. »Das neue Riff hat den Rumpf meines Kahns
aufgeschlitzt!«
Was einmal mehr bewies, dass der größte Forscher aller Zeiten ein
echter Schiffskapitän war und ein Eiländer vom Scheitel bis zur Sohle.
© 2002 Argument Verlag
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages |
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